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martes, 15. junio 2021
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Jorge Eichholz – Unternehmer

Ein Steuermann, der die Gemeinschaft liebt

In Bonn geboren, in Chile aufgewachsen: Jorge Eichholz ist Unternehmer, dem Familie und Kameradschaft, aber auch Unternehmenskultur am Herzen liegen. In seiner Jugend war er begeisterter Leichtathlet, heute verschreibt er sich leidenschaftlich kleinen und großen Segelbooten. Er nimmt gern das Ruder in die Hand, doch zum Ziel kommt er lieber gemeinschaftlich.

Sein Großvater väterlicherseits stammte ursprünglich aus Hamburg und kam mit 18 Jahren nach Chile. Dass er in Deutschland geboren worden sei, habe jedoch ganz andere Gründe, erzählt Jorge Eichholz. Seine Eltern seien in Deutschland gelandet, weil 1965 sein Großvater mütterlicherseits zum Botschafter Chiles in Deutschland ernannt worden sei. Seine ganze Familie zog gemeinsam mit ihm in die Bundeshauptstadt Bonn. Jorge Eichholz berichtet: «Mein Vater, der bereits mit meiner Mutter zusammen war – der Tochter des Botschafters – entschied kurzerhand ebenfalls nach Deutschland zu gehen, um dort seinen Doktor in Agrarwissenschaften zu machen. Meine Eltern heirateten und ich kam zur Welt.»

Jorge Eichholz wurde 1968 in Bonn geboren. Seine frühe Kindheit verlebte er jedoch in Valdivia, nachdem sein Vater 1969 als Professor an der Fakultät für Agrarwissenschaften der Universidad Austral de Chile angestellt wurde. Bald darauf kamen dort auch seine beiden jüngeren Brüder zur Welt. Als Grundschüler besuchte er die Deutsche Schule in Valdivia. Mit zwölf Jahren zog Jorge Eichholz dann mit seiner Familie nach Santiago. Er ging zunächst auf das Liceo Alemán del Verbo Divino, die drei letzten Schuljahre besuchte er das Colegio Sagrados Corazones de Manquehue, wo er 1986 seinen Schulabschluss machte. Ihn begeisterte schon in jungen Jahren der Sport und während seiner Schulzeit in Santiago wurde er Leichtathlet. Seine beste Disziplin war das Kugelstoßen. 1985 gewann er die nationale Tetrathlon-Meisterschaft in der mittleren Kategorie. Nach dem Schulabschluss studierte er Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Diego Portales. 1992 heiratete er und zwei Töchter und ein Sohn wurden geboren. Seine Kinder sind mittlerweile zwischen 23 und 27 Jahre alt. Anfang des Jahres wurde zudem sein erster Enkelsohn geboren. Der 53-Jährige kommentiert: «Vater zu sein ist das Beste und Größte, was mir in meinem Leben passiert ist.»

Nach seinem Studium war Jorge Eichholz zunächst einige Zeit im Bankwesen tätig. Er machte sich jedoch früh selbstständig und gründete «Ópticas Miró» – ein Unternehmen, das er vier Jahre führte. Danach wendete er sich der digitalen Grafik zu und war zwölf Jahre lang in zwei großen Digitaldruckunternehmen tätig. 2008 gründete er schließlich sein eigenes Unternehmen «Colorprint». Eichholz erzählt: «Ich bin sehr stolz auf meinen Betrieb und die Arbeit macht mir viel Freude. Auch Dank meiner großartigen Mitarbeiter haben wir es geschafft fortwährend zu wachsen und uns erfolgreich auf dem Markt zu positionieren.» Was ihm am meisten an seiner Arbeit gefalle, sei die tägliche Herausforderung und die enge Beziehung zu den Kunden.

In seiner Freizeit geht Jorge Eichholz einer ganz besonderen Tätigkeit nach: Seit sechs Jahren ist er begeisterter Kapitän von funkgesteuerten Segelbooten. In Regatten manövriert er sein unbemanntes, ferngesteuertes Segelboot. Das Boot wird nur vom Wind angetrieben, der Steuermann hat vom Ufer aus Kontrolle über die Segel und die Ruder. Zurzeit ist Eichholz der Präsident des Club Vela Radiocontrolada de Chile, unter dessen Dach sich 40 Mitglieder als Klasse der Federación Nacional de Navegación a Vela organisieren. In vier verschiedenen Klassen werden Segelboote zwischen 65 Zentimeter und einem Meter in nationalen und internationalen Meisterschaften gefahren. Jorge Eichholz berichtet: «Abgesehen davon, dass dieses Hobby ausgesprochen unterhaltsam ist, gefällt mir am besten, dass sich viele Freundschaften entwickelt haben. Die Gemeinschaft ist mir wichtig.»

Sein ferngesteuertes Segelboot navigiert er meistens auf der Lagune des Parque Bicentenario in Vitacura. Doch einige Male im Jahr steigt er auch selbst auf einen Segler: Mit fünf weiteren Besatzungsmitgliedern segelt er in den Gewässern des Lago Rapel in der sogenannten Melges-24-Klasse gegen andere Segler offiziell um die Wette.

Neben seinen sportlichen Aktivitäten hat Jorge Eichholz noch eine weitere Leidenschaft: das Kochen! Alles, was mit Teig zu tun hat, gelingt ihm besonders gut. Er erzählt: «Pizza und Nudeln gehören zu meinen Spezialitäten und ich verwöhne gern meine Gäste mit meinen Gerichten. Es ist einfach wunderbar gemeinschaftlich gemütliche und entspannte Momente bei gutem Essen zu erleben.»

Zukünftig möchte der Unternehmer gern noch seine Fertigkeiten im Zaubern vertiefen. Mit der Zauberei habe er begonnen als er 30 Jahre alt war. Andere mit in diesen Bann des Geheimnisvollen zu ziehen, das sei reizvoll. Kochen, essen und gemeinsam mit Freunden Zeit verbringen – ein Genießer-Basisprogramm, das durch eine magische Zaubershow sicher wunderbar ergänzt werden kann!

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