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miércoles, 29. mayo 2024
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Frank Sinatra zum 25. Todestag

Seine Schlager erreichten Millionenauflagen

Frank Sinatra mit seinem Vorbild Bing Crosby im Aufnahmestudio

Seine einzigartige Stimme mit der unverkennbaren samtenen Färbung brachte ihm den Spitznamen «The Voice» ein. Sie verhalf ihm auch zu frühzeitiger Berühmtheit. Dazu kamen seine präzise Phrasierung und eine Atemtechnik, die ständig unter Kontrolle war. Sein Gesang hörte sich unbeschwert an, wie selbstverständlich, als handele es sich um ein Kinderspiel.  

Frank Sinatra war der erste Sänger, der die Möglichkeiten der elektronischen Verstärkung nutzte. Er bediente sich stets eines Mikrophons – was seitdem bei Popsängern eine Selbstverständlichkeit ist. Damit ließ er die Stimme lauter als die Orchesterbegleitung klingen, um das Ohr des Zuhörers besser erreichen zu können und somit dessen Wahrnehmung zu beeinflussen.   

Der Sänger war Sohn italo-amerikanischer Eltern, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Kinder mit ihren Eltern in den USA eingewandert waren. Der Vater kam aus Sizilien, die Mutter aus Norditalien.

Bereits als junger Künstler schlug er eine Richtung ein, die für seine langjährige Sängerlaufbahn charakteristisch sein sollte: Sinatra sang Lieder im Stil von Cole Porter und George Gershwin. Sein großes Vorbild war Bing Crosby, den er in einem Interview als «besten Sänger der Welt» apostrophierte. 

Zu Beginn seiner Karriere engagierte ihn der Posaunist Tommy Dorsey als Gesangssolist seiner Bigband. Diese Zusammenarbeit half ihm, bekannt zu werden und künstlerisch wie geschäftlich eine Menge zu lernen: «Ich erforschte alles über Dynamik, Phrasierung und Stil von der Art, wie er seine Posaune blies», meinte der Sänger später. «Tommy Dorsey war für mich in jeder Beziehung, sowohl was Interpretation als auch den Musikmarkt anbetrifft, ein wahrer Meister.»

Frank Sinatra spielte über 1.300 Lieder ein und nahm an mehr als 50 Filmen teil. Als Schauspieler hatte er keine Ausbildung. Er übte diesen Beruf intuitiv aus und zeigte dabei eine gewisse Ungeduld. So waren ihm zum Beispiel die Proben und die Wiederholungen der Aufnahmen verhasst. Im Endeffekt waren seine Leistungen gefühlsbetont und nicht überragend. Nichtsdestotrotz erhielt er in «Verdammt in alle Ewigkeit» (1953) den Oscar als bester Nebendarsteller. 

Hauptberuflich war er jedoch zeitlebens Sänger. Als solcher entwickelte sich Frank Sinatra zum Weltstar, der insgesamt um die 150 Millionen Alben verkaufte. Seine berühmtesten Schlager «Strangers in the Night», «New York, New York» und «My Way» sind heute noch in aller Ohren der Jazz-, Pop-, Swing- und Easy-Listening-Fans.  

Sein Privatleben war turbulent. Sinatras Beziehungen mit berühmten Frauen waren ebenso vielzählig wie legendär. Er war vier Mal verheiratet. 1939 ehelichte er Nancy Barbato, mit der er drei Kinder hatte. Es folgten die Schauspielerinnen Ava Gardner (1951) und Mia Farrow (1966) und schließich Barbara Marx (1976).

Mit einer gewissen Regelmäßigkeit wird in der internationalen Presse über Sinatras Beziehungen zur Mafia spekuliert. Wahr ist, dass er mit den Bossen Sam Giancana und Lucky Luciano befreundet war. Ob der Sänger aber in zwielichtige Geschäfte mit dieser Organisation verwickelt war, ist nicht erwiesen oder zumindest nicht allgemein bekannt. Tatsache ist allerdings, dass über sein Verhältnis mit der Mafia in einem FBI-Archiv eine 2.403 Seiten starke Akte aufbewahrt wird.

Frank Sinatra verstarb vor 25 Jahren im 82. Lebensjahr, am 14. Mai 1998, an den Folgen eines Herzinfarkts.

Foto: Archiv

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