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Insalco auf Digitalisierung und SAP umgestellt

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«Wir haben keinen einzigen Schultag verpasst»

Dem Insalco gelang es 2020 Unterricht und Prüfungen erfolgreich digital durchzuführen – trotz Pandemie, Einführung von SAP und dem Aufnahmeprozess in das chilenische Lizenzierungssystem

Von Silvia Kählert

«Wir haben keinen einzigen Schultag verpasst», betont Thomas Mittelstrass, Direktor des Insalco. Die Pandemie bedeutete auch für das Bildungsinstitut eine große Umstellung auf digitalisierte Prozesse. Doch trotz gleichzeitiger Einführung von SAP und des chilenischen Lizenzierungssystems gelang es der Berufsschule ihren Schülern den vorgesehen Unterrichtsstoff zu vermitteln. Das Insalco (Instituto Superior Alemán de Comercio) arbeitet ab diesem Monat als SAP-Schule. Dazu wurde die komplexe Software integriert und die Lehrer wurden umgeschult.

Digitalisierung des Unterrichts

«Dieses Jahr war für die Insalco ein besonders arbeitsreiches Jahr – aber es hat uns auch vorangebracht», versichert Sandra Rodríguez Gericke. Sie ist seit einem Jahr als akademische Direktorin der Insalco für den Lehrplan und den Kontakt zu den Schülern zuständig. Der Unterricht habe trotz Coronakrise durchgehend stattgefunden und genauso wie die Zwischenprüfungen und die Abschlussprüfungen.

Ihrer Meinung nach hat die Pandemie einen Prozess angestoßen, der langfristig dem Insalco zugute kommen werde. Sie betont außerdem, dass «digital zu sein nicht bedeutet, den persönlichen Kontakt zu den Studenten zu verlieren». Ganz im Gegenteil stelle die digitale Technik sicher, dass gemeinsamer Unterricht möglich sei und gleichzeitig würden auf diesem Weg auch die technischen Kenntnisse der Schüler erweitert.

Hinzu kommt, dass das Insalco sich zurzeit in einem Qualitätskontrolle-Verfahren befindet, um in Chile als Bildungseinrichtung anerkannt zu sein. María Carolina San Martín, Leiterin der Qualitätssicherung des Insalco, berichtete über den Aufnahmeprozess in das vom Nationalen Bildungsrat Chiles geleitete Lizenzierungssystem: «Damit kann der Fortschritt unseres Bildungsprojekts regelmäßig anhand der vom Bildungsrat festgelegten Kriterien bewertet werden. Die Genehmigung des institutionellen Projekts ist bereits abgeschlossen.»

Diesen Standard hat die Berufsschule für das deutsche Ausbildungssystem bereits im Oktober 2020 erreicht. Der DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) verlieh dem Insalco als erster Berufsschule in Lateinamerika die Zertifizierung «Kategorie A», die beste Kategorie für ein duales Ausbildungsmodell. Damit erreicht das Bildungsinstitut die gleiche Stufe wie die Berufsschulen in Deutschland und die Absolventen können einen doppelten Abschluss machen. Sie erhalten einen vom Mineduc anerkannten höheren technischen Abschluss und im Gegenzug den vom DIHK verliehenen Titel «Kauffrau / -mann», der mit dem in Deutschland identisch ist.

Sandra Rodríguez ist überzeugt, dass die Pandemie das Insalco im vergangenen Jahr einen weiteren Fortschritt insbesondere im Bereich Digitalisierung gebracht habe: «Wir haben vor drei Jahren mit der Schulung von Dozenten begonnen, dass sie digitale Werkzeuge im Unterricht verwenden können, um unseren Unterricht moderner und interessanter für die Studierenden zu gestalten.» Das Insalco arbeitet mit der Plattform Google G-Suite.

Virtuelle Prüfungen und 

Firmenmesse

Besonders stolz ist die akademische Leiterin, dass erstmals die Abschlussprüfung erfolgreich online stattfinden konnten. Fast alle der Insalco-Schüler konnten an den schriftlichen digitalen Klausuren in den drei Tagen vom 3. bis 6. November 2020 problemlos teilnehmen, nur zwei krankheitsbedingt nicht. Sie berichtet: «Es war sehr aufwendig und es mussten viele Regeln eingehalten werden, aber es hat für alle funktioniert.»

Auch die mündliche Prüfung fand per Video statt. Die Auszubildenen müssen zwei Jahre lang ein Berichtsheft führen und zusätzlich eine Präsentation vorbereiten, in der sie ein Thema vorstellen. Insbesondere ging es um ihre Sicht auf ihre Entwicklung während eines Projekts im Unternehmen und das Ergebnis, das sie analysieren sollten oder einen Prozess, an dem sie regelmäßig teilgenommen haben. «Es war nicht einfach, das Gespräch der 21 Studierenden mit mehreren Experten zu koordinieren, aber schließlich konnten alle auf diesem Weg ihren Abschluss machen», stellt sie erfreut fest.

Auch die «Feria der Empresas» habe bereits im Dezember – ebenfalls erstmals online – stattgefunden. Bei dieser von der AHK Chile organisierten virtuellen Messe wurden in kurzen Interviews Unternehmen und Auszubildende zusammengeführt. Trotz der schwierigen Situation gibt es für das nächste Schuljahr 28 Kandidaten, während es im vergangenen Jahr 35 waren. «Eine hohe Anzahl angesichts der schwierigen Situation», stellt die Akademische Leiterin fest. 

Von den 28 Auszubildenden sind etwa ein Drittel junge Frauen und zwei Drittel junge Männer. Von den drei zweijährigen Ausbildungsgängen wählten zehn die zum Groß- und Außenhandelskaufmann und sieben die zum Speditions- und Logistikkaufmann beziehungsweise Schifffahrtskaufmann.

Im nächsten Schuljahr sei ein gemischtes Konzept, also semipräsenzieller Unterricht, geplant – «aber das müssen wir dann kurzfristig je nach Situation entscheiden», meint Sandra Rodríguez Gericke.

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