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martes, 15. junio 2021
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Felipe Schneider – Geschäftsführer der BASF Chile

«Unternehmen müssen ihren Blick weiten»

Von Silvia Kählert

Felipe Schneider, Geschäftsführer BASF Chile

Felipe Schneider ist seit Juni vorigen Jahres Geschäftsführer der BASF in Chile. Die zwölf Jahre als Kind und Jugendlicher in Europa haben ihn gut auf seine Arbeit in dem internationalen Chemieunternehmen vorbereitet. BASF konzentriert sich nicht nur auf das Geschäft, sondern auch Themen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Diversität und Inklusion sind grundlegende Säulen der Mission des Unternehmens und dem Agraringenieur ein besonders wichtiges Anliegen.

Der BASF-Geschäftsführer berichtet: «2019 feierten wir 25 Jahre Umsetzung unserer globalen Nachhaltigkeitsstrategie und bekräftigen damit unser Engagement für das Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Interessen.» Ein Beispiel für Nachhaltigkeit sei «Triple E», das für «Excellence in Energy Efficiency» stehe. «Dieses Projekt fördert die Verringerung von Umweltbelastungen an unseren verschiedenen Unternehmensstandorten in Südamerika und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit auf Grundlage der drei Säulen Energieeffizienz, Energiekosten und Umweltauswirkungen. Mit unserem Werk in Concón sind wir zudem das erste große Chemieunternehmen des Landes, das die ISO 50001-Zertifizierung für Effizientes Energiemanagement erhalten hat», erklärt er zufrieden.

Bereits 28 Jahre arbeitet Felipe Schneider bei dem internationalen Chemieunternehmen BASF. Gleich nach seinem Studienabschluss als Agraringenieur an der Universidad de Chile und dem MBA an der Universidad del Desarrollo begann seine Karriere bei BASF. Es ist kein Zufall, dass es sich um ein deutsches Unternehmen handelt. Schneider erzählt: «Väterlicher- als auch mütterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Deutschland. Sie sind bereits die dritte beziehungsweise fünfte Generation in Chile. Bei uns zuhause wurde Deutsch gesprochen.»

Als Felipe Schneider sechs Jahre alt war, beschlossen seine Eltern das Land zu verlassen und zogen mit ihren vier Kindern zunächst für zwei Jahre nach Köln. «Ich habe mich recht schnell eingelebt», erinnert sich Felipe Schneider. Danach ist die sechsköpfige Familie noch mehrfach umgezogen: London, Madrid und Barcelona waren weitere Stationen, bevor sie nach Chile zurückkehrten. «In jedem Fall waren diese Jahre aber eine gute Vorbereitung für meine Arbeit bei BASF.»

Er habe sich nach dem Studienabschluss bewusst bei verschiedenen deutschen Firmen beworben und schließlich hat die BASF den jungen Mann eingestellt. Dazu meint er: «Tatsächlich ist mir beim Einstellungsgespräch zugutegekommen, dass ich Englisch und Deutsch sprach. Diese Kenntnisse waren damals fast wichtiger als das
Agraringenieurstudium.» Für dieses hatte er sich wegen seines Interesses an Biologie und Chemie, aber auch an der Natur, entschieden. Eine soziale Ader hat Felipe Schneider bis heute und setzt sich daher mit Enthusiasmus für die sozialen Projekte der BASF ein. «Vielfalt und Eingliederung sind Teil der DNA unseres Unternehmens, denn wir wissen, dass sie uns auf vielen Ebenen bereichern. Bei BASF sehen wir Vielfalt als Chance, um belastbare Arbeitsteams mit Problemlösungskapazität und großer Anpassungsfähigkeit zu bilden. Unser Unternehmen erhielt den Preis «Herausragendes Unternehmen im Bereich Vielfalt und Integration», den «EY» zusammen mit «El Mercurio» verleiht.» Der Agraringenieur nennt als konkretes Beispiel die sogenannten «Affinitätsgruppen»: «Das sind offene Mitarbeitergruppen, die sich mit Themen wie Einwanderung, Generationen, Gender und Behinderung auseinandersetzen und ihre Erkenntnisse während Aktionstagen präsentieren. Mit der Kampagne #Yabasta wollen wir gemeinsam ein Zeichen gegen Vorurteile setzen. Durch unser besonderes Ausbildungsangebot gliedern wir Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt ein.»

Zunächst arbeitete der Ingenieur bei seinem Berufseinstieg 1992 im Bereich Planung bei der Agrarabteilung, dann wurde er zum Leiter der Abteilung für Ernährung und Gesundheit ernannt und später war er viele Jahre für den Bergbaubereich in ganz Südamerika zuständig. Arbeiteten vor 28 Jahren bei BASF 250 Angestellte, sind es heute 350.

Felipe Schneider erklärt, dass es besondere Zeiten für alle sind: «Während der Pandemie arbeitet ein Teil unserer Mitarbeiter von zu Hause aus. Doch um unserer Rolle als Zulieferbetrieb für unsere Kunden gerecht zu werden, muss auch weiterhin ein Teil unserer Mitarbeiter im Betrieb tätig sein, wo natürlich alle erforderlichen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz umgesetzt werden.» Der BASF-Geschäftsführer hebt das Programm «Estar Bien Bewegung» für die Mitarbeiter hervor. Außerdem werde den Mitarbeitern und deren Familien das Programm «Siempre Bien Linie» angeboten, das sie psychologisch, rechtlich und finanziell berät und unterstützt. 

«Für Quinta Normal, Quintero und Concón haben wir den Fond „Conectar para Transformar“ gegründet, um soziale Projekte von Institutionen zu unterstützen, die sich für eine verbesserte berufliche Qualifikation, wissenschaftliche Bildung und den Schutz der natürlichen Ressourcen einsetzen», fügt er hinzu und ist der Meinung: «Unternehmen müssen heutzutage ihren Blick weiten. Es geht darum, das Geschäft als Teil der Leistung der Menschen und ihrer Entwicklung zu sehen, als Beitrag zu Umwelt und Gesellschaft. Es ist ein langer Weg. Dafür ist es wichtig, eine Kultur zu fördern, die Fehler nicht bestraft, sondern ermöglicht, aus ihnen zu lernen. Ich denke, wir sind bei der BASF auf dem richtigen Weg.»

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