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jueves, 2. diciembre 2021
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Woran starb eigentlich Mozart?

«Allegro, Moderato, Finale…» de Patricia Ancic es un exhaustivo trabajo de esta médico broncopulmonar sobre las enfermedades que llevaron a la tumba a 105 compositores, desde Hildegard von Bingen hasta Krzysztof Penderecki. La autora presenta un panorama completamente desconocido de la vida, la obra, las relaciones sociales y sobre todo los padecimientos de estos grandes maestros.

Warum wog Chopin zeitlebens nur 45 Kilogramm? Weshalb durfte Paganinis Leichnam nicht auf einem Friedhof beerdigt werden? Wieso hat die Wissenschaft bis heute nicht die Ursache von Beethovens frühzeitiger Taubheit erkennen können? Diese Fragen und viele andere untersucht Dr. Patricia Ancic in ihrem neuen Buch, das in den ersten Verkaufswochen auf großes Interesse gestoßen ist – übrigens nicht nur unter ihren Ärztekollegen und Musikliebhabern. 

Die Autorin ist von Beruf Lungenärztin. Als Dozentin und Forscherin der Universidad de Chile hat sie knapp 80 Abhandlungen herausgegeben, darunter im Jahr 1986 das Buch «Enfermedades Respiratorias: Utilidad del Laboratorio», dessen zweite Auflage in Spanien und Argentinien veröffentlicht wurde. In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich intensiv mit klassischer Musik. Als Studentin hatte die ausgebildete Pianistin Gelegenheit, Mozarts Klavierkonzert Nr. 20 in d-Moll, KV 466 zusammen mit dem Orquesta Sinfónica de Chile zu spielen.

Ihr langjähriges Interesse an dem Gesundheitszustand und an den Todesursachen der großen Musiker hatten im Jahr 2011 die Herausgabe der Broschüre «Música y Medicina: Causa de Muerte de Grandes Compositores» zur Folge, die sie während der Musikwochen in Frutillar vorstellte und die schnell vergriffen war.

In den folgenden Jahren vertiefte sie ihre Untersuchungen zu dieser Thematik und nahm die Krankengeschichten von insgesamt 105 Komponisten unter die Lupe. Das daraus resultierende Buch ordnete sie infolge der Informationsmenge, die sie zusammengetragen hatte, in verschiedene Teile ein. Zunächst behandelt sie die Musikperioden von der Barockzeit bis zur Gegenwart. Es folgt eine Zusammenfassung der Sternstunden der modernen Medizin – wie etwa der Einführung der Narkosemittel, der Röntgenstrahlen und der Antibiotika – um schließlich zum Hauptthema, den Krankengeschichten der großen Musiker, zu kommen. Diese sind nach den Arten der Pathologien, die sie erlitten haben, eingeordnet. So widmet sich zum Beispiel das erste Kapitel den Infektionen und den Musikern, die daran erkrankten.

Patricia Ancic beschreibt die Lebensumstände jedes Komponisten, sein gesellschaftliches Umfeld, seine wichtigsten Werke und seine Krankengeschichte. Schließlich folgt ein Kommentar, in dem die Autorin nicht nur medizinische, sondern auch rechtliche, gesellschaftliche, moralische und geschichtliche Themen aufgreift. Diese Kommentare sind mitunter der wertvollste Teil, da sie Informationen enthalten, die dem Laien normalerweise nicht zugänglich ist und dazu von einer Fachfrau mit Sachkenntnis dargelegt werden. Sie berichtet zum Beispiel, dass Richard Wagner als 25-Jähriger an Typhus erkrankte und sich homöopathisch behandeln ließ. Somit widmet sie ihre Aufmerksamkeit nicht nur der unmittelbaren Todesursache, sondern weist auch auf Erkrankungen hin, die die verschiedenen Tondichter bereits in jungen Jahren erlitten, die jedoch für ihre spätere Gesundheitsentwicklung eine gewisse Relevanz hatten.  

Dabei beschränkt die Autorin sich nicht nur auf medizinische Aspekte. Sie gibt zusätzliche Informationen, die zum Beispiel für die Charaktereigenschaften der Personen aufschlussreich sind. Der Leser staunt daher über eine Fülle von Anekdoten, die ein unerwartetes Licht auf gewisse Meister werfen, wie etwa die exzentrische Persönlichkeit Anton Bruckners oder den abergläubischen Arnold Schönberg.  

Die Todesarten sind so verschiedenartig wie die Menschheit selbst. Sie reichen von Herzversagen bis zu einem Fahrradunfall, von Demenz bis zu einer versehentlichen Erschießung, von Lungentuberkulose bis zu einem Auftragsmord.

Der sorgfältig gegliederte Inhalt ermöglicht es, das Buch nicht nur vom Beginn bis zum Schluss wie einen Roman zu lesen, sondern auch, es als Nachschlagewerk zu verwenden. Patricia Ancic benutzt, nur wenn nötig Fachausdrücke aus der Medizin, was der Laie dankbar zur Kenntnis nimmt. 

Und: Die eindringliche Beschreibung, wie die Medizin und die Heilmethoden sich parallel zur Musikgeschichte entwickelten, macht sicherlich den größten Vorzug des Bandes aus.

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