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miércoles, 23. septiembre 2020
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Lebensgefährlich sind Viren, die von Tieren überspringen

Als der Mensch vom Wildbeuter zum sesshaften Bauern geworden war, baute er für seine Ernährung nicht nur Pflanzen an, er hielt auch Haustiere. Leider übertrugen diese Krankheiten, die vorher den Menschen nicht befallen hatten. Geduldig ertrug man sie als Strafe Gottes für begangenes Unrecht, auch wenn beispielsweise die Pest ganze Landstriche entvölkerte.

Von Alois Schmidt

Erst seit der Benutzung von Mi-kroskopen war es möglich, winzige Organismen zu erspähen. 1683 berichtet der Niederländer Antony van Leeuwenhoek von solchen kleinen, sich bewegenden Lebensformen, die erst 200 Jahre später Bakterien genannt wurden. 1882 konnte Robert Koch den Erreger der Tuberkulose isolieren. Damit hatte er wissenschaftlich bewiesen, dass Mikroorganismen beim Menschen eine Infektionskrankheit auslösen können. 

Die etwa 10.000-fache Vergrösserung von Tabakmosaikviren

Erste Schutzimpfung 

Der englische Landarzt Edward Jenner kam 1796 auf die Idee, gegen die Pockenerkrankung eine Schutzimpfung durchzuführen. Er hatte nämlich beobachtet, dass Melker, die sich mit Kuhpocken infiziert hatten, nur leicht erkrankten, dann aber gegen die den Menschen befallenden Pocken immun waren. Seine Impfungen hatten bahnbrechenden Erfolg. 1910 brachte Professor Paul Ehrlich in Breslau eine Arsenverbindung unter dem Namen Salvarsan in den Handel. Es war das erste wirksame Mittel gegen die «Lustseuche» Syphilis.

Dennoch gab es Infektionen, deren Erreger man nicht mit dem Mikroskop entdecken konnte. Masern gehörten dazu, aber auch Kinderlähmung (Polio) und Hepatitis A (Gelbsucht). Der St. Petersburger Biologe Dmitrij Ivanovski filterte aus dem Saft erkrankter Tabakpflanzen die Bakterien heraus. Der Rückstand war noch in der Lage, gesunde Pflanzen zu infizieren. 1892 beschrieb er einen winzigen Erreger, dem man den Namen «Virus» gab. Erst nach der Kon-struktion des Elektronenmikroskops 1931 konnten Viren sichtbar gemacht werden.

Rund 300.000 Viren

Viren können Menschen, Tiere und Pflanzen angreifen, indem sie in deren Organismus eindringen. Da sie selbst nicht in der Lage sind, sich zu vermehren, deponieren sie ihr Erbgut in einer Wirtszelle. In dieser entstehen dann neue Viren. Von dieser Tatsache ausgehend, wollte man Viren nicht als Lebewesen gelten lassen. Noch heute streitet man sich darüber. Schmierinfektionen verursachen Durchfall (Rotaviren), Kinderlähmung, Tollwut (durch Tierbiss), Ebolafieber und Hanta-Virus-Fieber. Das sind dann schon Schwergewichte. Durch blutsaugende Insekten werden Gelbfieber, Hepatitis B, Denguefieber und West-Nil-Fieber übertragen, das sich zusehends in Europa ausbreitet.

Es existieren über 300.000 verschiedene Viren. Beim Menschen befallen sie bestimmte Organe und können recht harmlos sein. Als Beispiel mag der «Rhinovirus» gelten, der den Schnupfen verursacht. Eigentlich gibt es gegen ihn weder Medikamente noch Impfung. Man hat sich daran gewöhnt, dass er immer wiederkommt. Das gilt auch für Viren, die Warzen verursachen oder wie das «Herpes labialis», Bläschen auf den Lippen entstehen lässt. Richtig lebensgefährlich werden Viren, die nicht auf den Menschen spezialisiert sind, sondern von Tieren überspringen. Wie beim augenblicklich grasierenden Corona-19-Virus, bei dem man immer noch rätselt, ob es in China von einer verzehrten Fledermaus auf den Menschen geraten ist.

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