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martes, 15. junio 2021
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Herbstliche Grüße und Gedanken aus Las Cascadas (Teil 1)

Der Herbst als Jahreszeit korrespondiert mit meiner Lebenszeit: Mit 66 Jahren lebt man herbstlich!

Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder
Und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen, Graue Nebel wallen
Kühler weht der Wind.
(Kinderlied)

Die Tage werden kürzer und die Nächte länger. Es wird früher dunkel. Man lebt nun mehr drinnen und weniger draußen. Da ist mehr Zeit fürs Nachsinnen. Für Gedanken und Gedenken. Fürs Lesen, Beten, Bedenken und Bedanken. Das Sonnenlicht wird schwächer und es wärmt nicht mehr so sehr. Es wird kühler und man muss mit dem Heizen beginnen – zumindest morgens und abends. Das ist zwar etwas mühsam, aber es macht auch Spaß zuzusehen, wie sich die Flammen am Holz entzünden hinter der Scheibe im Dauerbrandofen und beginnen die Stube zu erwärmen. Das verpasst man bei einer automatischen Zentralheizung. Die ist allerdings bequemer und macht weniger Schmutz.

Ein kleiner Abschweifer zum Feuer: Es erinnert mich an einen Artikel, den ich zu Beginn meines Rückzuges vor einem Jahr über folgende Verse aus dem Korintherbrief (Kap.3,12-15) gelesen habe: «Wenn aber jemand auf den Grund (Christus) baut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh, so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Der Tag des Gerichts wird´s klar machen; denn mit Feuer wird er sich offenbaren. Und von welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erweisen. … er selbst aber wird gerettet werden, aber so wie durchs Feuer hindurch.»

Feuer ist Symbol des Gerichtes. Gericht ist Krise. Das klingt bedrohlich. Die Autorin, eine Psychoanalytikerin, konnte aber diesen Versen überraschend Positives abgewinnen. Ich versuche es mit meinen Worten widerzugeben: In unserem Leben werkeln wir so allerhand und es sammelt sich dabei vieles an: Wertvolles und Wertloses und vieles mehr oder weniger. Was letztendlich aber bestehen wird, ist das Wesentliche und Wertvolle: Das eigentliche «Selbst», gegründet im Göttlichen. Es ist zwar schmerzhaft, aber es ist letztlich gar nicht schlimm, wenn Stroh und Heu, alles Unwesentliche und Uneigentliche, einmal verbrennen wird. Mir wurde dieser Vers ein Maßstab zum Nachdenken, ein Sieb zum Unterscheiden beim Nachsinnen über mein Leben. Da kann dann beim kritischen Nachdenken, wenn auch schmerzlich, so doch getrost, im Feuer der Gegenwart Gottes, vieles nur als Asche übrigbleiben. Lass fahren dahin! Aber zwischendrin funkelt doch auch so manches Goldige und der eine oder andere Edelstein!

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