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miércoles, 21. febrero 2024
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Portada – Kommerzielle Lieferung aus Chile geplant

Porsche setzt auf E-Fuels

E-Fuel aus Punta Arenas auf dem Weg nach Großbritannien: Die ersten 2.600 Liter werden an die Haltermann Carless Raffinerie geliefert, wo Porsche sie zu Testzwecken erhalten wird  
Foto: HIF Global

Das Unternehmen HIF Global will in den kommenden Monaten mit der kommerziellen Lieferung des in seiner Anlage Haru Oni in Punta Arenas erstellten E-Fuels beginnen. Auch eine Anlage in den USA ist bereits geplant.

«Porsche wird in den kommenden Monaten in seinen Experience Centern und im Porsche Mobil 1 Super Cup E-Fuels einsetzen», erklärt Victor Turpaud, Regionalmanager von HIF Global für Lateinamerika. Der Porsche Mobil 1 Supercup ist eine internationale Markenpokal-Rennserie von Porsche. 

Außerdem plant HIF Global den Baubeginn einer kommerziellen E-Fuels-Anlage in Texas in der ersten Hälfte des Jahres 2024.

Das Unternehmen sieht folgende Vorteile durch E-Fuels: Es wird klimaneutral mithilfe von Ökostrom aus Wasserstoff und aus CO2, der aus der Atmosphäre entnommen wird, hergestellt. Beim Verbrennen des Kraftstoffs wird das CO2 dann wieder freigesetzt. Anders als bei Benzin und Diesel entstehen somit keine zusätzlichen klimaschädlichen Gase und gleichzeitig haben E-Fuels ähnliche Eigenschaften wie diese Kraftstoffe.

E-Fuel kann per Schiff transportiert werden, also auch von Chile nach Europa, und es kann in der bestehenden Infrastruktur verwendet werden, die Motoren der Verbrennerautos müssen nicht ausgetauscht werden. Es kann für Verkehrsfelder verwendet werden, die nicht mit Strom betrieben werden können, wie Schiffe und Flugzeuge.

Bisher ist die Produktion teuer, weil sie sehr energieintensiv ist. Der Energieaufwand ist zurzeit circa fünf- bis sechsmal höher als für direkt mit Strom betriebene Autos laut dem Allgemeine Deutschen Automobil-Club (ADAC). Aram Pedinian, Kaufmännischer Leiter von HIF Global, ist aber überzeugt, dass langfristig E-Fuels mit Benzin oder Diesel konkurrieren können: «Die Effizienz der Herstellung wird künftig dadurch verbessert, dass in größeren Mengen produziert und dadurch Kosten gesenkt sowie technische Fortschritte hinzukommen werden.»

HIF Chile, HIF USA, HIF Asia Pacific und HIF EMEA sind hundertprozentige Tochtergesellschaften von HIF Global. Der deutsche Autohersteller Porsche ist an HIF Global beteiligt. Es ist das weltweit führende E-Fuels-Unternehmen, das Projekte in Chile, den Vereinigten Staaten und Australien betreibt. Bis 2030 beabsichtigt HIF Global 150.000 Barrel E-Fuels pro Tag zu produzieren, dabei 25 Milliarden Tonnen CO2 Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu entziehen und fünf Millionen Fahrzeuge klimaneutral herzustellen..

Quelle: HIF Global

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Portada – EU beschließt Verbrenner-Aus

«Schlupfloch» für E-Fuel

Von Redaktion

Wochenlang blockierte die Bundesregierung strenge Klimaschutzauflagen für Autos. Nun ist das Vorhaben beschlossen. Berlin hat aber eine mögliche Hintertür für E-Fuels durchgesetzt, die bereits in Chile produziert werden.

Brüssel (dpa) – Brüssel atmet auf: Das weitgehende Verbot neuer Autos mit Verbrennermotor kommt. Die EU-Staaten beschlossen nach wochenlanger Blockade Deutschlands am 28. März endgültig, dass ab 2035 keine Neuwagen mehr zugelassen werden dürfen, die Benzin oder Diesel tanken. Berlin setzte aber eine Ausnahme durch. So soll es möglich sein, bestimmte Verbrenner-Autos zu kaufen – vorausgesetzt, sie laufen ausschließlich mit klimaneutralen synthetischen Kraftstoffen, den E-Fuels.

