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miércoles, 22. mayo 2024
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Luft und Wasser verbinden die Schweiz und Chile

Spezialausgabe – Suiza

Öffentliche Elektrobusse für einen umweltfreundlicheren Nahverkehr in Santiago

Die Schweiz hat gemeinsam mit Chile Umweltprogramme im Land realisiert, die bereits vielen Bewohnern zugute kommen. Das «Blaue Zertifikat» schafft für Firmen Anreize, den Wasserverbrauch zu reduzieren, und CALAC+ bedeutet eine Kooperation zwischen der Schweiz und Chile, um für eine bessere Luft in stark verschmutzten Städten zu sorgen.

Das «Blaue Zertifikat»

Künftig weniger Smog in Santiago: Dafür soll das Programm «Climate and Clean Air in Latin American Cities» sorgen

Im Rahmen des Programms «Water Unites Us» wurde das «Blaue Zertifikat» entwickelt, ein Instrument, das nun unter der Aufsicht der Agencia de Sustentabilidad y Cambio Climático steht.  

Ziel von «El Agua Nos Une» ist es, die Wasserbilanz messbar zu machen und das Bewußtsein für den Wasserverbrauch bei Unternehmen und ihren Lieferanten zu schärfen. Zu diesem Zweck werden Aktionspläne erstellt und eine Zusammenarbeit mit den Gemeinden, in denen sie tätig sind, aufgebaut. 

Von 2016 bis 2020 nahmen zehn große Unternehmen an dem Programm teil und investierten rund 5,5 Millionen US-Dollar aus eigenen Mitteln in 41 Projekte, wodurch der Wasserverbrauch um mehr als 700.000 Kubikmeter pro Jahr gesenkt wurde. Zwei Millionen Menschen profitierten indirekt von dem Programm.

Den Wasserverbrauch minimieren, zum Beispiel beim Wässern von Gemüse oder Pflanzen – daran haben 500 Unternehmen in Chile im Rahmen des Programms «Water Unites Us» Interesse gezeigt.

Die Einführung des «Blauen Zertifikats» schafft langfristige Anreize für Unternehmen, auf freiwilliger Basis Maßnahmen zur Reduzierung des Wasserverbrauchs zu ergreifen. Dieses Zertifikat ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und der Agencia de Sustentabilidad y Cambio Climático. 

Für die erste Ausschreibung haben sich rund 20 Unternehmen beworben, von denen sich zwölf für den Zertifizierungsprozess qualifizierten. Die Frist für die dritte Ausschreibung ist Ende Juli abgelaufen, und bis jetzt haben fast 500 Unternehmen Interesse an einer Zertifizierung gezeigt.

Saubere Luft in lateinamerikanischen Städten 

Das Programm «Climate and Clean Air in Latin American Cities», CALAC+, ist das Ergebnis der Kooperation zwischen der Schweiz und Chile zur Verbesserung der Luftqualität in Städten mit hoher Luftverschmutzung in Chile und anderen lateinamerikanischen Ländern. Die Initiative, die seit 2018 in Santiago, Lima, Bogotá und Mexiko-Stadt läuft, zielt darauf ab, die Luftverschmutzung zu reduzieren, die Gesundheit der Menschen zu schützen und den Klimawandel durch den Einsatz einer effizienteren Flotte öffentlicher Verkehrsmittel und geländegängiger Maschinen mit geringeren Kohle- und Treibhausgasemissionen zu bekämpfen, und zwar durch die Finanzierung von Technologieprojekten.

CALAC+ konzentriert seine Arbeit auf drei Hauptmaßnahmen. Der erste Bereich zielt darauf ab, den städtischen Nahverkehr sauberer zu machen (durch die Einführung von Elektrobussen, grünem Wasserstoff und so weiter).  

Wasser in den Bergen: 
Das «Blaue Zertifikat» verstärkt das Bewusstsein für die Knappheit des Wassers.

Zweitens soll die Entwicklung öffentlicher Maßnahmen für eine deutliche Verringerung von Ultrafeinstaub sowie von Kohle- und Treibhausgasen aus Off-Road-Maschinen (Bau- und Industriesektor) unterstützt werden. 

Die dritte Achse zielt darauf ab, auf regionaler und globaler Ebene systematisch Erfahrungen mit öffentlichen Maßnahmen, rentablen Aktionen und Technologien, bewährten Verfahren und Erfahrungen mit der Verringerung des Kraftstoffverbrauchs, der Luftverschmutzung und der Kohlenstoffemissionen im städtischen Kontext auszutauschen. In einer ersten Phase bedeutete die Umsetzung dieser Normen, dass alle Dieselbusse (mehrere tausend) in der Stadt Santiago mit Feinstaubfiltern ausgestattet werden mussten. In der Región Metropolitana sind diese Busse für etwa 40 Prozent der Partikelemissionen, das heißt für PM 2,5-Emissionen, pro Jahr verantwortlich. In dieser Phase ging es auch um Emissionsnormen für Baumaschinen und Schwertransporte, für die es in Chile noch keine Vorschriften gibt, sowie um den Wissensaustausch über Elektrobusse. 

Das Programm wird von der Agencia Suiza para el Desarrollo y la Cooperación (COSUDE) finanziert und umfasst eine Gesamtinvestition in Chile in Höhe von rund 800.000 US-Dollar, die sich auf die Jahre 2022 bis 2025 verteilt.

Die zweite Phase, die 2022 von den Behörden des Ministerio del Medio Ambiente, der Agencia Chilena de Cooperación Internacional para el Desarrollo (AGCID) und der Schweizer Botschaft in Chile eingeleitet wurde, zielt darauf ab, die Kapazitäten zu stärken und die Ministerien für Umwelt, Transport und Öffentliche Arbeiten bei der Umsetzung von Emissionsstandards, der Einführung von Partikelfiltern in Maschinen, der Unterstützung der Entwicklung von Elektrobus-Pilotprojekten in den Regionen und bei der Entwicklung von Studien für grüne Wasserstoffbusse in Santiago zu unterstützen.

Fotos und Quelle: Schweizer Botschaft in Chile

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