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miércoles, 22. mayo 2024
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Nachruf auf Verena Vogt Aichel

Verena ist leise von uns gegangen, so bescheiden, wie sie ihr ganzes Leben war. Sie hatte eine feine und ausgeglichene Persönlichkeit mit vielen Facetten und Stärken. Ihr Umgang mit Menschen war freundlich und einfühlsam. 

Sie war eine vorbildliche Mutter von drei Kindern und Großmutter von sechs Enkeln. Osvaldo Goyeneche, ihr Mann, konnte keine bessere Frau finden. Vor kurzem feierten sie Goldene Hochzeit, ein großartiges Fest im engsten Kreis. 

Wir haben zusammen die Schulbank der Deutschen Schule gedrückt und machten 1968 den Abschluss. Die Mitglieder des Klassenverbands IV C waren Freunde fürs Leben. In der Zeit bewunderten wir ihre sportlichen Fähigkeiten und ihr besonderes Talent als Sikfahrerin. Sie hat Chile mehrfach international erfolgreich vertreten, darunter bei den Olympischen Spielen und Weltmeister-

schaften (Portillo 1966). Sie war die erste chilenische Frau, die an Olympischen Winterspielen teilnahm: in Greno-

ble, Frankreich, im Jahr 1968. Eine unglaubliche Perfomance, gar nicht genügend anerkannt. Es hätte vieles zu feiern gegeben, doch sie trat immer bescheiden und einfach auf. Sie konnte unermüdlich kämpfen, und das bewies sie immer wieder, besonders in den letzten Jahren, doch das Leben war unfair mit ihr.

In der Natur, in den Bergen oder am Meer, da war sie zuhause. Farellones war seit ihrer Kindheit ein wichtiger Beziehungsort, der von den Eltern, Helma und Otto, in den 1950er Jahren aufgebaut wurde. Sie gelten als Pioniere des Skisports in Chile. Mit ihren älteren Schwestern, Melanie und Annette, verbrachte sie viel Zeit in den Anden. Und die Welt stand ihr offen. Danach kam Spanien, ihre Heirat, Venezuela und dann die erste Tochter, Vanessa, im Jahre 1977.  Mit Oliver und Axel schließt sich der Familienkreis.

Ihr Garten an der Hualtatas, bunt und vielfältig, war ein kleines Paradies, wo sie sich mit Blumen und Büschen unterhalten konnte. Sie gehörte einfach dazu. Hier fand sich der Rahmen für eine zusammenhaltende Familie. Das war ihr sehr wichtig. Doch da gäbe es noch vieles mehr, unter anderem die «Strick-Clique» mit Handarbeiten für bedürftige Kinder zusammen mit Klassenfreundinnen. Nächstenliebe ohne Grenzen bei ihr zuhause. Musik und Kunst haben ihr Umfeld auch geprägt. Hier hat das Elternhaus einen großen Einfluss gehabt. Verena hat die Familiengeschichte aufgefrischt und vieles mit Interessierten geteilt.

Sie hat das Leben rege genossen. Sie war mit Leib und Seele dabei. Glücklich wir, die sie gekannt haben und ihr Andenken stets bewahren werden. Lebe wohl, Verena! Wir hätten alles getan, um dich zu behalten!

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