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viernes, 20. mayo 2022
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Harald Kopf – Schifffahrtskaufmann und Logistikexperte

«Herausforderungen gemeinsam meistern»

Harald Kopf ist seit 2017 Geschäftsführer von Leschaco Chile. Den Beruf Schifffahrtskaufmann erlernte er im Rahmen der dualen Ausbildung beim heutigen Insalco. Er ist seit mehr als 27 Jahren im Logistikbereich tätig, davon 24 Jahre bei der Firma Ultramar.

«Leschaco Chile bietet Logistiklösungen für den Import und Export mit Tür-zu-Tür-Transporten auf dem Luft-, See- oder Landweg und individuelle Leistungspakete an, die den unterschiedlichen Kundenanforderungen Rechnung tragen», erklärt Harald Kopf, seit 2017 Geschäftsfüher des Unternehmens, das zur bereits 1879 gegründeten Lexzau, Scharbau GmbH & Co. KG gehört und seinen Hauptsitz in Bremen hat. «Es waren schwierige Jahre mit starkem Wettbewerb und sehr volatilen Märkten, aber ich glaube, dass wir mit unseren großartigen Mitarbeitern all diese Herausforderungen gemeinsam gut meistern konnten.» Dazu haben sicher auch die fundierte Berufsausbildung und langjährige Erfahrung von Harald Kopf beigetragen, der sich seit mehr als 27 Jahren mit Logistiklösungen im See- und Luftverkehr beschäftigt. «Ich habe mich immer auf das nachhaltige und langfristige Wachstum der verschiedenen Geschäftsbereiche konzentriert, für die ich verantwortlich war», betont er.

Er ist im Jahr 1974 in Bregenz in Österreich geboren. Zwei Jahre später wanderte die Familie nach Chile aus, da Haralds Vater, Textilingenieur von Beruf, hier ein gutes Arbeitsangebot bekommen hatte. Bis heute ist er im Land geblieben, während die Mutter, die im Kundendienst tätig war, wieder in Deutschland lebt. 

Bis zur vierten Klasse besuchte Harald in Santiago die Schweizer Schule und wechselte dann zur Deutschen Schule. Noch heute hat er Kontakt zu einigen Klassenkameraden und Freunden aus dieser Zeit und ist sich über die Werte im Klaren, die während seiner Schulzeit immer präsent waren, wie zum Beispiel Hilfsbereitschaft und die Unterstützung anderer sowie die Arbeit in der Gruppe. «Es ist sehr wertvoll, in zwei Kulturen ausgebildet zu werden, denn am Ende lernt man viel und wendet das Beste aus jeder von ihnen im Leben an.»

Er entschied sich, wie sein älterer Bruder, für eine Lehre am Wirtschaftsgymnasium (heute Insalco). Im Rahmen der hier angebotenen dualen Ausbildung hatten die Schüler mehrere zusätzliche Fächer und arbeiteten in den Ferien einen Monat lang als Praktikanten. Sein Berufspraktikum absolvierte er bei Ultramar. «Hier wechselte man alle zwei oder drei Monate zwischen verschiedenen Abteilungen, um den Betrieb in allen Bereichen kennenzulernen. Ich erinnere mich, dass ich im ersten Jahr fast nie im Hauptquartier war, das sich damals in der Straβe Moneda befand – ich war in Valparaíso, am Flughafen, in San Bernardo und schließlich, während der Sommerferien, in San Antonio. Vor mehr als einem Vierteljahrundert habe ich meinen Abschluss als Schifffahrtskaufmann gemacht, und ich kann die duale Ausbildung am Insalco wirklich empfehlen. Zwar haben sich die Zeiten geändert, denn früher gab es viel mehr manuelle Arbeit und heute ist fast alles digital, aber man lernt in der Praxis von Grund auf!»

Harald Kopf blieb seiner Ausbildungsfirma treu. Für Ultramar arbeitete er 24 Jahre lang an verschiedenen Standorten in Chile, wie Talcahuano und Punta Arenas, absolvierte mehrere Fortbildungen, unter anderem einen MBA an der Business School IEDE, und war vier Jahre in Brasilien tätig, wo er in Santos das Büro Rochamar Agencia Marítima S.A. (Grupo Ultramar Chile) eröffnete. So spricht er neben Spanisch, Deutsch und Englisch auch Portugiesisch.

«Es war nicht einfach, sich immer wieder auf eine neue Sprache einzustellen. Man denkt immer, dass sich Spanisch und Portugiesisch sehr ähnlich sind, und das stimmt auch. Das Problem liegt aber in den sogenannten „falschen Freunden“ der Sprache, bei denen ein Wort, das sehr ähnlich geschrieben oder ausgesprochen wird, eine ganz andere Bedeutung hat und in manchen Fällen sogar ein Schimpfwort sein kann…» Solche Erinnerungen lösen bei Treffen mit Freunden und in der Familie immer wieder Lachen aus. 

Seit 19 Jahren ist Harald verheiratet und hat eine 17-jährige Tochter, die erste in Chile geborene Generation der Familie. Seine Frau Daniella Trucco hat Tourismus und Betriebswirtschaft studiert und liebt das Kunsthandwerk – sogar Gravuren entstehen unter ihren geschickten Händen. Er verbringt seine Freizeit am liebsten mit der Arbeit an kleinen Projekten auf dem Grundstück in der Nähe von Leyda. Dies sei sein Erdungskabel, meint er: «Nach stressigen Arbeitstagen finde ich hier geistige Ruhe und körperliche Entspannung.»

Harald Kopf ist der Meinung, dass die Logistik eine ständige Spezialisierung erfordert, da immer neue Anforderungen gestellt werden, sowohl bezüglich der Wünsche der Kunden als auch aufgrund von Änderungen der internationalen und nationalen Vorschriften. Dabei legt er Wert auf ethische Werte, die ihm seit seiner Kindheit vermittelt wurden. Sein Lebensmotto «Für jedes Problem gibt es eine Lösung, aber man sollte diese immer gemeinsam mit anderen suchen» stellt einmal mehr den Wert der Teamarbeit in den Mittelpunkt.

Foto: Privat

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