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lunes, 10. mayo 2021
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Kurs «Deutsches Recht»

«Wertvolle Werkzeuge» für Juristen

Enrique Rubinek, Rechtsanwalt für Wirtschaftsrecht 

Enrique Rubinek ist Rechtsanwalt für Wirtschaftsrecht und seit mehr als zehn Jahren auf Umwelt- und Regulierungsrecht spezialisiert. Er wurde in der Nähe von Rostock geboren. Im Norden von Deutschland lebt auch heute noch ein großer Teil seiner Familie. Seine Eltern studierten beide an der Universität in Jena: Sein deutscher Vater Wirtschaftswissenschaften, seine chilenische Mutter Philosophie. Der 46-Jährige kommentiert: «Aus dieser Mischung ist aus mir ein Anwalt geworden – ein Anwalt, der die Philosophie liebt und Hegel und Schopenhauer liest.»

Mit 13 Jahren zog er nach Chile. Dort beendete er seine Schulzeit an einer chilenischen Schule. Nach seinem Schulabschluss studierte er Wirtschaftsrecht an der Universidad Central, dann machte er einen Master in Umweltrecht an der Universidad de Chile. Er vertiefte seine Kenntnisse in Raumplanung und den Rechten indigener Völker und mittlerweile ist er auch Dozent im Departamento de Ingeniería Geográfica der Universidad de Santiago de Chile. Zudem ist er Kommissionsmitglied der Internationalen Organisation für Normung, die sich mit der Standardisierung im Bereich der Kreislaufwirtschaft beschäftigt, also mit allem, was das Thema Wiederverwertung und Recycling betrifft. 

Am Heidelberg Center Santiago studierte Enrique Rubinek im einjährigen Spezialkurs «Deutsches Recht». Der Kurs läuft über zwei Semester, einmal wöchentlich drei Stunden lang. 

Der Cóndor fragte Enrique Rubinek nach seinen Erfahrungen im Kurs.

Was sind die Inhalte und der Ablauf des Kurses «Deutsches Recht»?

Der Kurs ist eine Einführung in das deutsche Recht. Er umfasst breitgefächert viele Teilbereiche: Öffentliches und Bürgerliches Recht sowie Wirtschafts-, Arbeits-, Handels-, Straf-, Verbraucher-, Miet-, Verwaltungs- und Verfassungsrecht. Wichtig ist zu wissen, dass es kein reiner Sprachkurs ist. Der Unterricht beinhaltet zahlreiche Beispiele in angewandten Rechtsfällen, dabei lernen die Studenten zum Beispiel die Struktur von Rechtsgutachten kennen. Der Dozent gibt konkrete wertvolle Werkzeuge an die Hand. Die Teilnehmer können auch eigene Wünsche äußern, auf welche Teilbereiche des Deutschen Rechts sie eingehen möchten. 

Unterrichtssprache ist zwar Deutsch, jedoch werden immer wieder auch Teile des Unterrichts ins Spanische übersetzt. Die Dozenten sind sehr geduldig, denn sie wissen, wie anspruchsvoll der Unterricht für die Studenten ist.

Mit welcher Motivation sitzen die Studenten im Kurs?

Die meisten Teilnehmer des Kurses streben ein Studium in einem Masterstudiengang oder ein Doktorat in Deutschland an. Am Anfang sind es immer weit über zehn Teilnehmer, nach einigen Stunden lichten sich die Reihen jedoch und es bleibt eine Handvoll übrig. Der Kurs war für mich als Master-Student des Heidelberg Center umsonst, ich habe hier sehr viel gelernt und kann den Kurs wirklich sehr empfehlen. 

Wie hat Sie persönlich die Teilnahme am Kurs beruflich weitergebracht oder unterstützt?

Ich arbeite häufig mit internationalen Unternehmen, unter anderem aus Deutschland und Norwegen. Der Kurs hat mir zum einen eine neue Perspektive auf das Rechtswesen ermöglicht, zum anderen gibt mir mein erlerntes Wissen eine Sicherheit im Umgang mit meinen internationalen Kunden. Der Satz «Wer will was von wem woraus?» ist ein wichtiger Leitspruch im Zivilrecht für mich geworden. Diesen Kurs habe ich übrigens schon mehrfach besucht, um mich auf dem aktuellen Stand zu halten.

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