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domingo, 11. abril 2021
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Jorge Köster Frank – der Sport war sein Leben!

Von Ingrid Reiners de Köster

Jorge Köster Frank bei der Siegerehrung beim Tennis-Turnier im Manqhehue.

Jorge Köster, Choche genannt, kam am 4. März 1925 in Santiago auf die Welt. Den Sport bekam er in die Wiege gelegt: Er war von Kind an begeistert aktiv in den verschiedensten Sportarten! Der aufgeweckte und lebhafte Junge stand schon mit vier Jahren mit seinem Hockeystock im Sportverein auf dem Platz, mit sieben nahm er an Hockeywettkampfspielen teil, sogar in Buenos Aires, Lima und Montevideo. In diesem Sport war er über viele Jahre Spieler der 1. Vereinsmannschaft.

Mit 13 Jahren erhielt er den ersten Reitunterricht. Er liebte Hindernisspringen – je höher, umso lieber. Das Reittalent hat er von seinem Vater geerbt.

Mit fünf Jahren begann er mit dem Schwimmgürtel an Wettbewerben teilzunehmen. Mit neun Jahren wurde er Turmspringer für den Sportverein. Auch dem Tauchen widmete er sich – mit Gummianzug, Schnorchel und Harpune. Als Wassersportarten kamen hinzu: Rudern, Kayak, Surfen, Fliegenfischen, Schifahren und Segeln. Das Segeln hat er mit großer Begeisterung auf dem Vichuquén-See betrieben. Mit einem Finnboot fing er an, sattelte auf ein Korsar (Zwei-Mann-Einheitsjolle) um und dann auf ein Laserboot. 

Mit allen Booten nahm er an Wettbewerben teil, reiste durch ganz Chile, auch nach Brasilien, Peru, Argentinien, Uruguay, Mexiko und Irland. 1976 wurde er vom «Círculo de Periodistas Deportivos» im Yachting als bester Sportler des Jahres geehrt. Er hat sogar mit einem Laserboot an einer Senioren-Weltmeisterschaft in Mexiko teilgenommen. 

Auch im Geräteturnen war er begabt: Damit fing er mit dem Lehrer Kurt Schmidt an, als er neun Jahre alt war, und nahm am Turnfest in Berlin teil. Später turnte er mit der Deutschen Turnerriege, als diese in Chile war, im Teatro Caupolicán und auch in der Universidad Santa María. Faust- und Prellball spielte er einige Jahre im Club Manquehue.

Mit 15 Jahren kaufte er sein erstes Motorrad, eine DKW, danach eine BMW, mit denen er etliche Touren sogar nach Feuerland und Argentinien unternahm. Auch zu seiner Arbeit war Choche mit dem Motorrad unterwegs, um den  Bau der Häuser zu beaufsichtigen.Mit 74 Jahren machte er noch eine Fahrt von 8.600 Kilometern bis Ushuaia mit einer Gruppe von elf Motorradfahrern. 

Als Erwachsener unternahm er viele Reisen ins Ausland und mehrere nach Deutschland. 1959 reiste er fast zwei Monate mit der ersten chilenischen Hockey-Mannschaft durch Deutschland.

Seine große Leidenschaft war das Bergsteigen. Mit dem Lehrer Krieger stieg er als Sechsjähriger auf die Berge Manquehue und Abanico, mit 14 Jahren bestieg er die Gipfel

Villarrica und Osorno, mit seinem Lehrer Stadtländer danach den San José, den Morado, Cerro Alto und Nevado Sin Nombre. Er hat mehrere chilenische Berggipfel als erster bestiegen, unter anderen den Tupungato und Puntiagudo (von der  Osorno-Seite aus). Für Jorge hatte der Sport keine Grenzen, der Sport war sein Leben!

Jorge Köster Frank ist im Jahr 2016 gestorben.

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