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Porträt – Daniela Boltman

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Konsulin an der österreichischen Botschaft in Chile

Daniela Boltman, 1980 im österreichischen Schladming geboren, verbindet ihre Kindheitserinnerungen mit den Bergen, mit Ski fahren und Wandern – bis heute ihre Hobbies-, aber auch mit einer besonderen Naturverbundenheit und dem Umweltschutz, dessen Wichtigkeit ihr der Großvater schon als Kind auf dem Bauernhof erklärte.

Auch Reisen steht für Daniela Boltman ganz oben auf ihrer Liste. «Wir hatten das Glück, vergangenen Januar mit den Kindern einen Monat lang durch Patagonien zu reisen. Eine beeindruckende Erfahrung, sicher eine der schönsten Reisen, die ich bis jetzt erleben durfte! Ich freue mich jetzt schon auf unsere Atacama-Reise im Oktober, und natürlich möchten wir auch Rapa Nui besuchen. Aber dazwischen liegen noch so unglaublich viele Orte, die wir noch nicht kennen und gerne entdecken wollen», erklärt sie. 

Sie ist in einer sehr kleinen ländlichen Region mitten in den österreichischen Alpen aufgewachsen (der Vater war Malermeister, die Mutter, heute pensioniert, war im Tourismus tätig), sollten die Grenzen dieser Berge nicht ihre Grenzen sein. So schien ihr als junges Mädchen der Tourismus der Weg in die «weite» Welt zu sein. Und so war es auch. Nach einem Aufenthalt in den USA begann sie an Bord von Kreuzfahrtschiffen zu arbeiten und konnte dadurch einen großen Teil der Welt bereisen. «Nicht nur das Reisen war mir immer sehr wichtig, sondern auch meine eigene Weiterentwicklung im Job. Ich war schon immer sehr ehrgeizig und brauche die Herausforderung. 

So war ich bei Costa-Kreuzfahrtschiffen mit 23 Jahren die jüngste Director of Administration, verantwortlich für die gesamte Verwaltung, die Finanzen sowie die Aufnahme von rund 3.600 Passagieren und 1.200 Besatzungsmitgliedern bei jeder Reise», erinnert sie sich.

Ihren Mann, der aus Kapstadt, Südafrika, stammt, hat Daniela während ihrer Zeit auf den Kreuzfahrtschiffen kennengelernt. Als Sänger arbeitete er für dieselbe Reederei. «Fünf Jahre auf See waren dann genug. Wir suchten nach einer Möglichkeit, unser gemeinsames Leben an Land aufzubauen. Es sollte aber keinesfalls ein 9-bis-18-Uhr-Job bis zum Pensionsantritt in Österreich sein! So stolperte ich über Jobangebote des österreichischen Außenministeriums, die mir sofort zusagten. 

Nach der Heirat, der Geburt unserer zwei Kinder und einigen Jahren beim Außenministerium brauchte ich eine neue Herausforderung. Der diplomatische Dienst gefiel mir, also begann ich meine Karriere hier fortzusetzen und bewarb mich für den gehobenen Auswärtigen Dienst. Meine Bewerbung war erfolgreich und innerhalb von zwei Jahren schloss ich zusätzlich zu meinem regulären Job im Fachdienst alle Ausbildungen und Prüfungen sowie die finale Dienstprüfung erfolgreich ab.» Dies muss ein Meisterwerk der Organisation und Zeiteinteilung gewesen sein, da Danielas Mann gleichzeitig beruflich sehr viel im Ausland unterwegs und sie mit den beiden Kleinkindern oft allein war. Heute sind die Kinder 10 und 13 Jahre alt und besuchen die Deutsche Schule in Santiago. Doch auch in Stresssituationen verliert die Lebenskünstlerin nicht ihre gute Laune, entsprechend ihrem Motto: «Jeder Tag ist ein guter Tag, wenn nicht, mach ihn zu einem!»

Seit 2022 ist Daniela Boltman Konsulin und Erstzugeteilte an der österreichischen Botschaft Santiago. Als stellvertretende Leiterin der Botschaft ist sie vor allem für die konsularischen Belange der Österreicher in Chile, österreichische Touristen im Land und für alle administrativen Angelegenheiten der Botschaft zuständig. «Meine Familie und ich haben uns in Chile wunderbar eingewöhnt, auch wenn der Anfang ohne angemessene Spanischkenntnisse etwas holprig und schwierig war.» Inzwischen spricht sie natürlich etwas Spanisch, daneben Englisch, Italienisch, ein bisschen Portugiesisch und ihre Muttersprache Deutsch. «Sprachen sind mir immer leichtgefallen. So habe ich während meiner Schulzeit schon Englisch und Italienisch gelernt und dann mit diversen Praktika und Auslandsaufenthalten diese Kenntnisse vertieft. Die Sprache zu erlernen ist der einzige Weg, um Land und Leute wirklich gut kennenzulernen.»

Daniela hat ihre gesamte Familie mit ihrer besonderen Leidenschaft zum Ski fahren angesteckt. Da sie nun zum ersten Mal in einem Land sind, wo sie diesen Sport nicht nur während der Urlaubszeit, sondern auch an Wochenenden praktizieren können, findet man sie von Juli bis September oft auf den Skipisten in Valle Nevado. Ansonsten fährt die Familie auch gerne ans Meer oder es wird gewandert. 

«Wir lieben die Natur und die wunderbaren Sportmöglichkeiten hier. Was mich aber stört ist, dass die Chileninnen und Chilenen nicht genügend auf ihr Land und dessen Schönheit achten! Umweltschutz generell kommt noch viel zu kurz. Alle fahren die Kurzstrecken in der Stadt mit riesigen Pickups und SUVs anstatt das Fahrrad zu benutzen. Wir bringen und holen unsere Kinder täglich mit dem Fahrrad von der Schule ab und genauso fahre ich damit zur Arbeit und zu Meetings. Das Auto ist bei uns ausschließlich Langstrecken vorbehalten.»

Gefragt nach ihrem Lieblingsessen, schwärmt sie von dem herrlichen Eierschwammerlgulasch mit Semmelknödeln ihrer Mutter. «Die Eierschwammerl – in Deutschland Pfifferlinge genannt – kommen dafür direkt und selbst gepflückt aus dem Wald in der Region. Diese besonderen Pilze sind nur zu einer bestimmten Zeit in Österreich und einigen anderen Regionen in Mitteleuropa verfügbar und können daher nicht jederzeit zubereitet werden. Dieses Essen ist etwas ganz Besonderes! Wir laden aber auch sehr gerne Freunde zu einem geselligen Braai in unseren Garten ein. Das ist ein traditioneller südafrikanischer Grill, ähnlich wie der Asado in Chile.»

«Jeder Tag ist ein guter Tag, wenn nicht, mach ihn zu einem!»

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