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sábado, 25. junio 2022
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Mosaik für Malaysia – Schulen gedenken 500 Jahre Weltumsegelung

Eine Kooperation über Kontinente hinweg: Schüler der Deutschen Schule Osorno (DS Osorno) erstellen Teile eines Mosaikkunstwerks – die am 17. Juni eine Reise nach Malaysia antreten. An dem Projekt wirken auch Schulen in Argentinien und Malaysia mit.

Anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Vollendung der ersten Weltumseglung entsteht ein ganz besonderes internationales Kunstwerk, erschaffen in Zusammenarbeit von Schülern der Deutschen Schule im chilenischen Osorno, Schülern des Colegio Q-Mark im argentinischen Bariloche und Schülern verschiedener malaysischer Schulen. In akribischer Detailarbeit entsteht über Grenzen hinweg auf zwei Kontinenten ein zwanzig Meter breites und drei Meter hohes Mosaik, das bildlich die Geschichte der ersten Weltumseglung verzählen soll. 

Auch wenn Ferdinand Magellan als Anführer dieser abenteuerlichen Reise weltweit bekannt ist, steht in dieser Erzählung ein anderer Mann im Mittelpunkt: Der junge Malaysier Panglima Awang, auch bekannt unter dem Namen Enrique de Malakka, damals Sklave, Diener und Dolmetscher Magellans‘. Initiiert wurde das Projekt von der chilenischen Botschaft in Malaysia. Das gigantische Wandmosaik soll zu Enrique de Malakkas‘ Ehren und Erinnerung erschaffen werden. Außerdem soll das Projekt «die heutigen Generationen für die Verbindung des Geistes und die Suche nach Wissen begeistern», wie ein Brief von Diego Velasco von Pilgrimm, des derzeitigen chilenischen Botschafters in Malaysia und Brunei, besagt.

Im Gespräch mit dem Cóndor beleuchten die beiden begleitenden Lehrerinnen Eva Schmaderer, Deutschlehrerin und Koordinatorin CAS (creativity action  service) der Deutschen Schule Osorno, und Veronica Goncalvez, Kunstlehrerin am Colegio Q-Mark in Bariloche, die Hintergründe des Vorhabens. 

Wie sind die Projektidee und diese außergewöhnliche Projektgruppe entstanden? 

Eva Schmaderer: 

Anlass für unser diesjähriges Projekt ist natürlich das Jubiläum der ersten Weltumseglung. Doch wir sind schon ein eingespieltes Team. Im Jahr 2018 haben wir gemeinsam – in ähnlicher Kon-stellation – bereits ein gleichartiges Projekt zum Erfolg geführt. Damals war Diego Velasco von Pilgrimm noch chilenischer Konsul in Bariloche. Sein Anliegen war auch seinerzeit die bewusste Vertiefung der Beziehungen zwischen chilenischen und argentinischen Schulen durch kreative Zusammenarbeit. Unter dem Namen «Mural Bicentenario del Abrazo de Maipú 1818-2018» kreierten wir damals ein riesiges Wandmosaik, das die dauerhafte Einheit zwischen Chile und Argentinien widerspiegelt.

Mittlerweile ist Diego Velasco 

von Pilgrimm chilenischer Botschafter von Malaysia und Brunei. Der Malaysier Enrique de Malakka – Diener und Dolmetscher von Ferdinand Magellan – ist derjenige, der die Welt damals vollständig umsegelt hat, da Magellan während der Reise ermordet wurde. Auf seinem Weg lag auch Patagonien, wo wir heute – 500 Jahre später – leben und wirken. Zu seinem Gedenken erschaffen wir gemeinsam dieses Werk. 

In der Praxis: Wie entsteht so ein Mosaik?

Verónica Goncalvez:

Die Bildvorlage wird auf kleineren Teilskizzen vorgezeichnet. Darüber werden Netze gelegt, auf die die Mosaikscherben aus Keramik oder Glas mit Kleister aufgeklebt werden, hier in unserem Fall in einer Größe von 48 mal 62 Zentimetern. In diesem Zustand sind die Teile dann  schon transportfähig. Diese sogenannte «indirekte Setzweise» ist die am häufigsten angewendete Technik, um Mosaike anzufertigen. Der Vorteil besteht darin, dass die Anfertigung auf mehrere Personen aufgeteilt werden und die Arbeiten in einer Werkstatt, unabhängig vom Wetter, durchgeführt werden können. 

Wie beteiligen sich die Schüler der DS Osorno?

Eva Schmaderer:

Hier im Kunstraum der DS Osorno arbeiten wir nun drei Tage lang mit meinen Schülern aus der 11. Klasse aus dem Kurs des International Baccalaureate Diploma Programms (IBDP) an rund zehn Teilausschnitten des Gesamtmosaiks. Wir erschaffen den mittleren Teil, der Magellan auf seinem Segelschiff abbildet – über ihm das Sternbild des Kreuzes des Südens schwebend. Das Projekt ist Teil der CAS (creativity, activity, service) Komponente des IBDP, das den Schülern Möglichkeiten zur Selbstbestimmung und Zusammenarbeit mit anderen bieten soll. Die Schüler sollen 

persönlich und zwischenmenschlich wachsen können, indem sie durch gemeinsame Erfahrungen lernen. Initiative und Ausdauer zeigen, Fähigkeiten zur Zusammenarbeit sowie zur Problemlösung und Entscheidungsfindung entwickeln sind Ziele von CAS. 

Wie geht es danach weiter?

Verónica Goncalvez:

Am 17. Juni werde ich die in Chile und Argentinien gefertigten Teilstücke im Koffer nach Malaysia bringen. Denn dort werden in Zusammenarbeit mit malaysischen Schülern die restlichen Teile entstehen. Später werden alle Teilwerke an einer Wand zusammengesetzt und installiert, erst dann mit Spachtelmasse ausgefüllt. Die Installation erfolgt in der Hauptstadt Kuala Lumpur.

Was sagen die Schüler der DS Osorno über das Projekt?

Die Schüler, die am Projekt teilgenommen haben, sind sich einig: Besonders begeistert hat sie das gestalterische und freie Arbeiten im Team, das Erlernen der Mosaiklege- und Schneidetechnik sowie die Kreation eines gemeinsamen Kunstwerkes, das auf der anderen Seite der Erde seinen Schauplatz finden wird. «Es ist unfassbar, dass unsere Arbeit schon bald in Malaysia ausgestellt wird», sagt ein Schüler. Ein anderer kommentiert: «Ich habe gelernt, dass es viele Farben gibt, die wie blau aussehen, aber als lila kategorisiert werden.» Außerdem war es für die Schüler interessant, beim gesamten Entstehungsprozess dabei zu sein und währenddessen auch etwas über die Geschichte von Malaysia zu erfahren. «Es hat mir gefallen, dass das Projekt in internationaler Zusammenarbeit umgesetzt wird», merkt eine   Schülerin an, «und es war ein toller Moment, als unser Werk nach drei Tagen fertig war.» In vielen kleinen Teilen haben die Schüler gemeinsam ein Stück Weltgeschichte festgehalten, das unbedingt in Erinnerung behalten werden soll.

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