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domingo, 3. julio 2022
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Ein Lob dem Wald

Burkhard Müller-Using reside en Chile desde hace varios años. Ejerce como docente en la Universidad Austral de Chile y la Universidad de Concepción. Con el tiempo su aprecio por el bosque del sur de Chile ha ido a tal punto en aumento, que plasmó su admiración por él en el libro «Joyas silvestres», en donde publica 20 poemas descriptivos de la rica variedad de especies y sus habitantes.

«Am sechsten Schöpfungstag der Genesis, im Farblabor / ein paar Kanister noch mit Farbenresten blieben / die von der Malerei Gottvaters aus der Zeit davor / noch übrig war’n. Genau gesagt: Es waren sieben. / Und Du, als letzte Kreatur, noch ohne Schönheitszeichen, / bekamst aus jedem Topf ‘nen Pinselstrich – das musste reichen.» Mit dieser fantasievollen Beschreibung beginnt das Gedicht «Sieben-Farben-Fink», das Autor Burkhard Müller-Using dem Vogel Siete colores widmet. Der gelernte Forstwirt, man merkt es gleich, kennt die Bewohner des chilenischen Waldes bestens und es macht ihm keine Mühe, sie so nachzuzeichnen, wie sie in der Natur leben. 

Der 41 Seiten starke Band im Bilderbuchformat enthält zur Illustration der Gedichte zahlreiche Farbfotos der chilenischen Flora und Fauna. Für die auf Hochglanzpapier eindrucksvoll zur Geltung kommenden Fotos zeichnet die Frau des Autors Carmen Müller-Using verantwortlich.

Müller-Using, der 1961 sein Studium der Forstwissenschaft an der Universität Göttingen abschloss und 1974 in München promovierte, bekennt im Vorwort, mit dem Gedichtband zwei Ziele verfolgen zu wollen: erstens, «der Schönheit der Natur, die ich im Süden Chiles aus der Nähe kennengelernt habe, und die mich jeden Tag neu begeistert, Dank und Respekt zu zollen». Zweitens «kam mir die Idee, ihnen in Gedichten je ein kleines Denkmal zu setzen… Mit der Zeit «haben wir dann aber so viel Kontakt mit Chilenen bekommen, denen es wichtig ist, auch die Sprache ihrer Vorfahren, die hier im Laufe der letzten 170 Jahre eingewandert sind, zu pflegen und an ihre Kinder weiterzugeben, dass ich den Vorsatz fasste, diese Gedichte zweisprachig herauszugeben».

Seit 2003 lebt Burkhard Müller-Using in Chile. Nach einer Gastprofessur an der Universidad Austral lehrte er 15 Jahre lang an der Universidad  de Concepción. Neben seiner akademischen Tätigkeit bewirtschaftete er seinen Naturwald.

Professor Müller-Using hat sich somit während seines gesamten Berufslebens mit dem Forstwesen beschäftigt. Hierbei hat seine Fähigkeit zum Staunen erfreulicherweise keine Einbußen erlitten, 

wie es der Leser seines Gedichtbandes so gut wie auf jeder Seite feststellen kann. Der Autor begegnet sämtlichen Pflanzen und Tieren nicht nur mit Respekt und Bewunderung, sondern glänzt zusätzlich mit der Begabung, sie literarisch trefflich darzustellen. So ergötzt er sich zum Beispiel an der roten Blütenpracht des Notrobaums: «Es sind nicht nur Insekten, Hummeln, Fliegen, / die Dich – so lang‘ Du schön bist – zum Besuch erwählen, / auch Vögel, Kolibris, zu Deinen Gästen zählen. / Sie alle müssen Deinem Charme erliegen.»

Müller-Using erliegt dem Charme unserer Wälder und seiner Flora und Fauna und steckt damit Seite für Seite mit seinen Versen und den Bildern seine Leser an. Die besinnlichen Inhalte entrücken den Betrachter in eine ferne – gottlob noch existierende – Welt. Die Wirkung ist balsamisch und damit jedem zu empfehlen, der das Bedürfnis hat, in der heutigen Hektik eine Pause einzulegen.

Wer Interesse hat, das Buch zu erstehen, kann sich an Burkhard Müller-Using wenden:

burkhardmusing@yahoo.de

Burkhard Müller-Using/Carmen Gloria Müller-Using: «Juwelen der Natur»: 20 Gedichte über Tier- und Pflanzenarten im Süden Chiles. Privatausgabe, 1. Auflage Juni 2021, 41 Seiten, ISBN 978-956-404-227-5

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