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jueves, 27. enero 2022
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Nachruf – Peter Labowitz

Über sechzig Jahre lieferte er regelmäßig seine Kunstkritiken in unserer Redaktion ab. Damit ist er mit Sicherheit der am längsten für den Cóndor tätige Journalist der Cóndor-Geschichte.

(Version español abajo)

 

Er schrieb während seiner langen Rezensenten-Laufbahn für alle größeren Santiaguiner Medien, die der Kunst einen Platz einräumen, wie «La Hora» oder «Zig Zag», aber «überall bin ich kurze Zeit gewesen», verriet er uns 2018 in einem Interview, «nur dem Cóndor bin ich treu geblieben und er ist mir auch treu.»

Peter Labowitz‘ Stiefvater, der angesehene Maler und Grafiker Francisco Otta, war in seinen jungen Jahren die entscheidende Leitfigur für ihn und förderte seine Kunstbegeisterung entschieden: «Hier gab es nur ein Thema. In der Früh, zu Mittag und am Abend wurde über Malerei gesprochen», erinnerte sich Peter Labowitz, «das hat mich natürlich sehr beeinflusst.» 

Der junge Fachmann besuchte laufend Ausstellungen, erforschte die Kunstszene und ließ sich von Otta beraten. Mit der Zeit verwandelte er sich in einen der wenigen Experten auf dem Thema chilenischer Kunst schlechthin. Als solcher gehörte er zu den Auserlesenen, deren Meinung einstimmig anerkannt wurde. Bezeichnenderweise meinte er jedoch noch im Jahr 2018: «Eine eigene chilenische Kunst gibt es bis heute nicht. Wir sind noch immer abhängig von den großen Impulsen, die aus Europa und den Vereinigten Staaten kommen.»

Als Kritiker und Kenner war Labowitz nicht nur auf «seinen» Gebieten Malerei, Grafik und Skulptur bewandert. Die klassische Musik interessierte ihn ebenfalls und er erwies sich als kultivierter Gesprächspartner, wenn es um die Tonkunst und ihre Interpreten ging. Ebenso kannte er sich im Theater bestens aus. Seine ersten Beiträge im Cóndor – es muss im Jahr 1952 gewesen sein – waren Theaterkritiken. Diese gab er allerdings bald auf, denn «im Theater muss man in drei Stücke pro Woche gehen, von denen sind zweieinhalb schlecht – das hat keinen Sinn.»

Peter Labowitz schätzte seine Unabhängigkeit als Kritiker über alles. Ausstellungseinweihungen mied er. Lieber besuchte er sie einige Tage danach, um in Ruhe und ohne abgelenkt zu werden, die Werke zu beurteilen: «Das Land ist klein, man ist mit einem Maler befreundet, trifft sich und geht mit ihm zum Essen. Gleich danach hat er eine Ausstellung, die schlecht ist. Was soll man da machen? Ich will nicht in die Lage kommen, dass ich von einem Freund schreiben muss, wenn seine Arbeiten nicht gut waren. Ich will in dieser Hinsicht frei sein.»  

Peter Labowitz wird als kenntnisreicher Experte in Erinnerung bleiben, der stets bescheiden, höflich und zurückhaltend in Erscheinung trat. Seine sachlichen, vom Modetrend unabhängigen Rezensionen beschränkten sich meist auf eine Schilderung des Gesehenen, wobei er es dem Leser überließ, selbst ein Urteil zu fällen: «Ich bleibe strikt ohne Meinung, sondern gebe wieder, was da war, ohne zu sagen, ob es schlecht oder gut war.»

Adiós a Pedro Labowitz, gran ojo crítico del arte chileno

Por Ernesto Muñoz

Con una mirada analítica, elocuente y crítica, la cual lo caracterizó hasta sus últimos días, el gran crítico de arte austriaco-chileno Pedro Labowitz falleció a sus 96 años de edad. Reconocido representante de la Asociación Internacional de Críticos de Arte (AICA) de la UNESCO y fundador del Capítulo Chileno de dicha organización, Labowitz destacó por su importante labor como promotor del arte nacional en la región latinoamericana, además de su figuración como crítico a nivel internacional. 

Nacido en 1925 en Viena, Austria, Labowitz llegó a muy temprana edad a nuestro país, en donde desarrolló su carrera dentro del circuito del arte. Influenciado por su padrastro, el artista y pintor bohemio Francisco Otta (1908-1999), Labowitz fue introducido al mundo del arte desde joven, copiando del grabador checo un estilo irónico que le permitió desarrollar una pluma de carácter pacífica, pero con una mirada aguda y distinguida a la hora de analizar diversas técnicas, estilos y expresiones del arte latinoamericano. Comprometido con el desarrollo de la cultura en el país, Labowitz hizo importantes donaciones para acercar el arte a los chilenos, entregando 300 grabados de su colección al Museo del Grabado de la Universidad de Playa Ancha y cerca de 3 mil libros de su biblioteca a la Universidad de Talca. 

A lo largo de su notable carrera como crítico de arte, su pluma pasó por diferentes medios, en variados idiomas y con curiosos sobrenombres. Fue así como, durante años, Labowitz escribió para la revista Nuevo Zig Zag bajo el nombre «Pierre Randall», y publicó diferentes escritos en el periódico chileno The South Pacific Mail, en inglés, y en el semanario Cóndor, en alemán. Asimismo, colaboró con su crítica en importantes medios, como El Mercurio y La Nación, y fue uno de los cinco analistas del recordado semanario Política, Economía y Cultura (PEC), revista dirigida por el fotógrafo Marcos Chamúdez que surgió a mediados de los 60 con el fin de proporcionar una nueva mirada sobre el arte nacional. 

«Con tristeza, supimos de la muerte de Pedro Labowitz, fundador de AICA Chile y gran representante de AICA Internacional en el país, reuniendo a críticos de arte y promoviendo su relación a nivel internacional», asegura Lisbeth Rebollo, presidenta mundial de AICA. Ernesto Muñoz, presidente del Capítulo Chileno de AICA y vicepresidente mundial de la organización de la Unesco, agrega que «la labor de Labowitz es de un pionero al fundar AICA Chile junto a Antonio Romera, Ricardo Bindis y Victor Carvacho».

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