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miércoles, 28. julio 2021
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Sophia Holtz – Business Development Manager

«Wagen und gewinnen»

Sie wusste schon früh, was sie wollte und ging konsequent ihren Weg. Sophia Holtz ist Vertriebsexpertin beim internationalen Logistikunternehmen Leschaco. Geboren wurde sie in der Hansestadt Bremen und fand schließlich ihren Platz in Chile, wo sie mit großer Begeisterung ihre Kompetenzen im Internationalen Management auslebt.

Sie ist von ganzem Herzen Bremerin. Und das, obwohl sie nicht ihre gesamte Kindheit dort verbracht hat. Umzüge nach Kiel, Trier und Luxemburg unterbrachen das Leben in ihrer Geburtsstadt, doch immer wieder kam die Familie dorthin zurück. Ihr Vater sei Banker, ihre Mutter selbstständige Floristikmeisterin, kommentiert Sophia Holtz, daher trage sie also beides in sich, das Praktische und das Kreative. Doch schon mit 16 Jahren sei für sie klar gewesen, dass sie Wirtschaftswissenschaften studieren würde und da sie praxisorientiert sei, bevorzugte sie ein duales Studium. Und sie wusste auch damals schon genau, dass ihr Weg sie über das Studium ins Ausland führen sollte.

Das Schicksal meinte es gut mit der jungen Frau: Auf einer Messe landete sie ein Jahr vor dem Abitur beim Messestand ihres heutigen Arbeitgebers Leschaco, einem weltweit tätigen Logistikdienstleister. Nach einem guten Gespräch ging sie mit den Messeunterlagen nach Hause, bewarb sich und wurde angenommen. An der Hochschule für Internationale Wirtschaft und Logistik in Bremen studierte sie nach dem Abitur im dualen Studiengang Internationale Wirtschaft. «Viele meiner Freunde wollten unbedingt „raus aus Bremen“ und sind zum Studieren nach Berlin oder Hamburg gezogen. Lustigerweise sind sie inzwischen fast alle wieder zurück im schönen Bremen.»

Ihre Ausbildung verlief drei Jahre lang immer im ausgewogenen Wechsel zwischen Praxis und Theorie: Drei Monaten im Betrieb – dem Leschaco Haupthaus in Bremen – und drei Monaten am Campus der Hochschule. Während des Studiums absolvierte sie auch ein Semester am Instituto Universitario de Lisboa in Portugal. Nach ihrem Abschluss wurde sie von Leschaco übernommen und arbeitete zunächst zwei Jahre in Bremen. Doch es sei immer klar gewesen, dass sie ins spanischsprachige Ausland wolle, betont sie, jedoch nicht innerhalb Europas, sondern nach Mittel- oder Südamerika. Die Vertriebsexpertin berichtet: «Ich habe meinen Wunsch ins Ausland zu gehen immer wieder kommuniziert. Dann war es plötzlich so weit: In Santiago wurde zu dieser Zeit mehr Input aus dem Haupthaus benötigt.»

Mittlerweile lebt Sophia Holtz seit vier Jahren in der chilenischen Hauptstadt und betreut für Leschaco im Vertrieb Kunden aus der Chemiebranche. Ab kommendem Jahr wird sie voraussichtlich ihre Tätigkeit auf den Bereich Corporate Social Responsibility konzentrieren. Eines ihrer Herzensprojekte neben ihrer Vollzeittätigkeit im Vertrieb ist die Betreuung der Auszubildenden. Denn seit Sophias Ankunft in Chile bildet Leschaco im Geschäftshaus in Las Condes Speditionskaufmänner und -frauen aus. Im ersten Jahr baute Sophia Holtz Kontakte zum Instituto Superior Alemán de Comercio auf, dieses Jahr ist bereits der dritte Auszubildende im Betrieb. Die 28-Jährige erzählt: «Die Auszubildenden haben aufgrund der Pandemie bisher relativ wenig Zeit direkt im Betrieb verbracht. Nichtsdestotrotz sind sie allesamt schon jetzt geschätzte Mitarbeiter, die die Zusammenhänge im komplexen Betriebsablauf gut kennen.»

Sie selbst erlebe besonders auch die positiven Seiten der Pandemie: In der Hauptstadt sei zeitweise eine angenehme Ruhe eingekehrt. Zudem seien alle flexibler geworden, die Reisekosten seien gesunken und die Mitarbeiter der weltweiten Außenstellen von Leschaco seien aufgrund einer intensiveren Kommunikation sehr viel näher zusammengerückt. Außerdem konnte sie letztes Jahr ihre Eltern mit einem zweimonatigen Besuch in Bremen überraschen und von dort aus problemlos weiterarbeiten.

Wenn sie nicht gerade arbeitet, kocht Sophia Holtz gerne mit ihrem chilenischen Lebenspartner, mit dem sie mittlerweile verlobt ist. Sie lieben beide gutes Essen und experimentieren gerne mit Gerichten der deutschen und der chilenischen Küche. Gemeinsam bereisten sie bereits Europa und auch Teile von Chile erkundeten sie vor der Pandemie. Die Liste der zukünftigen Reiseziele sei jedoch noch lang, berichtet die junge Frau. Seit Ewigkeiten habe sie sich zudem vorgenommen, Klavierspielen zu erlernen. Doch bisher sei noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen. «Die Arbeit nimmt mich sehr in Anspruch, aber meine Aufgaben machen mir Spaß und erfüllen mich. Ich habe das, was viele Mitarbeiter heutzutage suchen: Einen Arbeitgeber, der mir Flexibilität bietet und mit dessen Werten ich mich identifizieren kann. So wird die Arbeit zum Vergnügen.»

Den Weg ins Ausland habe sie nie bereut, sagt sie, es sei einfach zu bereichernd, eine neue Kultur kennenzulernen. Seit jeher habe sie sich an der Devise der Bremer Kaufleute orientiert, die da heißt: «Buten un binnen – wagen un winnen», was so viel bedeutet wie «Draußen und drinnen» – also in Bremen und darüber hinaus – sollten die Kaufleute «wagen und gewinnen». Sophia Holtz hat schon in jungen Jahren große Schritte gewagt und bisher nur dazugewonnen.

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