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lunes, 27. septiembre 2021
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Cristian Westermeyer – Vorsitzender des Deutschen Sportclubs Concepción

«Wollen ist Können»

Cristian Westermeyer

Für Cristian Westermeyers berufliche Laufbahn war die Deutsche Schule in Temuco prägend: Sein Lehrer Fernando Cid weckte in ihm das Interesse an der Chemie, und er wurde Chemieingenieur. Der Unternehmer hatte leitende Positionen in Europa inne und ist Geschäftsführer und Partner verschiedener Firmen in Chile. Die Ausbildung junger Leute fördert er als Vorstandsmitglied des Berufsbildungsinstitutes Virgilio Gómez und den Sport als Vorsitzender des Deutschen Sportclubs Concepción.

Geboren wurde Cristian Westermeyer am 19. August 1957 in Santiago. Eigentlich lebte die Familie in Temuco, aber sein Groβvater war Arzt und meinte, dass eine Geburt in der Hauptstadt ungefährlicher für Mutter und Kind sei. Übrigens wurden genau ein Jahr später am selben Tag Cristians Zwillingsbrüder Ricardo und Roberto geboren.  

Mehrere Westermeyers waren 1853 aus dem kleinen Dorf Dettlingen bei Braunschweig nach Valdivia eingewandert. Die Familien bewohnten ein Landgut südlich der Stadt, bis nach dem schweren Erdbeben von 1960 das Anwesen unter Wasser stand. «Meine Groβmutter war französischer Abstammung, meine Mutter, Miriam Massa Doyharcabal, Italienerin», erzählt Cristian. «Mein Vater Julio Westermeyer Dantiac war zwar deutschstämmig, aber so wie auch ich hatte er keine deutsche Staatsangehörigkeit, da die dafür nötigen Papiere vor vielen Jahren bei einem Brand vernichtet wurden.»

Cristian besuchte die Deutsche Schule in Temuco, und viele Freundschaften von damals bestehen bis in die heutige Zeit. Alle fünf Jahre organisieren die ehemaligen Klassenkameraden ihre «Treffen DS». Ein Pädagoge hat Cristians beruflichen Werdegang entscheidend geprägt: «Unser Chemielehrer Fernando Cid war sehr streng und stellte hohe Anforderungen. In einer ersten Klassenarbeit vergab er nur ganz schlechte Noten, denn er meinte, dass aller durchgenommener Lernstoff gelernter Stoff zu sein hätte. Dies sahen wir ein, und schon bald wurden die Zensuren besser. Durch Herrn Cid habe ich mein Interesse für die Chemie entdeckt», sagt er. Folgerichtig machte er eine Ausbildung zum Chemieingenieur an der Universidad de Concepción – ebenso wie sein Klassenkamerad und Freund Alex Berg. «Durch ihn lernte ich die Burschenschaft Montania kennen. Dort entstanden viele wichtige Freundschaften und das Leben in der Burschenschaft hat mich sehr geprägt.»

Cristian Westermeyer wurde als erster Chemieingenieur bei Masisa für die Spanplattenindustrie angestellt. Nach einer Weiterbildung in Harztechnologie am Wilhelm-Klauditz-Institut in Braunschweig leitete er Químicos Coronel S.A., die chemische Abteilung von Masisa. 1998 reiste er als Projektleiter für die Modernisierung und Erweiterung der Harzanlage von ACM World Chemicals in die Türkei. 1999 ging es erneut nach Europa – zum Aufbau einer Harz- und Formaldehyd-Chemieanlage für die Holzindustrie im Auftrag der österreichischen Egger-Gruppe in Wismar an der Ostsee. Parallel dazu war er an der Planung der Chemieanlage von Resinas del Bío Bío S.A. beteiligt, wo er ab 2002 als Partner und Geschäftsführer in Chile arbeitete. Auβerdem ist er Partner der Unternehmen Resintech Ltda., Quimtec Ltda. und Química Hewstone S.A.

Neben seiner beruflichen Arbeit ist Cristian Westermeyer seit Jahren Vorstandsmitglied des Deutschen Sportclubs Concepción und seit zehn Jahren als Präsident im Amt. «Wir sind stolz darauf, wie die Infrastruktur dieser Einrichtung und die Zahl der Sportlerinnen und Sportler, die unser Trikot tragen, gewachsen sind. Die Pandemie hat uns zwar schwierige Zeiten beschert, aber auch die werden wir gemeinsam überwinden.» 

Seit 2021 ist er daneben Vorstandsmitglied im 1988 gegründeten Berufsbildungsinstitut Virgilio Gómez, eine solide Hochschuleinrichtung, die unter den Fittichen der Universidad de Concepción entstanden ist, um den Bedarf des Landes an gut ausgebildeten technischen Fachkräften zu decken. Dazu möchte er mit seiner Erfahrung als Unternehmer beitragen.  

Seit 1987 ist er mit der Österreicherin Ursula Kaplaner Wieser verheiratet. Das Paar hat drei Kinder: Mathias, Stefan und Thomas. Die beiden älteren Söhne schlossen ihr Studium an der Universidad Católica als Industrieingenieure ab, der Jüngste trat in Vaters Fuβstapfen, studierte in Concepción und ist wie dieser Chemieingenieur. 

«Das Skilaufen ist unsere groβe Leidenschaft. Schon in Temuco habe ich diesen Sport praktiziert, heute fahren wir, wenn immer es im Winter geht, in die Termas de Chillán oder nach San Martín de Los Andes. Und im Sommer geht’s zum Wasserski an den Villarrica-See. Diese Familienausflüge sind immer wunderbar», lacht er. Sport sei auch nötig, vor allem in diesen Corona-Zeiten: «Meine Frau Uschi ist Lebensmittelingenieurin – vielleicht kocht sie auch deshalb so gut! Und ich bin an den Wochenenden zuständig für Grillbraten und Paella. Ein gutes Essen mit Freunden gehört zum Wohlbefinden – man muss nur auf die Linie achten.»

Der vielbeschäftigte Mann ist seinem Leitspruch immer treu geblieben: «Querer es poder» –  «Wollen ist Können». Wenn man seinen Lebenslauf liest, kann man dem nur zustimmen!.

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