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domingo, 17. octubre 2021
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Zum 200. Geburtstag von Rudolf Virchow

«Papst der Medizin» und Universalgenie

Rudolf Ludwig Karl Virchow – genio universal del siglo XIX: médico, antropólogo y político social, fue una autoridad científica de su tiempo que sus colegas llamaban «Papa de la Medicina». Hasta hoy en día es famoso por sus investigaciones sobre las células del cuerpo y el desarrollo de las enfermedades, las que marcaron una época e iniciaron una nueva era en la medicina.

Virchow, am 13. Oktober 1821 in Schivelbein in Pommern geboren, studierte Medizin in Berlin und war nach seiner Doktorarbeit als Arzt am Universitätsklinikum, der Berliner Charité, tätig. Er beschäftigte sich vor allem mit der Entstehung von Krankheiten. So beschrieb er als erster die Krankheitsbilder von bis dahin unerforschten Pathologien wie Thrombose und Leukämie. Rudolf Virchow verdanken wir die Erkenntnis, dass jede Körperzelle durch Zellteilung aus einer anderen Zelle hervorgeht – und dass Zellen etwas mit Krankheiten zu tun haben. Was für uns heute selbstverständlich ist, bedeutete vor rund 150 Jahren einen bahnbrechenden Paradigmenwechsel: Virchow begründete damit die moderne Pathologie. 

Das Ende von 2000 Jahren «Viersäftelehre»

Zuvor galt in der Medizin immer noch ein veraltetes Konzept aus der Antike. Der griechische Arzt Hippokrates hatte bereits 400 vor Christus die so genannte «Viersäftelehre» eingeführt. Sie geht davon aus, dass im Körper die vier Säfte, nämlich Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle fließen. Wenn diese sich im Gleichgewicht befinden, sprachen die Ärzte des Altertums von Gesundheit. Wenn jemand krank wurde, schlossen sie daraus, dass bei einem der Säfte eine Störung vorlag. 

Eine neue Generation von Wissenschaftlern begann nun den menschlichen Körper anders zu betrachten – mit dem Blick durchs Mikroskop ließen sich Dinge jetzt bis zu 400-fach vergrößern. Mit seiner Theorie von der Zellularpathologie warf Rudolf Virchow das Konzept der «Viersäftelehre», das über 2000 Jahre galt, über den Haufen. 

Was Rudolf Virchow herausgefunden hatte, trug er zunächst am eigens für ihn gegründeten Pathologische Institut der Charité zunächst seinen Studenten vor und veröffentlichte es 1858 in Buchform. «Omnis cellula e cellula» – «Jede Zelle geht aus einer Zelle hervor», stellte er fest. Doch er dachte noch weiter: Was passiert im Körper, wenn jemand krank wird? Unter seinem Mikroskop beobachtete er, dass manche Zellen bei kranken Menschen anders aussehen als bei gesunden. Die Ursache von Krankheiten war demnach in diesen kleinen Bausteinen des Lebens zu suchen. Von nun an konnte man sehr viel gezielter die Ursachen und Verläufe von Krankheiten erforschen und diese somit auch besser behandeln. Seine Lehre gilt bis heute und legte den Grundstein der modernen Medizin. Darüber hinaus trug Virchow auch zu neuen Erkenntnissen in der Forensik bei. Er war zum Beispiel der Erste, der als medizinischer Experte bei der Untersuchung eines Mordfalls Haare analysiert, die an dem Körper des Opfers gefunden wurden.

Doch der geniale Mediziner, der 1850 die gut zehn Jahre jüngere Rose Mayer heiratete und bis 1855 auch Vater dreier Kinder wurde, machte sich nicht nur in den Laboren deutscher Universitäten und Krankenhäuser verdient. 

«Politik ist Medizin im Großen»

Als 1848 in Berlin die Revolution ausbricht, soll Virchow in Oberschlesien im Auftrag der preußischen Regierung die Ursachen einer verheerenden Typhusepidemie erforschen – ein Auftrag, der zu einem Schlüsselereignis seines Lebens wird, denn der Arzt erlebt eine hungernde, kranke Bevölkerung in Not und Elend. Sein Bericht über diese Zustände wird zur Anklageschrift gegen die Obrigkeit: Virchow erklärt darin, dass die Regierung schuld an der Epidemie sei, weil sie das Land vernachlässige. Zurück in Berlin beteiligt er sich am Barrikadenkampf. Diese Aktion kostet ihn zeitweilig seinen Job an der Charité. Doch sie ist die Initialzündung für eine politische Karriere. «Medizin ist eine soziale Wissenschaft und die Politik ist weiter nichts als Medizin im Großen», konstatiert Virchow. Unter dieser Maxime engagiert er sich nach seiner Rückkehr aus Würzburg ab 1859 als Mitglied des Stadtparlaments in Berlin und lässt sich zwei Jahre später zudem ins preußische Abgeordnetenhaus wählen. 

Sein Thema ist klar: die Gesundheit der Bevölkerung. Die Menschen brauchen sauberes Wasser, frische Luft und eine medizinische Grundversorgung, um gesund zu bleiben, ist Virchow überzeugt. Er setzt sich für die Errichtung öffentlicher Krankenhäuser ein und plädiert für den Bau einer neuen Wasseranlage sowie einer Kanalisation in Berlin. Anstatt Unsummen für das Militär auszugeben, solle der Staat sein Geld lieber für solche dringenden Verbesserungen der Infrastruktur investieren.

Anthropologe, Ethnologe, Archäologe

Rudolf Virchow ist ein klassischer Universalgelehrter des 19. Jahrhunderts. So macht er sich nicht nur als sozialpolitisch engagierter Arzt und Pathologe verdient. Beinahe ebenso erfolgreich ist er als Anthropologe, Ethnologe und Archäologe unterwegs. Der Wissenschaftler gründet in Berlin die «Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte» und trägt mehr als 5.000 Skelette und Schädel aus aller Welt zusammen. Die sogenannte Virchow-Sammlung wird heute vom anthropologischen Institut der Humboldt-Universität verwaltet.

Von der geballten wissenschaftlichen Expertise der Berliner Fachgesellschaft verspricht sich auch der Archäologe Heinrich Schliemann wertvolle Unterstützung,  der gerade seine erste Grabung in Troja vollendet hat. Das Interesse an der Erforschung unbekannter Epochen der Weltgeschichte verbindet die beiden Wissenschaftler. Und so begibt sich Virchow gemeinsam mit Schliemann auf Reisen: nach Kleinasien, Griechenland und Ägypten. Ja, er hilft seinem Archäologen-Freund sogar dabei, Troja weiter auszugraben. Schliemanns 1881 erschienenes Buch «Ilios, Stadt und Land der Trojaner» ist in der deutschen Fassung Rudolf Virchow gewidmet.

Bis ins hohe Alter arbeitete Rudolf Virchow. Doch eines Tages sprang er auf dem Weg zur Arbeit aus der Straßenbahn und brach sich die Hüfte. Von dieser Verletzung erholte er sich nicht mehr und starb am 5. September 1902 im Alter von 80 Jahren in Berlin.

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