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sábado, 8. agosto 2020
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«Trotz der Quarantäne beweglich bleiben»

Interview mit Yogalehrerin Patrica Krahmer in Santiago

«In dieser Coronakrise finde ich Yoga wichtiger und sinnvoller denn je», erklärt Yogalehrerin Patricia Krahmer in Santiago. Sie unterrichtet seit zwölf Jahren die Lehre aus Indien. Ihre Ausbildung erhielt sie bei dem chilenischen Yogalehrer Gustavo Ponce, dessen Methode auch über Chile hinaus bekannt und anerkannt ist.

Was passiert nun mit deinen Yoga-Kursen während der Corona-Pandemie?

Für mich und meine Schüler sind unsere Yoga-Stunden sehr schön! Wir genießen es sehr, uns – wenn auch nur per Video – treffen zu können und unsere Übungen gemeinsam zu machen. Es tut gut, in einer Gruppe zu sein. Nicht nur körperlich, auch emotional hilft es.

Können alle weitermitmachen?

Für einige wurde es schwierig wegen der schlechten Internetverbindung. Dafür gibt es andere, die erst neu dazu gekommen sind, zum Beispiel jemand aus Osorno.

Morgens biete ich einen Kurs von 40 Minuten an für Mütter mit kleinen Kindern, die nicht so viel Zeit haben. Am Abend, um 19 Uhr, machen Frauen mit, die arbeiten und erst dann Zeit haben. Wir sind dann zwischen fünf und neun Personen.

Grundsätzlich ist es ja so, dass Yoga in einem relativ kleinen Raum ausgeübt werden kann. Daher ist es eine Möglichkeit trotz der Quarantäne beweglich zu bleiben und seinen Körper zu trainieren.

Wie läuft nun der Unterricht ab?

Wir treffen uns per Video und ich mache die Übungen vor. Dabei erkläre ich allerdings doch mehr, als ich es sonst getan habe. Wichtig ist nun besonders gegenüber den Präsenztreffen, dass alle besser auf sich selber achten, da ich ja nun die einzelnen nicht mehr im Blick habe und auf etwas aufmerksam machen kann. Alle Schüler müssen aufpassen, dass gerade die Dehnübungen so gemacht werden, wie es gut für jeden ist.

Du hast an der Universität »Administración de empresas de servicios» studiert und in diesem Bereich auch gearbeitet.

Wie kam es, dass du dich entschieden hast, als Yoga-Lehrerin zu arbeiten?

Bei meiner Büroarbeit habe ich gespürt, dass es immer mehr Stress für mich wurde. Außerdem wollte ich gerne anderen etwas vermitteln, was auch für sie gut ist. Beim Yoga geht es auf der einen Seite um die körperliche Bewegung und das verbesserte Wohlbefinden. Auf der anderen Seite aber – besonders durch die Atemübungen – auch um die Psyche und die Spiritualität, so dass Yoga einem hilft, seinen inneren Frieden und Entspannung zu finden. Das hat mir gefallen.

Hast du den Eindruck, dass das Interesse an Yoga zugenommen hat?

Ja, auf alle Fälle. Seitdem ich vor zwölf Jahren begonnen habe, ist die Zahl der Yoga-Schulen in Chile enorm gestiegen. Das finde ich sehr gut! Yoga sollte es wirklich für alle geben, ob Alt, Jung, Männer oder Frauen. Wissenschaftler haben inzwischen ja auch festgestellt, dass Yoga und auch Meditationen sich tatsächlich positiv auf den Gemütszustand von Menschen auswirken. Es soll sogar das Immunsystem verbessern. Gerade angesichts der Coronakrise ist es gut, um sich von Stress und Sorgen zu befreien.

Machen deine beiden Kinder auch mit?

Normalerweise nicht, weil sie mehr Schwimmen gehen oder Fußball spielen. Doch nun machen wir es jeden Tag – auch mein Mann – eine halbe Stunde. Es machen viel weniger Männer Yoga, weil sie es nicht so kennen und mehr Outdoor-Sport treiben. Dabei gibt es Übungen, bei denen es auf die Kraft ankommt und die dann
Männern leichter als Frauen fällt. Doch jetzt ist ihre Chance: Bei den Video-Stunden teilzunehmen und diese uralte Disziplin kennenlernen und genießen zu lernen..

Wer Interesse hat, an Yogastunden – zur Zeit per Video – teilzunehmen, kann zu Patrica Krahmer Kontakt aufnehmen über Instagram @patricia_krahmer

Das Interview führte Silvia Kählert.

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