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domingo, 7. agosto 2022
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Das Buch der Familie Tinkhauser

«Hannah lebt ihr Leben – Phantasie in der Pandemie»

Ein Buch während der Pandemie schreiben? Eine gute Idee – besonders wenn die Geschichte so unterhaltsam ist, dass man daneben selbst die schwierigen Umstände vergisst, in denen man sich befindet: Quarantäne, Onlineunterricht und was sonst noch so alles zu einer Pandemie gehört. «Hannah lebt ihr Leben – Phantasie in der Pandemie», so heißt das illustrierte deutschsprachige Kinderbuch, das im Hause der Familie Tinkhauser entstanden ist. Are Tinkhauser und seine Mutter Rhea erzählen im Gespräch mit dem Cóndor, wie es dazu kam.

Are, erzähle uns bitte kurz etwas über dich!

Are: Hallo, ich bin Are. Ich bin elf Jahre alt und lebe seit drei Jahren in Chile. Ich gehe in die Deutsche Schule Santiago. Da arbeitet auch mein Vater.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Buch zu schreiben?

Are: Wir waren im Urlaub und meine Mutter hatte einen Artikel darüber gelesen, wie man ein Buch selbst erstellt. Da dachten wir, das machen wir auch. Zuerst haben wir uns eine Struktur überlegt und die einzelnen Kapitel geplant.

Rhea: Stimmt, so war es. Zuerst hatten wir acht Kapitel geplant. Jetzt sind es zehn geworden. Wir waren im Urlaub und hatten ganz viel Zeit. Nach zwei Wochen waren schon sechs Kapitel fast fertig geschrieben.

Are: Ja, und später haben wir noch mehr Details hinzugefügt.

Wer hat den Text geschrieben? Du, deine Mutter oder ihr beide?

Are: Hm, ich habe eigentlich immer erzählt und meine Mutter hat geschrieben.

Rhea: Und abends haben wir es den Zwillingen vorgelesen, Ares Geschwistern. Da kamen noch einige Verbesserungsvorschläge. Dann hat es Papa gelesen, danach Oma. Wir haben einzelne Teile zwischendurch ausgedruckt und anderen Kindern zum Lesen gegeben. Wir wollten ja wissen, wie die Geschichte ankommt. 

Wer ist denn die Hauptfigur in eurem Buch? Und worum geht es in eurer Geschichte?

Are: Die Hauptfigur ist Hannah. Sie erzählt die Geschichte. Weitere Personen sind Maxe – das ist Hannahs großer Bruder – und ihre Eltern. Ach ja, und dann ist da noch der Nachbar, Herr Alberto. Zuerst ist alles ganz normal. Es sind Ferien. Doch plötzlich beginnt die Pandemie und Hannah und Maxe sind in Quarantäne. Das bedeutet: Ab jetzt zu Hause bleiben und nicht zurück in die Schule. Also denken sie sich verrückte Sachen aus. Sie verwandeln das Haus in eine Steinzeithöhle oder in ein Raumschiff oder in einen Freizeitpark. Sie haben viel Spaß und plötzlich ist es fast nie mehr langweilig. Ihre Eltern machen auch mit. Hannahs Vater ist Paläontologe und ihre Mutter ist Bäckerin.

Rhea: Wir haben jetzt 98 Seiten mit je rund 125 Wörtern pro Seite. Unsere zehn Kapitel haben also jeweils ungefähr zehn Seiten. Die Kapitel sind wunderbar einzeln zu lesen, denn jedes Kapitel ist ein eigenes Abenteuer. Auf jeder vierten Seite ist eine Schwarz-Weiß-Zeichnung.

Das Buch enthält also auch Illustrationen. Habt ihr die Zeichnungen selbst angefertigt?

Rhea: Wir haben es probiert. Aber wir mussten uns eingestehen, dass wir nicht gut genug zeichnen können. Eine ehemalige Kollegin meines Mannes hat nun diese Aufgabe übernommen. Sie heißt Polina Nishnikow und ist Kunstlehrerin. Das Tolle ist, dass sie auch Deutsch spricht. So können wir uns problemlos absprechen.

Are: Ja, denn die Zeichnungen wurden schon ganz oft wieder verändert. Man muss sich ganz schön genau abstimmen, damit am Ende jedes Detail zur Geschichte passt. Zum Beispiel: Im Text steht, dass Hannah lange Haare hat. Auf dem Bild hatte sie zuerst nur Haare bis zu den Schultern.

Wird es eine Fortsetzung eurer Geschichte geben?

Are: Nee, ich glaube nicht. Das hat zwar viel Spaß gemacht und war echt lustig, aber auch anstrengend. Es ist viel Arbeit, so ein Buch zu schreiben.

Rhea: Erstmal müssen wir dieses Werk zu Ende bringen. Die letzten Zeichnungen werden gerade noch angefertigt. Alles ist rein digital entstanden, ganz ohne Papier. Das Buch wird in Deutschland vom Engelfuss Verlag sowohl als E-Book als auch als Printversion veröffentlicht. Die Einnahmen aus dem Verkauf wollen wir dazu nutzen, in der Schule eine Bücherbox mit ganz vielen neuen Büchern zu gestalten. Es wird auch eine spanische Version des Buches geben. Wir hoffen, die Bücher sind bis August dieses Jahres gedruckt.

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