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sábado, 24. septiembre 2022
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14 Frauen in neuer Regierung

Gabriel Boric se centra en la diversidad en su gabinete presentado el 21 de enero. Con 14 ministras frente a diez ministros, es el primer gobierno chileno que tiene más mujeres que hombres en la cúpula de los ministerios.

Gabriel Boric stellte am 21. Januar – knapp zwei Monate vor Regierungsantritt – sein Kabinett vor.

(sik) Der designierte Präsident Gabriel Boric wird am 11. März kurz vor seinem 36. Geburtstag die neue Regierung übernehmen. Bei der Vorstellung der künftigen Ministerinnen und Minister am 21. Januar vor dem Naturhistorischen Museum in Santiago betonte der linksgerichtete künftige Staatschef: «In diesem Kabinett sind Menschen unterschiedlicher Herkunft und Generationen vertreten, so unterschiedlich wie unser Land, denn wir sind überzeugt, dass der Reichtum Chiles gerade in der Vielfalt seiner Menschen liegt.»

Öffnung in Richtung politischer Mitte

Das Durchschnittsalter der 24 Mitglieder des Kabinetts beträgt 49 Jahre. Boric nominierte acht Unabhängige, drei Kommunisten und vier Sozialisten ins neue Kabinett. Die jüngste ist mit 32 Jahren Antonia Orellana, die das Frauenministerium leiten wird, und der älteste der 75-jährige Carlos Montes, der künftige Wohnungsbauminister.

Izkia Siches erhält den wichtigen Posten der Innenministerin und Stabschefin. Sie hat an der Universidad de Chile Chirurgie studiert und wurde 2017 als erste Frau Präsidentin der Ärztekammer. In diesem Amt stand sie während der Pandemie oftmals mit ihrer Meinung im Rampenlicht und war von Boric zu seiner Wahlkampfleiterin für die Stichwahl ernannt worden. Die 35-Jährige wird als erste Frau überhaupt das chilenische Innenministerium leiten. 

Begrüßt wurde die Öffnung der Regierung in Richtung politischer Mitte. Sechs Ministerien werden von ehemaligen Mitgliedern der vergangenen Mitte-Links-Koalition Concertación übernommen. Diese regierte durchgehend von 1990 bis 2010 und wurde von der extremen Linken für die Fortsetzung einer «neoliberalen Politik» verantwortlich gemacht. Insbesondere die Ernennung von Mario Marcel, ein Unabhängiger, der den Sozialisten nahesteht, gilt als Geste der Mäßigung von Boric in der künftigen Wirtschafts- und Finanzpolitik. Er ist bereits von seinem Amt als Präsident der Zentralbank zurückgetreten, um das Finanzministerium zu übernehmen. Marcel ist ein Vertreter der Sozialen Marktwirtschaft und hat die «Retiros» kritisiert. Dagegen gilt der künftige Wirtschaftsminister Nicolás Grau als ausgewiesener Kritiker des «Neoliberalismus». Ihn verbindet mit dem Linken Boric sein langjähriges Engagement in der Studentenbewegung.

Weggefährten der Studentenbewegung

Dem Kabinett mit 24 Ministern werden auch Giorgio Jackson und Camila Vallejo angehören, die ebenfalls 2011 zusammen mit Gabriel Boric die Studenten-Proteste angeführt hatten. Zum Präsidialamtsminister ernannte Boric seinen engen Vertrauten Jackson, der die deutsche Sankt Thomas Morus Schule besucht hat. Die Kommunistin Vallejo wird die neue Regierungssprecherin.

Maya Fernández Allende, die Enkelin von Salvador Allende, wird das Amt der Verteidigungsministerin übernehmen. Sie ist eine der vier Mitglieder der sozialistischen Partei in Schlüsselpositionen.

Im Interview mit BBC Mundo kurz vor der Bekanntgabe des Kabinetts betonte Boric, dass er bewusst Marco Ávila, der eine öffentliche Schule in San Miguel besuchte, als Bildungsminister ausgewählt habe: «Wir brauchen eine Umwälzung in den Klassenzimmern, wo die Ungleichheiten und Herausforderungen der Bildungserfahrung am deutlichsten zum Ausdruck kommen. Es gibt keine Reform ohne das Klassenzimmer, ohne die Kinder, keine Reform ohne die Lehrer.»

Proteste beruhigt

Der neue Verkehrsminister, Juan Muñoz, ehemaliger Direktor des Forschungszentrum für Nachhaltige Urbane Entwicklung (CEDEUS), ist bekannt dafür, den  öffentlichen Nahverkehr und das Fahrrad zu nutzen. Das Arbeitsministerium wird künftig von der Kommunistin und Gewerkschafterin Jeannette Jara geleitet und das Wissenschaftsministerium, im Jahr 2018 gegründet, wird vom ehemaligen Vizedirektor für Forschung der Universidad de Chile und Kommunisten Flavio Salazar übernommen.

Zur Außenministerin ernannte Boric Antonia Urrejola, ehemalige Präsidentin der Comisión Interamericana de Derechos Humanos und wie Marcel der sozialistischen Partei nahestehend.

Der Peso hatte nach der Bekanntgabe der Regierungsmitglieder leicht dazugewonnen, was wahrscheinlich auf die Ernennung von Mario Marcel als Finanzminister zurückzuführen ist. Die Versprechungen Boric vor der Wahl stehen im Einklang mit der Verteilung der Ministerämter und diese scheint für eine Beruhigung der sozialen Proteste bisher gesorgt zu haben.

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