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miércoles, 20. octubre 2021
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Jürgen Prochnow wird 80

Mit dem «Boot» nach Hollywood

Jürgen Prochnow, Foto: dpa

«Das Boot» war die Rolle seines Lebens. Jürgen Prochnow hat danach eine Karriere in Hollywood gemacht wie nur wenige Deutsche. Jetzt wird er 80 Jahre alt.

Berlin (dpa) – Es ging unter Wasser los, mit dem düsteren «Ping», dem Peilgeräusch eines U-Boots. Wer es damals im Kino oder im Fernsehen gesehen hat, wird es nicht vergessen haben: «Das  Boot» von Wolfgang Petersen war 1985 eine Sensation. Mehr als 20 Millionen Menschen bangten mit der Besatzung eines deutschen U-Boots im Zweiten Weltkrieg. 

Für Jürgen Prochnow war es die Rolle seines Lebens. Er war der «Kaleu», der Kapitänleutnant mit dem stechend-klaren Blick. Prochnow konnte dank des Welterfolgs von «Das Boot» eine Karriere in Hollywood machen, wie sie nur ganz wenigen Deutschen gelungen ist. 

Seine Liste von Rollen in Theaterstücken und Filmen ist lang und facettenreich: vom Hunnenkönig Etzel bei den Wormser Festspielen bis zum Geliebten von Madonna in «Body of Evidence», von «Die verlorene Ehre der Katharina Blum» bis «Der englische Patient». Im Ersten spielte er kürzlich im Roadmovie «Der Alte und die Nervensäge» mit, bei den Hofer Filmtagen war er in «Eine Handvoll Wasser» zu sehen.

Der gebürtige Berliner lernte nach der Schule «erstmal was Ordentliches», wie man damals sagte: Bankkaufmann. Nach dem Schauspielstudium an der Folkwangschule in Essen zog es ihn ans Theater. Mitentscheidend für seine Film- und Fernsehkarriere waren in den 70er Jahren der «Tatort» und Wolfgang Petersen.

Der Regisseur engagierte ihn schließlich für den Film «Das Boot», der 1981 anlief und es sogar ins Oscar-Rennen schaffte. Prochnow gibt darin für seine Jungs an Bord einen väterlichen Kapitän, den «Alten». Sowohl die Kino- als auch die spätere Fernsehfassung wühlten viele Menschen auf. 

Stolz ist Prochnow auch auf einen Film, der in der Gesellschaft etwas bewegt hat: In «Die Konsequenz» (1977) spielte er einen schwulen Mann, damals für einige skandalös. Der Bayerische Rundfunk blendete sich aus der Ausstrahlung aus. Homosexualität war da noch ein großes Tabuthema. «Dieser Film hatte einen ungeheuren Widerhall», sagte Prochnow. Unterschätzt wurde seiner Meinung nach «The Dry White Season» von 1989, hierzulande recht unbekannt. Das war ein Anti-Apartheidsfilm, den er mit seinem «großen Idol» Marlon Brando drehte, in London und Simbabwe, weil es in Südafrika aus politischen Gründen damals nicht ging. Für Prochnow ist es ein «ganz wichtiger und wertvoller Film».

Jahrzehntelang arbeitete er als Deutscher in Hollywood: Er drehte mit Regisseuren wie David Lynch und Anthony Page, Schauspieler wie Harrison Ford und Eddie Murphy wurden seine Kollegen. Gerne wurde er mit seinem narbigen Gesicht als Bösewicht besetzt, aber auch für Komödien-Quatsch war er sich nicht zu schade.

Die Aufmerksamkeit, die neuen Einblicke: Das sei einzigartig und fantastisch gewesen, sagt Prochnow im Rückblick über seine Zeit in den USA. Mittlerweile pendelt der Schauspieler, der in dritter Ehe verheiratet und Großvater ist, zwischen Berlin und dem Gardasee in Italien. Am 10. Juni feierte Jürgen Prochnow seinen 80. Geburtstag.

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