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martes, 16. abril 2024
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Porträt – Alejandro Latorre

Ehemaliger Vorsitzender der Corpeduff

«Förderung der deutschen Kultur anhand der Bildung»

Von Mai 2018 bis Ende Juni dieses Jahres war Alejandro Latorre der Vorsitzende der Corporación Educacional Federico Froebel (Corpeduff). Heute verwaltet er den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie im Süden des Landes: «Hier hat der Regen alles durchnässt!», kommentiert er beiläufig und bestätigt, dass er im Corpeduff-Vorstand weiterhin aktiv ist. 

Während seiner Amtszeit als Vorsitzender der Corpeduff ging es Alejandro Latorre grundsätzlich vor allem darum, «Kontinuität zu schaffen, was in den bisherigen Vorständen unter dem Gesichtspunkt der Struktur und der Professionalisierung unserer Einrichtung bereits entwickelt wurde». Diese Aufgabe habe sich auf «drei strategische Wegweiser» konzentriert: die finanzielle Nachhaltigkeit, die pädagogische Nachhaltigkeit und drittens die Nachhaltigkeit der Infrastruktur. Diese drei Säulen «wirken in den Diensten der Bildung und kommen schließlich unseren Schülerinnen und Schülern in den heutigen Institutionen zugute». Alejandro Latorre betont: «Heute gibt es im Bildungsbereich einen sehr anspruchsvollen Regelungsrahmen mit neuen Institutionen, wie der Superintendencia de Educación und der Agencia de la Calidad, die in einem hohen Maße sehr gut ausgebildete Führungsteams erfordern.» So ermögliche die Corpeduff «eine ordnungsgemäße Verwaltung und Verbesserungen in verschiedener Hinsicht», unterstreicht er und fügt hinzu: «Wir streben die Förderung der deutschen Kultur anhand der Bildung an.»

In diesem Zusammenhang verweist er auf zwei erfolgreich gemeisterte schwierige Aufgaben in den vergangenen Jahren. Erstens, «dass wir das Infrastrukturprojekt der Deutschen Schule Chicureo trotz der sozialen Unruhen und der Pandemie termin-, form- und budgetgerecht abschließen konnten» und zweitens, «dass wir die Pandemie, die sich auf unsere Institutionen ausgewirkt hat, positiv überwunden haben, wobei wir uns sehr großen, vor allem pädagogischen Herausforderungen, stellen mussten». Dazu sei es zum Beispiel wichtig gewesen, über die richtigen Werkzeuge zu verfügen, wie «Chromebooks für alle Schülerinnen und Schüler beider Schulen und eine gute Vernetzung, um auch von zuhause aus, die Aufgaben gut erledigen zu können».   

Er fügt noch eine dritte Leistung hinzu, die er als «eine gesunde finanzielle Situation der Corporación» definiert, was in Anbetracht der schwierigen – von einer durch externe Faktoren bedingten – Lage sicher nicht einfach zu erreichen war.

Bei einer Bildungseinrichtung wie der Corpeduff ist der Blick in die Zukunft besonders relevant. Alejandro Latorre ist der Ansicht, dass «das Modell weiter gefestigt werden muss, um unseren Bildungseinrichtungen in den verschiedenen Bereichen die nötige Unterstützung bestmöglich und effizient zu bieten», wobei auf die Deutsche Schule Santiago große Aufgaben zukommen, was die Modernisierung ihrer Infrastruktur betreffe, «die heute mehr als 30 beziehungsweise 50 Jahre alt ist». 

Zum anderen stehe die Aufgabe der Weiterentwicklung des Insalco bevor, «die pädagogischen Bedürfnisse zu aktualisieren, die zurzeit in der Welt der Bildung in dieser sich ständig verändernden Gesellschaft zu finden sind». Denn die heutige Bildung verlange eine andere Herangehensweise als vor 30 Jahren, betont Alejandro Latorre. Themen wie Inklusion und emotionales Wohlbefinden seien dazugekommen, die früher nicht den Stellenwert hatten, den sie heute haben: «In diesen Bereichen müssen sich unsere Lehrteams den neuen Aufgaben stellen und weiterentwickeln.»

Ein wichtiges Thema sei die Inklusion, der Umgang mit Schülern, die einen sonderpädagogischen Förderbedarf beanspruchen. Das seien nicht nur jene mit mangelhaften Leistungen, sondern auch Schüler mit überdurchschnittlichen Fähigkeiten, die besondere Aufmerksamkeit benötigen, damit sie diese Fähigkeiten gut entwickeln können: «All dies und das emotionale Wohlbefinden sowie die Pandemie, die wir durchleben mussten, stellen eindeutig Herausforderungen dar, die früher offensichtlich nicht die Relevanz hatten, die sie heute aufgrund der gegebenen Umstände haben.»

Die Deutsche Schule ist für Alejandro Latorre mehr als ein alter Bekannter. Er hat sie von Kindesbeinen an in Santiago besucht. Danach studierte er an der Pontificia Universidad Católica Ingenieurwesen. Knapp 20 Jahre war er auf dem Gebiet des Fernmeldewesens tätig, wobei er sich auf Funktelefone spezialisierte und für renommierte Firmen wie Bellsouth und Nokia arbeitete: «Ich hatte regionale und internationale Verantwortung. Es war sehr interessant, ich konnte viel lernen und hatte Begegnungen mit vielen Kulturen, mit Kollegen aus der ganzen Welt, hauptsächlich aus Asien und Europa. Kurz: Es war eine große Bereicherung für mein Berufsleben.»

Seine jetzige Haupttätigkeit ist die Verwaltung des Guts, das seit Zeiten der Urgroßeltern im Familienbesitz ist. Alejandro Latorre ist verheiratet und hat zwei Töchter, die in der Deutschen Schule Santiago die 8° Básico beziehungsweise II Medio besuchen. 

Außer seiner beruflichen Betätigung engagiert er sich in seiner Freizeit bereits seit über 20 Jahren ad honorem als Fluglehrer des Club Aéreo de Santiago auf dem Flughafen Tobalaba und außerdem lehrte er zeitweise an der Universität. 

Die Beziehung der Familie mit dem Schulwesen begann übrigens nicht mit Alejandro Latorre: «Mein Großvater Erich Lufer war Lehrer an der Deutschen Schule Concepción, an der Los-Leones-Schule und an der Sankt Thomas Morus Schule in Santiago und mein Urgroßvater Oswald Heinrich war Lehrer an der Deutschen Schule Osorno. Das Lehren steckt unserer Familie im Blut!»

Foto: Corpeduff

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