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miércoles, 21. febrero 2024
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Gemeinschaft – Zukunftsreise grüner Wasserstoff

Stephan Vavrik, österreichischer Botschafter, Ursula Vavrik und Drazen Maloca, Direktor Advantage Austria

Die Reise der Wirtschaftsdelegation aus Österreich zum Thema «grüner Wasserstoff» führte in eine Region, die in der näheren Zukunft eine entscheidende Rolle bei diesem Thema spielen wird: Wasserstoff «Made in Südamerika» soll in geopolitisch unstabilen Zeiten einerseits die Industrien dabei unterstützen, verlässliche Alternativen zu Erdöl und Erdgas zu schaffen und andererseits dazu beitragen, klimaneutral zu werden.  

Die ehrgeizigen Pläne der chilenischen Energiepolitik und insbesondere im Bereich des grünen Wasserstoffs beinhalten drei ambitionierte Ziele: bis 2025 zumindest 5 Gigawatt Elektrolysekapazität in Betrieb zu haben, bis 2030 der günstigste Hersteller von Wasserstoff zu werden und bis 2050 zu den drei weltgrößten Exporteuren für grünen Wasserstoff zu gehören. 

Empfang in der Residenz des österreichischen Botschafters
Fotos: Karla Berndt

Die idealen Voraussetzungen zur Produktion von grünem Wasserstoff in großem Maßstab verdankt Chile dem günstigen Strom aus erneuerbaren Quellen, vor allem aus Wind- und Sonnenenergie. Die rasante Entwicklung bei der Produktion geht seit Jahren Hand in Hand mit der chilenischen Klimapolitik, die zur Energiewende führen soll. Bis 2050 will man klimaneutral werden, und der Ausstieg aus der Kohle wurde auf 2030 vorgezogen. Heute schon stammt ein wichtiger Teil des vor Ort produzierten Stroms aus erneuerbaren Energieträgern, und in Zukunft sollen die produzierten Überschüsse als grüner Wasserstoff oder andere Derivate wie E-Fuels oder grüner Ammoniak exportiert werden.

Neben Gesprächen mit Vertretern des chilenischen Energie- sowie Transport- und Telekommunikationsministerium, Corfo und Investchile, Roundtable-Diskussionen mit Wirtschaftsvertretern sowie dem Austausch zu Finanzierungsmöglichkeiten innovativer grüner Wasserstoffprojekte mit der EU-Delegation in Chile, der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit und der Fundación Chile wurden auch das Innovationszentrum der Universidad Católica und der H2-Truck-Prototyp der Universidad Federico Santa María besucht. 

Höhepunkt der Reise war ein Flug nach Punta Arenas, wo das HIF-Projekt Magallanes besichtigt wurde. Das Unternehmen HIF Global (in Partnerschaft mit Porsche und Siemens) strebt die Kommerzialisierung der Produktion von E-Fuels in der Magallanes-Region an. Die sich noch im Bau befindliche Anlage gilt als die am weitesten fortgeschrittene Produktionsstätte für grüne E-Fuels und ist ein Vorzeigeprojekt, das den Besuchern einen detaillierten Einblick in die zukünftige Produktion von E-Fuels und grünem Wasserstoff geben konnte. Die bereits Ende 2022 in Betrieb genommene Pilotanlage Haru Oni beeindruckt mit dem detaillierten Engineering der weltweit ersten integrierten kommerziellen Anlage im industriellen Maßstab zur Herstellung synthetischer klimaneutraler Kraftstoffe.

Die teilnehmenden Unternehmer der Delegation hatten in der Residenz des österreichischen Botschafters in Las Condes am
22. März Gelegenheit zum Austausch mit ihren chilenischen Partnern (siehe auch Seite 5).

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