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martes, 16. abril 2024
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Porträt – Claudia Romeny Hardessen

Importeurin deutscher Bücher

«Beklage dich nicht – genieße das, was du hast»

Claudia Romeny vertreibt mit ihrem eigenen Unternehmen «Clickbuch» deutsche Kinder- und Schulbücher, Spiele und Filme in Chile. Wie kam es dazu, dass die Wirtschaftsingenieurin ihren Beruf in der Finanzbranche aufgab und den Online-Shop gründete? 

«Ich habe Wirtschaftsingenieurwesen an der Universidad del Desarrollo in Concepción studiert und dann einen Master in Finanzmanagement an der Universidad Adolfo Ibañez in Santiago abgeschlossen. Für diesen Beruf habe ich mich entschieden, weil ich Mathematik schon immer mochte und im Verwaltungs- und Managementbereich arbeiten wollte», erklärt die 1979 in Concepción geborene Frau. Zunächst arbeitete sie elf Jahre lang in der Finanzbranche bei zwei Börsenmaklern, aber als ihr drittes Kind geboren wurde, wollte sie mehr Zeit für die Familie haben und im Alltag präsenter sein.

«Meine älteste Tochter ging bereits zur Schule, als ich nach Büchern und anderen Materialien in deutscher Sprache suchte und nicht viel fand. Also wollte ich herausfinden, wie man einige Dinge importieren konnte. So entstand der Kontakt zu einem Großhändler für Bücher in Deutschland, mit dem ich bis heute für meine Importe zusammenarbeite. Es war 2016, als ich beschloss, das Unternehmen, in dem ich tätig war, zu verlassen und mich ganz diesem Projekt zu widmen. Ich habe einen Online-Shop unter www.clickbuch.cl und einen Showroom in unserem Haus, der von Kunden besucht wird. Außerdem nehme ich an Buchmessen in deutschen Schulen in Santiago und anderen Veranstaltungen teil, zum Beispiel im Club Manquehue», erklärt Claudia.

«Die Arbeit in diesem Bereich war etwas völlig Neues für mich, und es hat sehr viel Spaß gemacht, ein wenig in die Welt der Bildung einzutauchen. Dies war wiederum bei der Erziehung meiner Kinder hilfreich. Ich habe dadurch auch gelernt zu respektieren, dass es Menschen gibt, die Bücher kaufen, um damit einen Beitrag zur Bildung ihrer Kinder zu leisten, aber auch solche, die für Bücher nicht viel Geld ausgeben und nur das von der Schule Geforderte kaufen, ohne darauf zu achten, wie wichtig ein Buch für die Entwicklung der Kinder sein kann.»

Für Claudia Romeny war es immer sehr wichtig, dass Kinder lesen, weil sie überzeugt davon ist, dass ihnen Bücher in der persönlichen und beruflichen Zukunft sehr von Nutzen sind. Dies gilt natürlich auch für ihre drei Kinder – Constanza, 13, Nicolás, 10 und Camila, 8. Ihren Mann, Ignacio Maira, hatte sie an der Universität in Concepción kennengelernt. 

Heute liest sie gern und viel (was nicht verwundert) und geht im Club Manquehue zum Schwimmen. Die Familie liebt außerdem das Skifahren: «Unsere Kinder fahren inzwischen schneller als wir, so dass sie manchmal auf uns warten müssen… am Anfang war es umgekehrt!», lacht sie. An den Wochenenden trifft sich die Familie gerne mit Freunden, vor allem im Sommer, um Haus und Pool zu genießen.

Aufgewachsen ist Claudia in Concepción, wo sie bis 1997 die Deutsche Schule besuchte. Sie erinnert sich an eine glückliche Kindheit, in der sie viel Sport getrieben hat, gern Rad gefahren ist, mit ihren Freunden in der Nachbarschaft spielte und diese auch oft nach Hause einladen durfte. Ihr Hobby war jedoch die Leichtathletik, sie trainierte mindestens dreimal pro Woche und hatte fast jedes Wochenende einen Wettkampf. Unterstützt wurde sie dabei von ihrer Mutter, gelernte Medizintechnikerin, die an der Universidad Austral de Valdivia studiert hat. Der Vater besuchte die gleiche Universität und ist Maschinenbauingenieur. Er arbeitete sein ganzes Leben lang im Unternehmen Masisa, zuerst in Valdivia und dann in Concepción. Claudia hat zwei Schwestern und einen Bruder.

Bezüglich ihrer Herkunft weiß sie, dass ihre Großeltern deutscher Abstammung und der Großvater väterlicherseits Niederländer waren. «Meine Großmutter väterlicherseits, Aida Haverbeck, hat viel Deutsch gesprochen, immer mit meinem Vater und auch mit uns. Meine Großmutter mütterlicherseits versteht Deutsch, hat es aber nie viel angewandt.»

Vielleicht haben Claudias deutsche Wurzeln auch etwas mit ihrem Lieblingsessen zu tun: Kartoffelpuffer mit Apfelmus.

Jede Reise sei etwas Besonderes und jede habe ganz eigene Dinge, die man nie vergesse, meint sie. So zum Beispiel die zur Carretera Austral mit ihrer Familie im letzten Sommer. Und natürlich die Reise nach Deutschland im Jahr 2017 mit ihrem Mann, wo sie die Gelegenheit nutzten, die Frankfurter Buchmesse zu besuchen. Und damit wären wir wieder beim Thema Bücher. 

Die Unternehmerin möchte in den nächsten Jahren ihre Firma weiter wachsen lassen. Gearbeitet wird vor allem an der Verbesserung der Internetseite und an der Herausforderung, effizienter mit sozialen Netzwerken umzugehen. Um dafür genügend Kraft und Ausdauer zu haben, ist es Claudia Romeny wichtig, «jeden Tag meine Familie und meine Freunde zu genießen und nach dem Motto zu leben: Beklage dich nicht – genieße das, was du hast. Das möchte ich auch meinen Kindern mitgeben».

Foto: privat

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