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sábado, 25. junio 2022
Inicio Porträt Jaime Pozo - Vorsitzender des Männerchors «Frohsinn»

Jaime Pozo – Vorsitzender des Männerchors «Frohsinn»

«Die Musik hält dich fit»

Desde 1992 canta en el Coro Masculino «Frohsinn». Hace medio año asumió la presidencia del conjunto. Mantener a un conjunto de estas características –el más antiguo del país, pues fue fundado en 1885- no es tarea fácil, ya que escasean los interesados en participar. No obstante, con su contagioso entusiasmo, Jaime Pozo organiza presentaciones regulares y se reúne a ensayar con sus cantantes cada semana en la 15ª Compañía de Bomberos de Santiago, donde comparten no solo su gusto por el arte musical, sino también una grata conversación y una buena cerveza.

Im Oktober des vergangenen Jahres übernahm Jaime Pozo den Vorsitz des Männerchors «Frohsinn». Nachdem sein Vorgänger im Amt Roland Klagges sich zurückgezogen hatte und auf sein Gut in Linares gezogen war, stellte sich Jaime Pozo mit seiner 30-jährigen Erfahrung als Sänger der neuen Herausforderung. Außerdem hatte er den Posten des Vizepräsidenten inne, weshalb seine Ernennung zum Chorleiter sich fast von selbst ergab.

«Mein größter Wunsch ist, den Chor zu beleben, indem wir neue Mitglieder integrieren», meint er, «anschließend, dass wir wieder in der deutsch-chilenischen Gemeinschaft auftreten und mit unseren Partnern der 15. Feuerwehrkompanie gemeinsame Projekte ausarbeiten.» Der «Frohsinn» nutzt seit vielen Jahren die Räumlichkeiten der deutschen Feuerwehr in Santiago, um wöchentlich zu proben.

Ein gemeinsames kulturelles Programm mit der Fünfzehnten ist im Gespräch. Dieses kann in der Wache durchgeführt werden, versichert der Vorsitzende: «Wenn man die Wagen herausfährt, gibt es Platz für 50 Personen. Wir könnten zum Beispiel ein
Streicherensemble einladen und mit ihm zusammen musizieren.» Damit besteht die Möglichkeit, regelmäßig Konzerte zu organisieren, in denen Chöre oder auch Gitarristen auftreten können, aber auch Kammermusik dargeboten werden kann.  

Pozos Hauptanliegen ist im Moment, den Chor zu vergrößern. Er denkt dabei vorwiegend an junge Stimmen, mit denen er das Ensemble erweitern möchte. Begeistert erzählt er von der guten Atmosphäre, die während der Zusammenkünfte herrscht. «Wo man singt, da lass‘ dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder», zitiert er und fügt hinzu: «Hier kann man frei über alles sprechen, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen».

Zweitens betont er, dass «die Musik einen fit hält. Man vergisst seine Probleme, weil man sich konzentrieren muss, wenn man singt. Drittens lüftest du deine Lungen, förderst deinen Blutkreislauf und bekommst so eine gute Stimmung». Demnächst soll wieder das Abendessen nach der wöchentlichen Probe mit dem anschließenden Cacho-Spiel eingeführt werden, was aufgrund der Pandemie unterbrochen worden war. Damit sollen diese Abende in gemütlicher Stimmung ausklingen. Übrigens sind bei diesen Zusammenkünften nicht nur Sänger willkommen: «Jeder, der die Pflege vom deutschen Kulturgut schätzt, ist bei uns gern gesehen», unterstreicht Pozo und erzählt von einigen Nichtsängern, die seit Jahren an den geselligen Abenden teilnehmen. 

Der Chor «Frohsinn» pflegt vorwiegend das deutsche Volksliedgut, dazu kommen Komponisten wie Schubert, Mendelssohn oder Silcher sowie die beliebten alten chilenischen Folklore-Lieder. 

Jaime Pozo wurde in Valparaíso geboren. Sein Elternhaus stand in Quilpué: «Da gab es eine sehr gute Deutsche Schule, die zwei Straßen von unserem Zuhause entfernt war. Das war natürlich bequem für meine Eltern.» So besuchte er ab dem Kindergarten diese Schule, obwohl er nicht deutschstämmig ist.

Er war ein guter Schüler, der sich nicht nur in den Hauptfächern hervortat, sondern auch in Sport und Musik einiges leistete. So nahm er an einem Blockflötenquartett teil, das sogar im Regionalsender UCV Televisión auftrat.

«Die Berufsentscheidung war schwierig», erinnert er sich, «die Eltern, wollten, dass ich Mediziner würde, aber ich neigte mehr zur Mathematik.» Schließlich entschied er sich für Wirtschaftsingenieurwesen. Seine erste Tätigkeit, nachdem er sein Diplom gemacht hatte, waren verschiedene Assistenzen im Bereich der Volkswirtschaftslehre. Sein Professor hatte das Amt des Direktors von Odeplan (Oficina de Planificación) inne, was zur Folge hatte, dass der herausragende Student Pozo als Mitarbeiter eingestellt wurde. Odeplan vermittelte damals Stipendien zur Weiterbildung an seine erfolgreichen jungen Angestellten, von denen er eines erhielt und an der Ludwig-Maximilians-Universität in München promovieren konnte.

Nach dreieinhalb Jahren kehrte er zurück und war zunächst am Komitee für Auslandsinvestitionen des Finanzministeriums tätig. Hier lernte er Horst Paulmann kennen, der ihn aufforderte, ihm gelegentlich einen Besuch abzustatten. Nachdem eine Zeit vergangen war, trafen sie sich zufällig wieder. Paulmann stellte fest: «Du hast mich immer noch nicht besucht!» Sie vereinbarten ein Treffen, das Pozos Einstellung als Geschäftsleiter des internationalen Bereiches seiner Firma zur Folge hatte. Er reiste nach Nordamerika und Europa, um für Cencosud Geschäftspartner zu suchen. So kam JC Penny nach Chile.

Jaime Pozo war parallel zu seinen Tätigkeiten in Odeplan und dem Privatbereich, Professor an der Universidad de Chile. Heute tritt er etwas leiser, was ihm erlaubt, seinem Steckenpferd, dem Männerchor «Frohsinn», mehr Zeit spenden zu können. Die Begeisterung, die er dabei an den Tag legt und die Projekte, die er ausarbeitet, dürften in naher Zukunft eine Renaissance des Ensembles bewirken. Man darf gespannt sein!

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