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sábado, 5. diciembre 2020
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Die Magellanstraße – wo Chile vor 500 Jahren begann

Als vor 500 Jahren, am 21. Oktober 1520, Ferdinand Magellans Flotte in den Ostzugang der Meerenge einfuhr, die heute seinen Namen trägt, konnte er nicht wissen, dass sie künftig für Jahrhunderte die einzige Wasserroute zwischen Europa und der Westküste Amerikas sein würde. Der Geschichtswissenschaftler Aldo Fredes von der Universidad San Sebastián schreibt dazu: «Die Heldentat von Magellan ist ein Meilenstein der Menschheitsgeschichte. Die erste Weltumsegelung erbrachte nicht nur den Beweis, dass die Erde eine Kugel ist, sondern vergrößerte die Welt auch, legte Verbindungen zu neuen Kulturen und Regionen und hinterließ uns eine neue Form, uns global zu verbinden.»

In den letzten Jahren haben sich verschiedene Stimmen dazu geäußert, dass die Magellanstraße im Hinblick auf ihre historische und wirtschaftliche Bedeutung von der Unesco zum Weltkuturerbe erklärt werden sollte. Das brachte zum Beispiel der ehemalige Senatspräsident und heutige Botschafter in Italien Sergio Romero zum Ausdruck.

Der Historiker Mateo Martinic (Nationalpreisträger für Geschichte im Jahr 2000), der seine Forschungsarbeit auf die Region um seine Heimatstadt Punta Arenas konzentriert hat, meint dazu: «Hier hat Chile vor fünf Jahrhunderten begonnen.» Vor Magellans Weltumsegelung ignorierten die Kartographen die Gebiete südlich des Río de la Plata, fährt Martinic fort, was sich danach grundlegend änderte, weil nunmehr sowohl die Südspitze des Kontinents als auch die Größe des Pazifischen Ozeans berücksichtigt wurden. 

Im Vergleich zur Bedeutung von Magellans Unternehmen sei Diego de Almagro, der als Entdecker Chiles gilt, «ein gescheiterter Eroberer», da er südlich von Peru einzig Reichtum erlangen wollte – das Territorium habe ihn nicht sonderlich interessiert. Magellan dagegen «räumt mit seiner Durchfahrt Chile einen Platz auf der Geographie des Planeten und der Geschichte der Menschheit ein», unterstreicht Martinic, «wir treten in die Geographie der Menschheit und in die Geschichte der Völker ein.»

In den folgenden Jahrhunderten nahm der Schiffsverkehr durch die Magellanstraße nach und nach zu, um seinen Höhepunkt mit der Inbetriebnahme des Panamakanals im Jahr 1914 zu erreichen, obwohl während des Ersten Weltkrieges die südliche Meerenge weiterhin eine wesentliche Rolle spielte. Das vom Deutsch-Chilenischen Bund herausgegebene Buch von Rüdiger May «Wie der Erste Weltkrieg nach Chile kam – das Schicksal des Kleinen Kreuzers SMS Dresden» enthält hierzu einen informativen Aufsatz von Ricardo Hepp, in dem der Autor unmissverständlich betont, dass Punta Arenas «einen strategischen Punkt für die Krieg führenden Mächte» darstellte. «Die Stadt war eine gute Anlaufstelle, um sich mit Kohle und Proviant zu versorgen und um den Schriftverkehr für die Schiffsbesatzungen in Empfang zu nehmen und abzusenden. (…) Hinzu kam, dass die Magellanstraße nach der Falklandschlacht an beiden Zugängen, im Atlantik und im Pazifik, von englischen Schiffen kontrolliert wurde, ebenso wie die inneren Wasserläufe des Beagle-Kanals und Kap Hoorns.» 

In diesen 500 Jahren ermöglichte der berühmte Seeweg nicht nur unzählige Reisen von Entdeckern, Eroberern, Piraten, Kriegern, Einwanderern und Touristen, sondern trug auch durch Magellans Durchfahrt dazu bei – um in Mateo Martinics Sprache zu reden – Chile einen Platz auf der Geographie des Planeten einzuräumen.

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