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viernes, 7. octubre 2022
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José Miguel Carrera

Zum 200. Todestag   (Teil 2)

Jose Miguel Carrera – der erste Alleinherrscher Chiles

Jose Miguel Carrera versuchte zunächst mittels eines Triumvirats zu regieren. Am Ende ging es ihm auch darum, die Macht der Familie Larraín zu brechen.

Gemeinsam mit José Gaspar Marín (der Coquimbo repräsentierte) und Bernardo O’Higgins (als Repräsentant von Concepción) wollte Carrera (in Santiago) die Regierung übernehmen. Man ließ den Kongress fortbestehen und machte politische Fehler und Unregelmäßigkeiten bei der Wahl der Abgeordneten geltend, um diese neue Regierung zu rechtfertigen. Nach der Auflösung des Kongresses am 2. Dezember 1811, die auch zum Rücktritt von Marín und O’Higgins führte, übernahm Carrera die Alleinherrschaft. 

Er sah darin den einzigen Weg, um den Prozess der Unabhängigkeit voranzutreiben. Mit der Verabschiedung der «Reglamento Constitucional» vom 1812 erhielt Chile die erste Verfassung. Dies bedeutete eine Abkehr von der Monarchie und sorgte für eine Gewaltenteilung. Das ehemalige koloniale System wurde radikal in eine souveräne Republik umgewandelt. 

Mit den USA begann Carrera diplomatische Beziehungen zu knüpfen und empfing Konsul Joel Roberts Poinsett als den ersten ausländischen Repräsentanten. Poinsett beriet später José Miguel Carrera bei vielen seiner Maßnahmen.

Der Freiheitskämpfer schuf die ersten nationalen Symbole: die chilenische Flagge und ein Wappen. Er förderte die Presse, indem er die erste Druckerpresse nach Chile einführte. Bald darauf erschien als erste Zeitung im Lande die Aurora de Chile. Carrera setzte außerdem den 18. September als Nationalfeiertag fest.

Mit dem «Instituto Nacional» wurde die erste staatliche Schule in Chile errichtet, die anfangs noch universitären Charakter besaß. Auch die Nationalbibliothek wurde in dieser Zeit gegründet. Carrera ließ Grundschulen errichten, die kostenlos waren, vor allem für Mädchen, «um Fehler zu beheben und vor allem um die offensichtlichen Talente des weiblichen Geschlechts einzuüben».      

Durch das «Boletín de Leyes y Decretos del Gobierno» ließ Carrera weitere Institutionen gründen, auch um den Bergbau zu fördern und zu schützen. Außerdem wurden öffentliche Straßen gebaut, wie etwa die Alameda.

Auch das Militär wurde modernisiert. Es erhielt eine neue Organisation und bessere Ausstattung. Carrera gründete das Regiment der Nationalgarde und die Kaserne der Kavallerie. Ihm wird auch die Errichtung der ersten «Escuela Militar» und des ersten Militärkrankenhauses zugesprochen. 

All das führte er durch – trotz des Widerstandes und der Komplottversuche der Larraíns und der Versuche von Martínez de Rozas, Concepción abzutrennen. Er zeigte sich stets nachsichtig gegenüber seinen Feinden und erließ Strafmilderung für die Verurteilten – eine Haltung, die diese dann später nicht gegenüber ihn einnehmen sollten.  

In der Aurora de Chile vom 14. Juni 1812 hieß: «Wir erklären unsere Unabhängigkeit. … Sie allein bringt uns die Würde, die uns eigen ist.» José Miguel Carrera schuf damit die Grundlagen für ein unabhängiges Chile und viele seiner Institutionen existieren bis heute oder wurden weiterentwickelt.

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