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martes, 27. septiembre 2022
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Kate Sheppard – die Neuseeländerin, die das Frauenwahlrecht durchsetzte

Catherine «Kate» Wilson Sheppard – su imagen adorna el billete de diez dólares de Nueva Zelanda. Pero, ¿quién era esta heroína nacional neozelandesa y por qué se hizo famosa?

Catherine «Kate» Wilson Sheppard – der Name sagt hierzulande kaum jemandem etwas, dennoch ziert ihr Konterfei die Zehn-Dollar-Note Neuseelands. Doch wer war eigentlich diese neuseeländische Nationalheldin und wofür wurde sie berühmt?

Kate Sheppard wurde vor 175 Jahren, am 10. März 1847 in Liverpool geboren und emigrierte nach dem Tod des Vaters als 15-Jährige mit ihrer Familie nach Neuseeland, damals eine neue, aufregende Welt voller Möglichkeiten. Sie heiratete den Geschäftsmann Walter Sheppard und zunächst schien sie sich auch in die Rolle des Hausmütterchens zu fügen. Sie bekam einen Sohn und trat einer christlichen Bibelgruppe bei, doch schon bald begann sich die intelligente und gebildete Kate Sheppard auch politisch zu engagieren.

Zunächst galt ihr Interesse der damals gerade aufstrebenden Temperenz-Bewegung. Diese bestand aus einer Gruppe von Frauen, die sich gegen den Missbrauch von Alkohol einsetzten und ein generelles Alkoholverbot forderten. Für die damalige Zeit war es ungewöhnlich, dass sich Frauen in politische Diskussionen einmischten, doch Kate Sheppard sah das anders. Für sie war es eine Notwendigkeit, dass Frauen sich einen Platz in der von Männern beherrschten Politik erarbeiteten. Aus diesem Grund setzte sich die engagierte Kate mit ihren Mitstreiterinnen für das Frauenwahlrecht ein. Zeitgleich zur Suffragettenbewegung in den USA entstand unter ihrer Führung erstmals eine Emanzipationsbewegung in Neuseeland, die sehr rasch Erfolge zu verzeichnen hatte.

Wochenlang hatte Kate im Jahr 1893 mit Pamphleten und in Reden Stimmung für das Frauenwahlrecht gemacht, Petitionspapiere im Land verschickt und mit ihren Mitstreiterinnen auf diesem Weg 25.519 Unterschriften gesammelt. In ihrem Haus in Christchurch klebte sie 500 Bögen Papier aneinander, wickelte diese um einen Besenstiel und übergab die 270-Meter-Rolle dem Abgeordnetenhaus. Die Aktion war erfolgreich: Am 19. September 1893 unterzeichnete Gouverneur Lord Glasgow das Gesetz, das Neuseeland zum ersten autonomen Land der Welt machte, in dem Frauen wählen durften. 

Aus Kate Sheppard war in diesen Jahren eine Berühmtheit geworden. Einladungen zu Kongressen und Konferenzen folgten, die sie gerne wahr nahm. Sie stürzte sich erneut in die Arbeit, diesmal ging es um ein Frauenparlament (das sogenannte National Council of Women) und die Gründung einer nur von Frauen geführten Zeitschrift. Ihr Ziel war die vollständige Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Natürlich war der Widerstand enorm, denn in der damaligen Zeit hatten Frauen am Herd zu stehen, die Kinder zu füttern und ihren Männern die Socken zu stopfen. Eine Frau wie Kate Sheppard, die durch das ganze Land reiste, um Reden für Gleichberechtigung zu halten, passte da nicht ins Bild.

Doch Kate und ihre Unterstützerinnen gaben nicht auf und kämpften landauf und landab selbst für so umstrittene Themen wie Verhütungsmittel und Geburtenkontrolle. Als Herausgeberin und Chefredakteurin der Zeitschrift «The White Ribbon» machte Kate Sheppard mit ihren Artikeln von sich reden. So machte sie nicht nur ihrem Unmut über die eingerostete politische Klasse Luft, sondern setzte sich auch dafür ein, dass Frauen das Korsett ablegen sollten, da es ihnen die Luft zum Atmen nehme. Dass all ihre Bemühungen am Ende Früchte trugen, konnte Kate Sheppard noch selbst miterleben: Am 13. Juli 1933 zog mit Elisabeth McCombs die erste Frau ins neuseeländische Parlament ein. Genau ein Jahr später starb Kate Sheppard.

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