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miércoles, 14. abril 2021
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Zum 500. Todestag von Pedro Álvares Cabral

Der europäische Entdecker Brasiliens

Von Peter Downes


Oscar Pereira da Silva (1922), Historisches Nationalmuseum in Rio de Janeiro

Es war im Jahre 1500, als die zweite Indienflotte unter der Leitung von Pedro Álvares Cabral an der Küste des heutigen Brasiliens landete. Der Portugiese nahm die «Ilha da Vera Cruz» (Insel des Wahren Kreuzes) für die portugiesische Krone in Besitz.

Seinen heutigen Namen bekam dieses Land erst, nachdem sich der Handel mit dem rot färbenden Holz, der «Paubrasilia», als ein Hauptexportmittel entwickelte. So taucht die Bezeichnung «Brasilij» erstmals 1538 auf der Karte «Novae Insulae, XXII, Nova Tabula» von Sebastian Müller auf.

Bartolomeu Diaz – erster europäischer Kapumsegler

J. da Cunha und J. Abrantes (1817), Nationalbibliothek Portugals in Lissabon, Pedro Álvares Cabral (1467 oder 1468 -1520)

Portugal stieg im 15. Jahrhundert zu einer See- und Handelsmacht auf, die vor allem mit dem Namen des Infanten «Heinrich dem Seefahrer» (1394-1460) verbunden wird. Dieser bemühte sich um Verbesserungen in der Kartografie und die Weiterentwicklung nautischer Geräte. Durch Erkundungsfahrten an der Küste Afrikas wurden die Kenntnisse der Seewege wesentlich verbessert und mit dem sogenannten Kapspringen drangen die Portugiesen immer weiter nach Süden entlang der afrikanischen Küste und Buchten vor.

Bartolomeu Diaz gelang es dann 1488 erstmals das Kap der Guten Hoffnung – von ihm als «Kap der Stürme» bezeichnet – zu umsegeln und öffnete damit den Seeweg in den Indischen Ozean. Neun Jahre später sollte dann Vasco da Gama gemeinsam mit Bartolomeu Diaz die erste Expeditionsfahrt nach Indien unternehmen. Obwohl von den vier Schiffen am Ende nur zwei nach Lissabon zurückkehrten, hoffte die portugiesische Krone nun auf lukrative Handelsbeziehungen. Deshalb wurde 1500 eine zweite Flotte nach Indien organisiert, dieses Mal unter der Leitung von Pedro Álvares Cabral.

Der Kapitän der zweiten Indienflotte

Mit der Entdeckung von Inseln in der Karibik durch Christoph Kolumbus im Jahre 1492 und die folgenden spanischen Erkundungsfahrten eines westlichen Seeweges nach Indien, standen die Portugiesen unter einem gewissen Zeitdruck. Bereits 1494 sahen sie sich daher gedrängt, mit Spanien die Interessensphären abzuklären und im Vertrag von Tordesillas eine Grenzlinie (370 Meilen westlich der westlichsten Kapverdischen Inseln) festzulegen. An diesen Verhandlungen war auf der portugiesischen Seite auch der erfahrene Seefahrer Duarte Pacheco Pereira beteiligt. Ihm wird nachgesagt, dass er bereits 1498 bei einer geheimen Expeditionsfahrt bis zur Küste des heutigen Brasiliens kam. Tatsächlich aber war es der Spanier Vicente Yañez Pinzón, der im Januar 1500 die nördliche Küste Brasiliens und die Amazonas-Mündung entdeckte. Er beanspruche diese Entdeckungen für Spanien, obwohl sie laut den Bestimmungen von Tordesillas im portugiesischen Anspruchsbereich lagen.

Als «offizieller Entdecker» Brasiliens aber gilt bis heute Pedro Álvares Cabral, der einem alten portugiesischen Adelsgeschlecht entstammte. Er kam 1467 oder 1468 in der Stadt Belmonte in Portugal zur Welt, wurde mit zwölf Jahren Page am Hof Königs Alfonso V., wo er auch eine gute humanistische Bildung erhielt. Inwieweit er sich Kenntnisse in der Seefahrt aneignete, bleibt ungewiss. Manuel I. beauftragte ihn jedenfalls 1500 mit dem Kommando über die zweite Indienflotte. Sie sollte die ersten Kontakte Vasco da Gamas mit der Stadt Calicut wieder aufnehmen und dauerhafte Handelsstützpunkte in Indien errichten. Zudem erwartete die Krone volle Schiffsladungen mit orientalischen Gewürzen.

