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sábado, 13. abril 2024
Inicio CondorGeschichte Funker Walter Kober erinnert sich an Rekordflug 1938

Funker Walter Kober erinnert sich an Rekordflug 1938

Wie wichtig das Gewicht war

Vor dem Abflug in Staaken
Foto: Lufthansa

«Alles, was wir an Komfort für uns für den Weltflug eingebaut hatten, wurde herausgeworfen; die Schlafsessel, die Wascheinrichtungen, selbst die Heizungsanlage usw., – alles nicht Benötigte wurde herausgerissen und erbrachte zusammen auf der Waage eine beträchtliche Gewichtsmenge. Auf Schwimmwesten und Schlauchboote verzichteten wir ebenso im Interesse der Zuladung von Benzin. Ich habe zufällig noch in meinen Akten den Zettel gefunden auf dem ich, wie jedes andere Besatzungsmitglied auch, die Gewichtsangaben für den Flug gemacht habe: Kober Gewicht bekleidet 78 kg; persönliches Gepäck, Koffer, Oberhemd, Rasierzeug 3,5 kg; Sonderbekleidung Pelzstiefel 2,0 kg; Isländer 0,75 kg; graue Kombination 0,75 kg und Mantel 1,0 kg; insgesamt 86 kg. Als ich vor dem Start noch schnell einmal zu Hause war, fand ich dort ein Paket meiner Eltern mit Salzwedeler Baumkuchen für meinen Geburtstag am folgenden Tag vor. Den habe ich dann mitgenommen, ohne dass dieser bei meiner Gewichtsangabe erschien. Auf dem Fluge dann, wir hatten Europa schon hinter uns gelassen, habe ich nach Mitternacht allen Besatzungsmitgliedern davon angeboten, wobei es nicht ausblieb, dass man mich beschimpfen wollte, weil ich dieses Kilo nicht angegeben hatte. Der Hinweis darauf, dass es ein Geburtstagsgeschenk zu meinem dreißigsten Geburtstag am heutigen Tage sei, hat die Gemüter dann bald beruhigt und den Baumkuchen haben sie alle genossen! Was sind bei 18 Tonnen schon 1 Kilo, werden Sie fragen. Aber wir haben alles bei diesem Fluge sehr ernst genommen und vielleicht dadurch den Erfolg erreicht.»

«You have to go back to Berlin to get your key!» 

Cockpit-Crew des Lufthansa Rekord-Flugs Berlin-New York vom 10.8.1938: Oberflugzeugfunker Walter Kober (links), Oberfunkermaschinist Paul Dierberg, Flugkapitän Alfred Henke und Flugzeugführer Rudolf Freiherr von Moreau.
Foto: Deutsche Lufthansa

«Viel schlimmer, jedoch auch amüsanter war jedoch, dass wir die Kabinentür nicht öffnen konnten, nachdem das Flugzeug zwischen den Hallen auf seinen Abstellplatz gelangt war. Die Menschenmenge wartete dort draußen zur Begrüßung; Henke der gefolgt von von Moreau die Maschine als erster verlassen wollte, war durch die Glasscheiben von draußen zu erkennen und ebenso seine vergeblichen Bemühungen, die Kabinentür zu öffnen. Da erscholl doch aus der Menge heraus der Ruf: «You have to go back to Berlin to get your key!»

Na, Paul Dierberg hat dann mit Hilfe eines kräftigen Schraubenziehers die Türöffnung erzwungen, und so standen wir dann alle auf New Yorker Boden vor vielen Kameras und Mikrophonen.»

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