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domingo, 17. octubre 2021
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Optikbranche in Chile

Immer mehr Ketten und asiatische Konkurrenz

Rolando Michael kennt den chilenischen Optik-Markt seit 25 Jahren. Besonders in den letzten Jahren bemerkte er, dass es in der Branche gerade für kleine Unternehmen immer schwieriger wurde. Der Cóndor befragte den Großhändler zu den Veränderungen und auch zur aktuellen Brillen-Mode.

Wie hat sich die Optikbranche in Chile in den letzten Jahrzehnten entwickelt?

In Chile hat es in den letzten 25 Jahren einen großen und tiefgreifenden Wandel im Bereich der Optik gegeben. Neue Geschäfte, die Brillen verkaufen, sind entstanden, und Optiker-Ketten, die zuerst in Santiago gegründet wurden, haben begonnen, sich auch in kleineren Orten und auf dem Land auszubreiten.

Rolando Michael ist seit seit 1996 als Großhändler von Fassungen und anderen Produkten aus dem Optikbereich

Chilenische Hersteller, die Kontaktlinsen, Brillengläser und Fassungen an Optikergeschäfte liefern, waren vom Markteintritt asiatischer Unternehmen, vor allem aus Korea und China, betroffen, die ähnliche Produkte zu viel niedrigeren Preisen anbieten. So konnten viele der chilenischen Hersteller, vor allem von Brillenfassungen, diesem harten Wettbewerb nicht standhalten und mussten schließen.

Hat sich auch die Pandemie auf das Geschäft ausgewirkt?

Ja, durch die Pandemie ist auch die Optikbranche betroffen. Als Folge der sanitären Beschränkungen und langen Quarantänen haben einige kleinere Großhändler und Optikergeschäfte starke Umsatzeinbrüche erlitten, konnten auf die Dauer diese Herausforderung nicht bewältigen und mussten auch schließen.

Können in Chile, wie es in Deutschland möglich ist, auch Optikergeschäfte Brillengläser verschreiben?

Ja, seit im Jahr 2010 Jahr ein Gesetz in Chile (Nummer 20.470) erlassen wurde, das auch Augenoptiker zur Verschreibung von Rezepten berechtigt sind. Heutzutage bieten die meisten Optikergeschäfte landesweit ihren Kunden eine kostenlose augenärztliche Untersuchung und Verschreibung beim Kauf einer Brille an.

Davon sind natürlich auch die Augenärzte betroffen, deren Haupteinkommen aus Verschreibungen bestand. Die Zahl ihrer Patienten ging zurück. 

Welche Brillenmodelle sind im Moment sehr in?

Es gibt zurzeit viele Marken und Modelle von Brillengestellen in verschiedenen Größen und Farben. Besonders gefragt sind rote, gelbe und grüne. Was das Material angeht, ist sowohl Propianat, also eine Acetat-Legierung, als auch Metall in Mode. 

Propianat ist ein vom Acetat abgeleitetes Material, das jedoch weniger dehnbar und zerbrechlicher ist. Es gehört zur Familie der Kunststoffe.

In Bezug auf die aktuellen Größen ist dies immer ein zyklischer Prozess. Vor 20 Jahren war es modern, sehr kleine Brillen zu tragen, und heute diktiert die Mode die Verwendung von großen Brillen.   

Auch bei den Brillengläsern haben wir heutzutage eine breite Produktpalette, die den Anforderungen verschiedener Augenprobleme gerecht werden. Die Kunden können zwischen Bifokalgläsern, Multifokalgläsern, Gläsern mit reduzierter Stärke, Antireflexionsbeschichtungen und Antikratzbeschichtungen in verschiedenen Farben sowie photochromen, also eindunkelnde und sich an das hellere Licht anpassende Gläsern wählen.

Wie hat sich die Nachfrage nach Kontaktlinsen entwickelt?

Es gibt immer mehr Menschen, die statt einer Brille lieber Kontaktlinsen tragen. Neben Kontaktlinsen mit verschiedenen Dioptrienstärken gibt es auf dem Markt seit einiger Zeit farbige Kontaktlinsen ohne Dioptrienstärke, die jetzt sehr in Mode sind. Damit ist es möglich, die Farbe der Augen zu ändern und sie mit Ihrer Kleidung zu kombinieren.   

Wieviele Menschen tragen eine Brille?

In Chile müssen zwischen 41 und 53 Prozent der Bevölkerung eine Brille tragen, um ein Sehproblem zu korrigieren. Weltweit tragen etwa 18 Prozent der Menschen eine Brille.

Die wichtigsten Sehprobleme sind Astigmatismus, Hyperopie, Presbyopie und Myopie. Sehstörungen nehmen zu. Deshalb ist es wichtig, einmal im Jahr einen Arzt aufzusuchen, denn die meisten Ursachen für Erblindung können vermieden werden.

Zur Person:

Rolando Michael ist seit seit 1996 als Großhändler von Fassungen und anderen Produkten aus dem Optikbereich selbständig tätig. Seit sechs Jahren arbeitet er als Großhändler mit der Firma Rodenstock Chile zusammen, seit vier Jahren mit Lens Market Chile, einem Optiklabor, und seit drei Jahren mit ByB-Chile, einem italienischen Unternehmen für optische Produkte.

 foto 1: Größere Brillen sind im Moment in.

foto 2: Brillenträgern gefallen Verzierungen der Bügel.

foto 3: Immer beliebter wird das Tragen von farbigen Kontaktlinsen.

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