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jueves, 1. diciembre 2022
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Schüleraustausch in Deutschland – DCB macht es wieder möglich

122 chilenische Schülerinnen und Schüler sind Anfang Januar in Frankfurt gelandet. Der DCB konnte trotz Pandemie dieses Jahr nach einer Pause 2020/2021 wieder den Schüleraustausch organisieren.

Die drei Gruppen der Jugendlichen sind 

Anfang Januar von Santiago abgeflogen und bleiben bis Ende Februar in Deutschland. Nach ihrer Ankunft in Frankfurt standen eine Woche Besichtigungen auf dem Programm. Sechs Betreuer begleiten die Jugendlichen: Paula Laupheimer und Heidi Rathke vom Deutsch-Chilenischen Bund sowie vier Lehrer der Thomas-Morus-Schule und den Deutschen Schulen in Valdivia und La Unión.

Nach der Ankunft der Schülerinnen und Schüler war zunächst der Besuch verschiedener deutscher Städte geplant. Für die von Schwaben International betreute Gruppe stand Stuttgart und Karlsruhe auf dem Programm. Die übrigen Jugendlichen lernten Wertheim, Rothenburg ob der Tauber und Würzburg kennen. Währenddessen waren sie in einem Ferienheim untergebracht. «Wir haben uns jeden Tag testen lassen – und zum Glück hat sich keiner mit Corona angesteckt», meint Paula erleichtert. Fast alle Reiseteilnehmer sind schon drei Mal geimpft.

Die Schüler bekamen bis Mitte Dezember 2021 ihre Gastfamilien zugeteilt. Seit Mitte Januar sind alle schon bei den Familien eingetroffen. «Auch das hat bisher alles gut geklappt», wie Paula Laupheimer bestätigen kann. Es gibt auch viele deutsche Jugendliche, die in ihren Sommerferien im Juli und August nach Chile kommen wollen. Etwa 80 Prozent der deutschen Austauschgeschwister sind an einem Gegenbesuch interessiert. 

Paula Laupheimer hat festgestellt: «Es gab bei den Jugendlichen ein großes Interesse nach der langen Zeit der Pandemie, endlich wieder einen Austausch mitzumachen. Schon seit Juni 2020 begannen sich einige chilenische Schüler bei uns für den Schüleraustausch anzumelden, andere haben den Entschluss erst ab Juni 2021 getroffen.» Aber auch aus den Schulen in Deutschland haben die DCB-Organisatoren von Anfang an positive Rückmeldungen erhalten, «obwohl Baden-Württemberg jeglichen internationalen Schüleraustausch für das Schuljahr 2021/2022 untersagt hat». Gemeinsam mit Sabine Heijboer hatte sie im August, nach dem Ende der Sommerferien begonnen, Schulen in Deutschland zu kontaktieren.

Von unerwarteter Seite erhielt der DCB dieses Jahr Unterstützung: Ende August 2021 wurde der Schüleraustausch vom DCB auf dem «Bildungsportal Niedersachsen» veröffentlicht. Auf dieser Internetseite des niedersächsischen Kulturministeriums steht auch ein Austauschprogramm von Frankreich. Nachdem die DCB-Mitarbeiter das niedersächsische Kultusministerium angeschrieben hatten, stand nach einer Überprüfung durch das «Referat für europäische und internationale Angelegenheiten des Geschäftsbereichs, Schulpflicht und Rechtsangelegenheiten» der Veröffentlichung nichts mehr im Weg.

«Außerdem hat uns die Organisation «Schwaben International» bei der Suche nach deutschen Gastfamilien unterstützt», berichtet Paula. Da sich dieser seit 60 Jahren bestehende gemeinnützige Verein zur aktiven Völkerverständigung auf Baden-Württemberg und Bayern konzentriert, haben die DCB-Mitarbeiterinnen in der Mitte, im Osten und im Norden Deutschlands Schulen und Familien gesucht. «Tatsächlich sind nun die meisten Jugendlichen in diesen Regionen ganz verstreut verteilt. Einige sind bei Familien in Dörfern bei Hamburg, Dresden, aber auch in und um Köln untergebracht.»

Woher das große Interesse trotz Pandemie kommt? Marlen Thiermann, Geschäftsführerin des DCB, kann sich vorstellen, dass es die neu errungene Freiheit nach den strengen Pandemiebedingungen ist. Wahrscheinlich habe auch das landschaftlich vielseitige Chile beziehungsweise Deutschland bei vielen Interesse geweckt hat und vor allen Dingen, wie Marlen Thiermann meint: «Sehr wahrscheinlich ist es auch die Leidenschaft der Jugendlichen, neue Horizonte kennen zu lernen.»

«Auf sich achten und andere respektieren»

Brigitte Reinecke ist bereits das vierte Mal als Betreuerin eines Schüleraustauschs dabei. Sie erzählte dem Cóndor über ihre Motivation, auch dieses Mal teilzunehmen und ihre bisherigen Erfahrungen.

Wann warst du das erste Mal in Deutschland?

Ich habe das Glück gehabt, das erste Mal auch als Austauschschülerin dabei gewesen zu sein. Für mich war es eine sehr erfolgreiche Erfahrung. 

Danach habe ich noch die Gelegenheit gehabt, ein Praktikum während des Studiums zur Grundschullehrerin des LBI zu machen, habe ein ganzes Jahr in München gearbeitet und war gleichzeitig als Betreuerin für den Schüleraustausch tätig.

Warum warst du bereit, dich als Betreuerin einzusetzen – trotz der schwierigen Situation in der Pandemie?

Ich habe das Angebot angenommen, weil ich sehr gerne mit Jugendlichen arbeite. Als Lehrer (Grundschul- und Sportlehrerin) ist immer die Motivation da, zu helfen, zu unterrichten und beizustehen. Und in dieser schwierigen Situation der Pandemie ist es für alle, die hier mitmachen, eine große Herausforderung, ein solches Projekt zu einem guten Ende zu führen. Das erfordert im Voraus eine gute Vorbereitung – besonders wegen der Pandemie.

Wie beurteilst du die bisherigen Erfahrungen?

Bisher ist alles sehr gut gelaufen. Wenn Schüler eine Frage haben, oder Hilfe brauchen, wissen sie, dass sie sich jederzeit bei mir melden können. Wenn sich niemand meldet, heißt es, dass alles gut läuft. 

Sind die Schüler diszipliniert in dieser besonderen Coronalage?

Es ist für die Jugendlichen nicht leicht, aber sie verstehen, dass sie auf sich achten müssen und andere Menschen respektieren. Es gibt überall Normen und Regelungen, die sie einhalten müssen. 

Hast du von Jugendlichen Rückmeldungen bekommen, wie es ihnen gefällt? Ist alles bisher glatt gelaufen?

Von den Schülern habe ich einige Rückmeldungen und auch von den Gastfamilien, dass alle sehr zufrieden sind. Nach fast drei Wochen in Deutschland, ist bis jetzt alles sehr gut gegangen. Ich hoffe, dass es so bleibt. Die Schüler und Gastfamilien sollen möglichst viele schöne und ereignisreiche Erlebnisse haben. Diese tolle Zeit soll für immer in bester Erinnerung bleiben!

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