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miércoles, 23. septiembre 2020
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«Die Zehn Gebote» von Cecil B. DeMille

Von Walter Krumbach

Cecil B. DeMille verfilmte den biblischen Stoff zwei Mal: 1923 als Stummfilm mit Orgelbegleitung und 1956 im VistaVision-Breitwandformat und Mehrkanalton. Die Blu-Ray-Box bringt beide Gesamtfassungen und viel Bonusmaterial, weshalb sie insgesamt drei Platten enthält.

Die 1956er Version folgt dem Lebensweg Mose, der als Kind einer hebräischen Sklavenfamilie in Ägypten geboren wird, als Prinz im Palast des Pharao aufwächst, einen Krieg gegen Äthiopien siegreich besteht und später dem ägyptischen Hof als Baumeister dient. Nachdem er über seine jüdische Herkunft aufgeklärt wird, setzt er sich für sein Volk ein, rückt zu dessen  Anführer auf und setzt die Flucht der Hebräer aus Ägypten in die Tat um. Schließlich empfängt er auf dem Berg Sinai die Gesetzestafeln mit den zehn Geboten.

Die 1956er Version folgt dem Lebensweg Mose, der als Kind einer hebräischen Sklavenfamilie in Ägypten geboren wird, als Prinz im Palast des Pharao aufwächst, einen Krieg gegen Äthiopien siegreich besteht und später dem ägyptischen Hof als Baumeister dient. Nachdem er über seine jüdische Herkunft aufgeklärt wird, setzt er sich für sein Volk ein, rückt zu dessen  Anführer auf und setzt die Flucht der Hebräer aus Ägypten in die Tat um. Schließlich empfängt er auf dem Berg Sinai die Gesetzestafeln mit den zehn Geboten. 

DeMilles Stärke ist die Gestaltung von Massenszenen. Die Bildfolge etwa, in der Moses mit hunderten von Arbeitern einen Obelisk errichtet, versetzt in Erstaunen, ganz zu schweigen von den Bildern der Öffnung des Roten Meeres, durch die die Hebräer massenweise fliehen. Heute gilt sie zu Recht als ein Meilenstein der Filmgeschichte. Das Drehbuch folgt getreu den historischen Quellen, die von den Autoren aufmerksam untersucht wurden. Die Dialoge sind jedoch oft mit hochtrabenden Redewendungen versehen, sie wirken geschwollen und damit unnatürlich. Die Darsteller fallen dabei wiederholt in eine schon fast laienhafte Rezitation. 

Die Bildqualität imponiert durch natürliche, kräftige Farben, schwankt jedoch von gestochen scharf und kontrastreich bis grobkörnig und unrein. Die Orthographie der spanischen Untertitelung ist fehlerhaft. Der Film enthält eine Ouvertüre, eine Entre-acte- und eine Ausgangsmusik (die in ausgesuchten Lichtspielhäusern unmittelbar vor Beginn, während der Pause und nach dem Ende erklangen). 

Der sehr gut restaurierte Stummfilm wird von Gaylord Carter auf der Orgel begleitet. (Carter spielte in den 1980er Jahren die Partituren von einem Dutzend Stummfilmklassiker der Paramount ein.) 

Die Box wartet mit zahlreichen Extras auf. Da ist zunächst eine Dokumentation, in der Cecil B. DeMille höchstpersönlich erläutert, wie anhand der verfügbaren Quellen das Drehbuch ausgearbeitet und der Film (1956) gedreht werden konnte. Verschiedene Kenner der Begebenheiten rund um die Produktion, darunter eine Enkelin des Regisseurs, äußern sich dazu. Dazu kommen ein Wochenschaubericht der New Yorker Premiere, verschiedene Trailer, Fotos der Stars, ihrer Kostüme und der Erstaufführung. Besonders spannend für Freunde der Filmarchäologie sind die Berichte über die Farb-Fragmente der 1923er Fassung. DeMille filmte bestimmte Szenen mit dem damals noch im Versuchsstadium befindlichen «Technicolor System Two»-Verfahren. Die Bilder, obwohl hoffnungslos verdreckt und zerkratzt, überraschen durch ihre Farbqualität. Ebenso kann man Szenenfolgen einsehen, die mit der «Handschiegl Color Process»-Methode koloriert wurden.

Alles in allem spannen die beiden Langspielfilme und das reichhaltige Bonusmaterial einen informativen Bogen zwischen der Stummfilmzeit und der 1950er Jahre mit ihren technischen Errungenschaften wie Breitwand und Mehrkanalton, die damals dem gefährlich konkurrierenden Fernsehen erfolgreich die Stirn boten.    

«The Ten Commandments», USA 1956. Regie: Cecil B. DeMille. Produktion: Cecil B. DeMille, Henry Wilcoxon. Drehbuch: Aeneas MacKenzie, Jesse L. Lasky Jr., Jack Gariss, Fredric M. Frank. Musik: Elmer Bernstein. Kamera: Loyal Griggs. Ton: Howard Beals. Schnitt: Anne Bauchens. Mit Charlton Heston, Yul Brynner, Anne Baxter, Edward G. Robinson, Yvonne De Carlo u. a. Spieldauer: 232 Min. 

Bild ****

Ton ****

Darbietung ***

Extras *****

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