Blu-Ray-Report

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«Minority Report» von Steven Spielberg

Washington D. C., man schreibt das Jahr 2054. Precrime, eine hoch spezialisierte Abteilung der Polizei, hat ein Verfahren entwickelt, das Morde vorhersagt und dadurch verhindern kann. Drei Hellseher, die sogenannten «Precogs», haben die Aufgabe, die Delikte zu entdecken. Sie nehmen Medikamente ein, die sie für ihre Tätigkeit besonders sensibilisieren. Ihre Visionen sind immer richtig, sodass der Polizeichef John Anderton (Tom Cruise) mit seinen Einsatzkräften zeitig am Tatort eintrifft, um die Verbrechen zu verhindern. Die Mordrate ist in der Stadt in den letzten Jahren auf null gesunken, was die Polizei als außerordentlichen Erfolg wertet.

Anderton, der zwar ein angesehener Polizist ist, aber aufgrund des Verlusts seines kleinen Sohnes an Depressionen leidet und Drogen einnimmt, findet unversehens seinen Namen als Mörder. Das angegebene Opfer kennt er nicht. Der Mord soll sich innerhalb der nächsten 36 Stunden ereignen… 

Der Science-Fiction-Krimi spielt sich in einer unheimlichen Atmosphäre ab, in der sich die Menschen der Übermacht der elektronischen Geräte unterwerfen. Steven Spielberg unterstreicht die bedrückende Stimmung, indem er das Filmbild farblich und von seiner Beschaffenheit her verfremden lässt, sodass die reale Welt mit virtuellen Komponenten vermengt wird. Diese bedrohliche Zukunftsvision wird von der Blu-Ray-Platte durchaus überzeugend wiedergegeben. Musik und Geräuschkulisse betonen treffend die beklemmenden Bilder.   

Spielberg begnügte sich nicht damit, eine Geschichte zu erzählen, sondern bemühte sich um eine bis ins kleinste Detail ausgefeilte Wiedergabe der Technik und der Elektronik, die in dieser Zukunftsvision eine wesentliche Rolle spielen. So gebührt den Herausgebern der Blu-Ray ein besonderes Lob, dass sie eine zweite Platte beilegten, die in 15 (!) Dokumentationen ebenso viele Themen über die Produktion des Films behandeln. 

Gleich zu Beginn gibt der Regisseur ein 34-minütiges Interview, in dem er zur Zusammenarbeit mit Tom Cruise, zu seiner Zukunftsvorstellung, der Verwendung der technologischen Mittel, den Waffen der Zukunft und natürlich zu den Dreharbeiten Stellung nimmt. Der Knüller dabei: Der Zuschauer kann zum besseren Verständnis von Spielbergs Aussagen das Interview unterbrechen und erläuternde Videoberichte zuschalten. Besonders empfehlenswert sind außerdem «Inside the World of Pre Crime», der wie ein Werbefilm strukturiert ist und den Aufbau sowie die Funktion dieser Einrichtung erklärt; «Philip K. Dick, Steven Spielberg and Minority Report» berichtet von der Adaption der Originalkurzgeschichte und «Future Realized» illustriert das Verhältnis zwischen den Menschen und den elektronischen Geräten der Zukunft.  

Die restlichen Dokumentationen geben einen umfassenden Einblick in die Entstehung des Films und sagen mit Sicherheit besonders dem am Thema Science-Fiction interessierten Publikum zu.

«Minority Report», USA, 2002. Regie: Steven Spielberg. Produktion: Gerald R. Molen, Bonnie Curtis, Walter F. Parkes, Jan de Bont. Drehbuch: Scott Frank, Jon Cohen. Kamera: Janusz Kamińsky. Ton: Gary Rydstrom. Schnitt: Michael Kahn. Musik: John Williams. Mit Tom Cruise, Colin Farrell, Samantha Morton, Max von Sydow, Steve Harris, Kathrin Morris, Jessica Capshaw u. a. Spieldauer: 145 Min.

Bild ***

Ton ****

Darbietung ****

Extras *****

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