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miércoles, 23. septiembre 2020
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«Ad Astra – Zu den Sternen» von James Gray

Von Walter Krumbach

Es ist nicht ein Jahr her, dass dieser Film während der Festspiele in Venedig im August 2019 uraufgeführt wurde, und schon ist er als Blu-Ray-Disc für den Heimgebrauch greifbar. Wer beim Betrachten des Plattenetiketts einen reinen Science-Fiction-Inhalt erwartet, wird durch einen Psycho-Thriller überrumpelt, dessen Handlung in außergewöhnliche, fast unergründliche Gefilde eindringt. Demnach fielen auch die Kritiken unterschiedlich aus. Die meisten Rezensenten zeigten sich überrascht – sie erkannten dem Streifen jedoch seine hohe handwerkliche Qualität und die stichhaltige Ausarbeitung der psychologischen Konflikte an.

Weltraumingenieur Joy McBride erhält den streng geheimen Auftrag, seinen Vater ausfindig zu machen, der vor 20 Jahren auf dem Planeten Neptun als Befehlshaber mit seiner Crew nach einer gescheiterten Mission verschollen ist. Die Suchaktion startete, da es konkrete Anzeichen gibt, dass Clifford McBride noch am Leben ist. Auf der Reise mit Zwischenlandungen auf Mond und Mars erfährt Joy schaurige Einzelheiten über das Verhalten seines Vaters während einer Meuterei an Bord: Als einige Mannschaftsmitglieder den Versuch unternahmen, zur Erde zurückzukehren, tötete er die gesamte Besatzung.

Roy glückt es, nach einem Flug voller unheilvoller Zwischenfälle, das Raumschiff seines Vaters zu sichten. Er dringt ein, findet zunächst einige Leichen und gelangt schließlich zu Clifford, der tatsächlich am Leben ist. Das Wiedersehen von Vater und Sohn gestaltet sich jedoch alles andere als erfreulich.

Kameramann Hoyte van Hoytema fängt Bilder von ungeahnter Schönheit ein. Formen und Farben des weiten Alls vermitteln immer wieder den Eindruck der beängstigenden Einsamkeit Joys.

Brad Pitt liefert als Joy McBride die wohl reifste schauspielerische Leistung seiner Laufbahn. Seine Inkarnation des Sohnes, der im Verhältnis zu seinem Vater subtilste Nuancen psychologischen Leidens ausdrücken muss, beeindruckt wie nie zuvor.

Eine außerordentliche Leistung erbringt ebenfalls der Tontechniker Gary Rydstrom. Geräuschkulisse und Musikeinlagen fügen sich dem Bild wie selbstverständlich ein, wobei eine vortreffliche Bild-Ton-Einheit entsteht. Der Raumklang ist ein Genuss.

Als Bonus bietet die Platte drei Dokumentationen, in denen Regisseur, Produzenten, Drehbuchautor und Hauptdarsteller über die Ausarbeitung des Drehbuchs und seine Umsetzung, die Erlebnisse während der Dreharbeiten und – für Technikinteressierte besonders informativ – über die wahrheitsgetreue Nachbildung des Raumschiffs, bei dem jeder Knopf, jedes Lichtsignal und jeder Bildschirm eine «echte» Funktion haben, mit großer Freude an der Sache fachsimpeln.

«Ad Astra», USA 2019. Regie: James Gray. Produktion: Brad Pitt, Dede Gardner, James Gray. Drehbuch: James Gray, Ethan Gross. Musik: Max Richter, Lorne Balfe. Kamera: Hoyte van Hoytema. Ton: Gary Rydstrom. Schnitt: John Axelrad, Lee Haugen. Mit Brad Pitt, Tommy Lee Jones, Ruth Negga, Donald Sutherland und anderen Spieldauer: 123 Minuten

Bild ****
Ton *****
Darbietung ****
Extras ***

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