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viernes, 17. septiembre 2021
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Insalco in Santiago und Instituto Ballester in Buenos Aires

Schneller Transport per Drohnen oder von frischem Bier – im «intercambio» Geschäftsideen entwickelt

Von Johannes Hausen, Kommunikationsabteilung der Corporación Educacional Federico Froebel

Über 40 Studierende vom Insalco in Santiago und vom Instituto Ballester (BBZ) in Buenos Aires trafen sich am 17. August zu ihrem jährlichen «intercambio» – nur dieses Mal online. In Teams entwickelten sie gemeinsam erfolgsversprechende Unternehmensideen.

«Der heutige Tag soll dazu dienen, dass Ihr Euch kennenlernt. Und wie ginge das besser, als zusammenzuarbeiten?!» – mit dieser Begrüßung eröffnete Rektor Thomas Mittelstrass am Dienstag, den 17. August, einen besonderen Projekttag am Insalco, der bereits Tradition hat. Seit mehreren Jahren finden im jährlichen Wechsel des Gastlandes gegenseitige Besuche des chilenischen und argentinischen Berufsinstituts statt. Das jeweilige Gastgeberland organisiert ein Programm mit Kennenlern-Aktivitäten, Unternehmensbesuchen und gemeinsamen Projekten. Aufgrund der Pandemie fand der Austausch dieses Jahr zum ersten Mal rein virtuell statt.

Geschäftsstrategien per Business-Modell Canvas

Mehr als 40 Studierende von Insalco und Berufsbildungszentrum (BBZ) in Buenos Aires hatten sich genau wie ihre Lehrkräfte aus den Klassenzimmern und von zuhause über Google Meet zugeschaltet, um gemeinsam die aktuellen Herausforderungen der Märkte und Branchen zu diskutieren, auf welche die unterschiedlichen Studiengänge der dualen Ausbildung vorbereiten. 

Gemeinsames Lernen und Arbeiten sollten dabei im Vordergrund stehen. Und so erwartete die Studierenden eine ganz konkrete Aufgabe: In Kleingruppen, jeweils zur Hälfte aus chilenischen und argentinischen Teilnehmern und Teilnehmerinnen zusammengesetzt, erarbeiteten sie einen Businessplan für ein zuvor von den Lehrkräften definiertes und den Gruppen zugewiesenes Unternehmen. Dabei orientierten sie sich am Business-Modell Canvas, das Sandra Rodríguez Gericke, Akademische Leiterin und Dozentin, vorstellte. Mit dem Modell lässt sich eine Unternehmensidee sowohl entwickeln als auch auf ihre Realisierbarkeit und ihren Erfolg überprüfen. Dabei werden Zielkunden, die Finanzierung und das Produkt oder die Dienstleistung festgelegt.

In insgesamt zehn Teams aus maximal sechs Schülerinnen und Schülern, die nach gleichen Studiengängen eingeteilt wurden, ging es darum, eine geeignete Geschäftsstrategie für den Mercosur zu entwickeln. Zu den diskutierten Projekten gehörten unter anderem ein Paketversand per Drohne, eine Entsalzungsanlage für Meerwasser, die Produktion eines alkoholfreien Bieres auf Basis von Bio-Abfällen und die Entwicklung von Corona-Schnelltests.

«Archie-Express» und «Beerganic Free» 

In einer konzentrierten und freundschaftlichen Atmosphäre entwickelten die gemischten Teams höchst überzeugende und innovative Präsentationen, die sie selbständig auf einer Google Site veröffentlichten, so dass die verschiedenen Geschäftskonzepte in einer der kommenden Unterrichtsstunden im Fach Economía y Derecho miteinander verglichen und evaluiert werden können.

Die Transport-, Schifffahrts- und Industriekaufleute im Team von «Archie-Express» zum Beispiel entwickelten die Unternehmensidee weiter, Päckchen, Pakete und Briefe per Drohne liefern zu lassen. Die Unternehmensgründer überlegten sich auch schon eine Erweiterung ihres Geschäfts: die Lieferung von Medikamenten, Büchern und Schulmaterial. 

Die Gründer von «Beerganic Free» hatten die Idee, ihr aus Bio-Abfällen gebrautes alkoholfreies Bier so schnell und frisch wie möglich an die Konsumenten zu bringen und als zukünftige Groß- und Außenhandelskaufleute fanden sie schnell die richtigen Schlüssel-Partner für diese Aufgabe. 

Am Ende des Tages waren die Studierenden aus Chile und Argentinien um einige Erfahrungen reicher und freuten sich vor allem über die Gewissheit, auf der anderen Seite der Anden gleichgesinnte Altersgenossen kennengelernt zu haben, die ihre berufliche Ausbildung mit demselben Engagement angehen und bereitwillig unterschiedliche Perspektiven auf den gleichen Arbeitsmarkt über Landesgrenzen hinweg austauschen.

«Es war wirklich ein toller Tag, weil wir gespürt haben, dass unser intercambio chileno-argentino wieder mit Leben gefüllt wird», zeigte sich nicht nur Insalco-Rektor Thomas Mittelstrass zufrieden. Auch der Vizerektor des BBZ, Matthias Gaede, zog ein begeistertes Fazit: «Weder Zeitunterschied noch Anden oder Virtualität konnten den Spirit dieser Veranstaltung aufhalten, die Ergebnisse der Projektgruppen machen Lust auf mehr.»

Fotos: Insalco

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