«Diese endgültige Abstimmung ist ein wichtiger Schritt in Richtung emissionsfreie Mobilität in der EU», sagte EU-Kommissionsvizechef Frans Timmermans. Bundesumweltministerin Steffi Lemke begrüßte die Entscheidung. «Die Automobilindustrie bekommt damit die nötige Planungssicherheit.» Sie betonte zudem die Vorteile, die Elektromobilität derzeit im Vergleich zu E-Fuels hat.

FDP für E-Fuels

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) sagte: «Ich freue mich, dass wir eine technologieneutrale Lösung gefunden haben.» Jetzt gehe es darum, die Erklärung zeitnah umzusetzen. Wissing sprach von einem wichtigen Signal an den Markt, entsprechende Produktionskapazitäten aufzubauen. Eine breite Nachfrage nach E-Fuels sei die grundlegende Voraussetzung, dass klimaneutrale Kraftstoffe wettbewerbsfähig werden können. «Welche klimafreundliche Technologie sich in Zukunft durchsetzen wird, entscheidet der Markt.»

Wissing hatte das Vorhaben zuvor blockiert und handelte mit der EU-Kommission jedoch die Zusage für eine Ausnahme für E-Fuels aus.

Auch aus der Autobranche kamen positive Reaktionen: «Unsere Branche begrüßt die Planungssicherheit, die der heutige Meilenstein bringt», teilte der europäische Herstellerverband Acea mit. Ein technologieneutraler Ansatz sei der beste Weg, die Klimaziele zu erreichen. Der Kern sei dabei Elektromobilität.

Eigentlich hatten sich Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments Ende Oktober auf das Vorhaben geeinigt, in der EU ab 2035 nur noch Neuwagen zuzulassen, die im Betrieb keine Emissionen ausstoßen. In einem ungewöhnlichen Vorgehen stellte die Bundesregierung aber Nachforderungen und verzögerte so die Bestätigung des Verhandlungsergebnisses durch die EU-Staaten um mehrere Wochen. Dabei machte sich insbesondere die FDP für E-Fuels stark.

«Welche klimafreundliche Technologie sich in Zukunft durchsetzen wird, entscheidet der Markt.»

Italien für Biokraftstoffe

Nach der Abstimmung beim Ministertreffen ergriffen unter anderem Italien und Polen das Wort. Italien wolle sich dafür einsetzen, dass auch Biokraftstoffe als klimaneutral angesehen würden, sagte ein Vertreter des Landes. Diese werden etwa aus biologischen Rest- und Abfallstoffen hergestellt. Die Vertreterin Polens betonte: «Ich bin der Meinung, dass die Auswirkungen auf unsere Wirtschaft, Gesellschaft und den Verkehr nicht ausreichend analysiert wurden.» Zudem habe man rechtliche Bedenken. Polen stimmte am 28. März gegen das Vorhaben. Italien, Rumänien und Bulgarien enthielten sich.

Hintergrund der Debatte über ein Verbrenner-Aus sind die sogenannten Flottengrenzwerte. Das sind Vorgaben für Hersteller, wie viele Treibhausgase neue Autos im Betrieb ausstoßen dürfen. Eigentlich ist vorgesehen, dass dieser Wert 2035 auf null sinken soll, was de facto das Aus für die meisten neuen Verbrenner bedeutet.

E-Fuel-Ausnahme noch nicht sicher

Es gibt auch noch Restzweifel, ob die Ausnahmen für E-Fuels, wie von EU-Kommission und Deutschland verabredet, umgesetzt werden können. So sollen die E-Fuel-Autos auch durch einen sogenannten delegierten Rechtsakt in das EU-Regelwerk aufgenommen werden. Dieser wird von der EU-Kommission erlassen, aber das EU-Parlament und die EU-Staaten können zwei Monate lang Einwände erheben. 

Ob nach 2035 überhaupt in relevanter Zahl Verbrenner zugelassen werden, ist offen. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer nennt als Argument gegen solche Antriebe die hohen Kosten für die Herstellung der Kraftstoffe, da bei der Herstellung sehr viel Strom verbraucht werde. Es müssten außerdem Lösungen gefunden werden, wie sichergestellt wird, dass Fahrzeuge nur E-Fuels nutzen.

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