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jueves, 1. diciembre 2022
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«Fachkräfte mit Erfahrung»

Von Luisa Krieg

Die beiden Insalco-Auszubildenden Tomás Michel und Charles Walker
Foto: Luisa Krieg

Seit 40 Jahren bietet das Insalco Studenten in Kooperation mit deutschen und chilenischen Firmen verschiedene Berufsausbildungen an. Charles Walker und Tomás Michel erzählen, was sie an dem Modell besonders schätzen.

Am Insalco in Santiago werden mittlerweile drei duale Studiengänge angeboten: Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement, Schifffahrtskaufleute sowie Experten für Spedition und Logistikdienstleistungen. Das Angebot wurde außerdem um einen rein spanischsprachigen Studiengang erweitert. 

Charles Walker ist 43 Jahre alt und absolviert momentan eine Ausbildung zum Schifffahrtskaufmann. Sein Ausbildungsbetrieb ist die Firma Maersk. Der 19-jährige Tomás Michel wird zum Groß- und Außenhandelskaufmann bei der Firma BASF ausgebildet. Beide sind mittlerweile mitten in ihrem zweiten Ausbildungsjahr und arbeiten auf die Abschlussprüfung im Dezember hin. Sie sind mit ihrer Wahl weiterhin sehr zufrieden. 

Deutsch als Herausforderung und Chance

Charles Walker entspricht mit seinen über 40 Jahren, einem bereits absolvierten Wirtschaftsstudium und Berufserfahrung in der Schweiz sicherlich nicht dem durchschnittlichen Insalco-Studenten. Dennoch sieht auch er einen großen Vorteil für sich durch die duale Ausbildung: Vor allem wolle er sein Deutsch weiter verbessern und sich fachlich weiterbilden. «Das war für mich die beste Möglichkeit, die Sprache weiter zu üben und gleichzeitig einen Beruf ausüben zu können», erzählt er. Tomás Michel hat die duale Ausbildung während seiner Zeit an der Deutschen Schule in Chillán kennengelernt.

Was das Erarbeiten der Unterrichtsinhalte angeht, ist dies für die beiden Studenten ebenso gut zu meistern wie die geteilte Woche – der Wechsel zwischen Theorie und Praxis. Als eine Herausforderung, aber natürlich auch als eine Chance, sehen sie den Unterricht in der deutschen Sprache und das Lesen, Erlernen und Wiedergeben der Inhalte auf Deutsch. 

Sprungbrett für den globalen Arbeitsmarkt

Ein großer Vorteil sei, dass die Ausbildung beim Insalco kürzer ist als ein Studium an einer Universität. Man wisse schon bald, was einem liegt, was einem Spaß macht und welche Aufgaben man sich später im Beruf besonders gut vorstellen könnte. «In der Uni kann es passieren, dass du vier Jahre studierst und danach im Praktikum erst merkst, dass es dir nicht so gut gefällt wie erwartet», erklärt Tomás Michel. «Außerdem suchen Unternehmen Fachkräfte mit Erfahrung. Hier haben wir auf jeden Fall einen Vorsprung», ergänzt Charles Walker. 

Der Abschluss auf Deutsch und auf Spanisch stelle für die beiden ebenfalls einen wichtigen Punkt dar. Das Insalco sei ein «Sprungbrett» für den globalen Arbeitsmarkt. «Selbst wenn man sich dazu entscheidet, in Chile zu bleiben, ist es ein gutes Gefühl zu wissen, dass einem die ganze Welt offensteht.»

Wie es für sie nach dem Abschluss genau weitergeht, ist noch offen. Die Aufgaben in den Unternehmen machen ihnen Spaß. Dennoch haben sie auch Lust, die zahlreichen Möglichkeiten, die das Diplom bietet, auszukosten. Tomás Michel überlegt gleich noch ein Studium anzuhängen: «Mit der Ausbildung hat man bei vielen Universitäten Vorteile. Man kann Kurse teilweise anrechnen lassen.» Eine Überlegung wäre es für ihn auch, erst einmal eine Stelle in Deutschland oder einem anderen Land zu suchen und Europa zu erkunden. Charles Walker kann sich vorstellen, erst einmal in seinem Unternehmen zu bleiben. Irgendwann würde er allerdings auch gerne wieder Zeit in Europa verbringen.

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