Mit diesem Auftrag verließ Cabral mit 13 Schiffen, darunter großräumige Karavellen und an die 1.200 Mann, am 9. März 1500 Lissabon. Von Vasco da Gama erhielt er wichtige Anweisungen über die Windströmungen und Navigationshinweise. Es nahmen auch der Arzt und Astronom des Königs Maestre João Faras sowie Pêro Vaz de Caminha, ein Vertrauensmann des Königs, der nun als Schreiber für die Handelsniederlassung (Faktorei) in Calicut bestimmt war, teil. Beiden verdanken wir zwei Briefe, die über die Reise von Portugal an die brasilianische Küste berichten.

Ein erstes Schiff verlor man jedoch bereits kurz nach dem Verlassen der Kapverdischen Inseln. Durch besondere Windverhältnisse und Meeresströmungen trieb die Flotte dann erheblich stärker in westlicher Richtung als Vasco da Gama empfohlen hatte. Daher erreichte Cabral am 22. April die brasilianische Küste in der Höhe des heutigen Porto Seguro. Da es in der Osterzeit war, wurde ein gesichteter Berg als «Monte Pascoal» bezeichnet und das entdeckte Land als «Ilha da Vera Cruz» für die portugiesische Krone in Besitz genommen, da Cabral annahm, es handle sich um eine Insel.

«Terra de Vera Cruz» wird Brasilien

Am Morgen des 23. April ließ man Boote zu Wasser und näherte sich der Mündung eines Flusses. Dort sah man am Strand an die 18 bis 20 Eingeborene. Vaz de Caminha beschreibt in seinem Brief an den König diese erste Begegnung folgendermaßen: «Braun, nackt, ohne irgendwie ihre Scham zu bedecken, hielten sie in den Händen Bogen und Pfeile. So liefen sie geradewegs auf das Boot zu. Nicolao Coelho bedeutete ihnen durch Zeichen, die Bogen niederzulegen.» Da die Brandung die Verständigung erschwerte, schleuderte man ihnen dann ein rotes Barret, eine leinene Pudelmütze und einen schwarzen Hut zu. Als Gegengeschenk warf ein Tubinambá ihnen dann eine Kopfbedeckung aus langen Vogelfedern zurück. So verlief der erste Kontakt friedlich.

Am Sonntag nach Ostern (am 26. April) ordnete Cabral eine Messe an – die erste auf brasilianischen Boden. Am 1. Mai wurde dann mit der Errichtung eines Kreuzes (mit Wappen und Spruch des Königs) das Land förmlich in Anwesenheit von Einheimischen in Besitz genommen. Die Begegnungen schienen vielversprechend. Guter Hoffnung bemerkt nun der Schreiber: «Wie mir und allen erschien, fehlt diesem Volk, um völlig christlich zu sein, nichts weiter als die Kenntnis unserer Sprache, denn sie fassten all unser Tun wie wir selbst auf.» Konnte man also auf zukünftige christliche Untertanen im entdeckten Land hoffen, so fand man aber keine Anzeichen einer wirtschaftlichen Bedeutung dieser Entdeckung: «Bis jetzt konnten wir noch nicht erfahren, ob es Gold oder Silber, Metallsachen oder Eisen gibt; wir sahen auch nichts dergleichen.» Klimatische Vorteile und der Wasserreichtum werden dann hervorgehoben. Sehr bald war dann klar: «Und wenn man an dem Lande nichts weiter als einen Zwischenlandungsplatz auf den Seeweg nach Calicut haben sollte, würde es genügen.»

So schickte man ein Schiff mit Briefen zurück nach Lissabon, um die Krone über die Entdeckung aufzuklären und die Flotte segelte zum eigentlichen Ziel des Unternehmens weiter: Indien, Calicut. Die zweite Indienexpedition verlor aber am Ende einen Großteil der Schiffe; lediglich sechs beziehungsweise vier kehrten zurück. Konflikte mit arabischen Händlern, die Muslims waren, in Calicut, führten dazu, dass die Portugiesen schließlich nach Cochin ausweichen mussten. Dennoch wurde die Ankunft der mit Gewürzen beladenen Schiffe am 23. Juni 1501 als großer Erfolg gefeiert.

Obwohl Cabral noch die Vorbereitungen einer «Racheflotte» gegen Calicut traf, sollte er nach einem Streit mit dem König niemals mehr ein Kommando übernehmen. Der «Entdecker» Brasiliens zog sich aus dem öffentlichen Leben zurück und starb 1520 vergessen in Santarém. Das von Cabral entdeckte Land wurde schließlich vom König «Terra de Vera Cruz» genannt, dann zeitweilig als «Terra de Santa Cruz» und mit dem Aufblühen des Handels mit dem glutroten Färbeholz (brasa bedeutet Glut) – für die Textilindustrie in den 30er Jahren des 16. Jahrhunderts dann zunehmend als Brasilien bezeichnet. Pedro Álvares Cabral wurde erst im kaiserlichen Brasilien im 19. Jahrhundert die Anerkennung als Entdecker Brasiliens zuteil und wird als solcher bis heute geehrt.

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