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viernes, 22. octubre 2021
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Batterie-Recycling für Ausbau der E-Mobilität

Mitarbeiter von Volkswagen in einem Reinraum zur Produktion von Batteriezellen im VW-Werk Salzgitter
Foto: dpa

Die langfristigen Chancen der E-Mobilität hängen am Ökostrom-Angebot – und an hinreichender Zulieferung von Batterie-Rohstoffen. Angesichts fehlender eigener Ressourcen versuchen Firmen in Europa, die Versorgung durch mehr Recycling abzusichern.

Salzgitter/Berlin(dpa) – Es wäre ein Schreckensszenario für die gerade durchstartende, selbst ernannte «E-Offensive» der Autobauer: Immer mehr Verbraucher interessieren sich für das elektrische Fahren, doch die Batterie-Produktion kann kaum Schritt halten. Vom Anziehen der Nachfrage überrascht, könnten viele Anbieter Versorgungsprobleme bekommen – ähnlich wie aktuell bei Mikrochips. 

Eine Idee: mehr Materialien gleich auf dem Kontinent fördern. Diesen Ansatz verfolgt etwa Eurobattery Minerals (EBM). Die schwedische Bergbau- und Erkundungsfirma will den Grad der Selbstversorgung mit Nickel, Kobalt und Kupfer für Batterien in E-Autos erhöhen. Ziel ist außerdem eine stärkere innereuropäische Gewinnung Seltener Erden, die zum Beispiel in Elektromotoren stecken. EBM hat mit Forschern Bergbauvorhaben in Schweden, Finnland und Nordspanien aufgelegt – seit kurzem ist die Firma auch in Deutschland börsennotiert. 

Langfristig spielt zudem eine Rolle, wie gut ausgediente Batterien wiederverwertet werden können. Der VW-Konzern startete Ende Januar eine Recycling-Pilotanlage in Salzgitter, wo derzeit auch eine eigene Zellfertigung entsteht. In der ersten Stufe werden hier jährlich bis zu 1.500 Tonnen verschiedener Materialien aufbereitet – neben Nickel und Kobalt geht es um Lithium, Mangan, Aluminium und Kunststoffe. Das Ziel sei ein geschlossener Wertstoff-Kreislauf, sagte Technik- und Komponentenvorstand Thomas Schmall: «Wir müssen die teuren, teilweise schwer abbaubaren Rohstoffe wieder einbauen können.» Volkswagen peilt auf mittlere Sicht eine Recycling-Quote von über 90 Prozent an.

Der deutsche Autobranchenverband VDA befürwortet eine zweigleisige Rohstoffstrategie. Ein Zurückdrehen der weltweiten Vernetzung sei keine Option: «Deutschland und Europa als exportorientierte Standorte sind auf offene Grenzen angewiesen. Ein Prinzip der Abschottung oder reiner Regionalisierung widerspricht dem Erfolgsmodell der europäischen Wirtschaft.»

Die Anforderungen an regionale Wertschöpfung und kurze Transportwege wachsen indes. Und auch die EU macht bei dem Thema Druck: In der Rohstoffallianz Erma laufen Gespräche über eine sicherere Versorgung mit wertvollen Mineralien. Der Vizechef der Brüsseler Kommission, Maroš Šefčovič, und Binnenmarkt-Kommissar Thierry Breton gaben Ende September den Start des Bündnisses bekannt. Verbände, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen können der Allianz beitreten.

Der Ausbau von Zellkapazitäten wird von der EU schon mit viel Geld unterstützt, kürzlich genehmigte die Kommission weitere Hilfen an die Industrie. Beim zweiten EU-Batterieprojekt sind Namen wie BMW, Tesla oder ElringKlinger dabei. Eine französisch-deutsche Kooperation mit PSA/Peugeot-Citroën, dessen Tochter Opel und dem Batteriehersteller Saft kommt dazu. Das Recycling stecke noch in den Kinderschuhen, so Felix Kuhnert von der Beratungsfirma PwC: «Eine Industrialisierung dieser Wertstoffkreisläufe stellt die Autohersteller vor große Herausforderungen.»

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