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viernes, 9. diciembre 2022
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Deutsches duales Modell erstmals an chilenischer Universität

Christian Preuss von der Universidad del Desarrollo (Dritter von links) mit den Kooperationspartnern der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (von links): Anselmo Quijada Gómez, Laboringenieur Maschinenbau; Kay Wilding, International  Academic Advisor;  Prof. Dr. Kai Holschuh, Professor BWL – International Business, und Prof. Dr. Thomas Klenk, Studiengangsleiter, Professor für Maschinenbau
Foto: UDD

31 alumnos comenzaron este año sus estudios en la Universidad de Desarrollo (UDD) con el programa «Ingeniería con la Empresa».  Este programa teórico-práctico es el resultado de un acuerdo de cooperación celebrado en 2020 entre la UDD y la Universidad Estatal Dual de Baden-Württemberg. El primer año de estudio comenzó en 2021. Es la primera vez que el modelo dual alemán se utiliza en una universidad de Chile y cuenta con el apoyo de 21 empresas chilenas.

Globalisierung und technologischer Fortschritt entwickeln sich rasant. Gerade auf dem Arbeitsmarkt gilt es zunehmend neuen Herausforderungen zu begegnen. Die Frage, wie mit dem zum Teil akuten Fachkräftemangel umzugehen sei, beschäftigt Wirtschaft und Industrie. Ein in Deutschland seit langem erfolgreiches Lehrformat ist das duale Studium, das parallel theoretischen und praktischen Unterricht bietet.  

Die duale Berufsausbildung wird in Chile bereits an zahlreichen technischen Berufsschulen und seit vielen Jahren am kaufmännischen Berufsbildungszentrum Insalco praktiziert. Dabei werden Qualitätselemente des deutschen dualen Systems an die Bedürfnisse und Bedingungen des chilenischen Arbeitsmarktes angepasst und gemeinsam mit nationalen Akteuren umgesetzt. Das Interesse daran nimmt zu, denn einerseits wird damit der Eintritt der Auszubildenden in den Arbeitsmarkt erleichtert und dadurch die Jugendarbeitslosigkeit verringert, andererseits sind ausgebildete Fachkräfte dringend notwendig, um die Herausforderungen der Industrie zu meistern und die Produktivität der Unternehmen zu steigern. 

Dual an der Universidad del Desarrollo 

Nun wurde als Ergebnis eines 2020 zwischen der Universidad del Desarrollo (UDD) und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) unterzeichneten Kooperationsabkommens ein neues Programm entwickelt, was das deutsche duale Modell als Grundlage hat und erstmals in Chile in Universitätsstudiengängen angewendet wird. 

«Die Industrie benötigt heute eigentlich nur 5 bis 6 Prozent Studenten ohne praktische Erfahrung, die zum Beispiel in wissenschaftlichen Bereichen eingesetzt werden. Die groβe Mehrheit sucht jedoch nach Absolventen, die nicht erst noch angelernt werden müssen, sondern sofort Verantwortung übernehmen können. Die Berufswelt entwickelt und verändert sich heute so rasant schnell, dass praktische Erfahrung immer notwendiger wird», erklärt Christian Preuss, Direktor des Programms «Inge-
nieurwesen im Unternehmen». «Das Programm der UDD ‘Ingeniería con la Empresa’ (ICLAE) bietet zukünftigen Wirtschaftsinge-
nieuren die Möglichkeit, ihr viertes und fünftes. Studienjahr im dualen Format zu realisieren. Dabei werden die Studenten von einem Partnerunternehmen eingestellt und verbringen abwechselnd ein Trimester in der Uni und ein Trimester
im Unternehmen. Sie werden in dieser Zeit von einem Tutor im Unternehmen wie auch in der Universität betreut und unterstützt.» 

Dieses für Chiles Universitäten vollkommen neue und einzigartige Programm startete 2021 mit
33 Studenten, die im Februar ihren Abschluss machen werden. Die zweite Generation mit 31 Studenten begann 2022, und derzeit laufen die Bewerbungen für die Studenten, die heute im dritten Jahr Ingeniería Civil Industrial an der UDD studieren, und die
2023 ihr Studium in diesem dualen Format fortführen möchten. Übrigens erhalten sie für die gesamte Laufzeit des Programms von den Ausbildungsunternehmen ein Gehalt. Inzwischen wurde von der UDD auch ein Firmenrat gegründet, der engen Kontakt zu Unternehmen hält und deren Bedürfnisse sondiert, um die akademische und wirtschaftliche Kooperation zu garantieren.

Universidad de Desarrollo
Foto: UDD

Deutsche Erfahrung wird genutzt

Die DHBW ist mit 35.000 Studenten die gröβte Duale Hochschule des Bundeslandes Baden-Württemberg und die erste Deutschlands, die dieses duale System bereits 1974 eingeführt hat. Heute sind bereits mehr als 120.000 Studenten in ganz Deutschland daran beteiligt. «Die Verzahnung der Unternehmen mit der Universität ist grundlegend für eine praxisnahe Ausbildung», betont Prof. Dr. Kai Holschuh, Professor BWL – International Business der DHBW Mannheim, der in diesem Monat gemeinsam mit drei Kollegen der Universität die UDD besuchte, um dem gemeinsamen Programm neue Impulse zu verleihen. «Das Interesse der Firmen an Absolventen, die bereits praxisnah ausgebildet sind, ist riesig. Im Stuttgarter Raum angesiedelte groβe Unternehmen wie Bosch, Mercedes oder SAP beteiligen sich an der universitären Dualausbildung.»

Prof. Dr. Thomas Klenk, Studiengangsleiter und Experte für Maschinenbau, ergänzt: «Merkmale der heutigen Bildung sind Digitalisierung und neue Kommunikationsmittel. Die Nutzung dieser Medien wird im Arbeitsfeld weiter zunehmen und muss auch im Studium verstärkte Beachtung finden. Durch einen engen Dialog zwischen Universität und Unternehmen, durch deren Vernetzung, können die Studieninhalte entsprechend angepasst werden.»

Die Duale Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim
Foto: DHBW Mannheim

21 Unternehmen arbeiten aktuell mit der UDD zusammen und bilden Studenten im Rahmen des ICLAE-Programms praktisch aus, darunter die Clínica Alemana, Aguas Andinas, Arauco, Colbún, EY und Telefónica. Als nächster Schritt sind weitere gemeinsame Projekte zwischen beiden Institutionen geplant, wie zum Beispiel der Austausch deutscher und chilenischer Studenten oder die mögliche Organisation einer Summer School.

«Die UDD hält traditionell engen Kontakt zu Wirtschaft und Industrie. Das neue Ausbildungsprogramm ist ein greifbares Zeichen dafür, dass diese Erfahrungen in die Tat umgesetzt werden. Junge Talente bereits während der Hochschulausbildung zu entdecken und zu fördern ist schlieβlich ein Plus für jedes Unternehmen», resümiert Christian Preuss.

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