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martes, 15. junio 2021
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Blended Learning – Motto und aktuelle Herausforderung zugleich

Isabel Aliaga-Rosson, Direktorin Marketing und Kommunikation des Heidelberg Center Lateinamerika

Von Isabel Aliaga-Rosson

In Zeiten der Covid-19-Krise erleben wir, dass diese uns in eine neue Ära katapultiert hat. Die Ausbreitung des Coronavirus betrifft zunehmend auch Universitäten, die auf «Notfallbetrieb» umstellen.

So musste bei einem Postgraduiertenprogramm am Heidelberg Center Lateinamerika (HCLA) der obligatorische Deutschlandaufenthalt unterbrochen, die Verteidigung der Magisterarbeit und die lang ersehnte Abschlussfeier in der «Alten Aula» abgesagt werden. Mit der Erfahrung, die während des sogenannten sozialen Ausbruchs gesammelt wurde, und in dem Bestreben, den gegenüber den Studierenden eingegangenen Verpflichtungen nachzukommen, wurde die Verteidigung der Magisterarbeit in digitalem Format durchgeführt, wobei Studierende und Professoren an einem digitalen Ort interagierten, obwohl sie sich auf verschiedenen Kontinenten befanden.

Hinsichtlich der technischen Ausstattung dieses virtuellen Seminarraumes gibt es unterschiedliche Präferenzen. Während die Universität Heidelberg aus Datenschutzgründen für den Einsatz von Microsoft-Teams plädiert, ist bei den Studierenden das Zoom-System beliebter.

Inzwischen hat die neue Generation von Teilnehmern an den Masterstudiengängen des Jahrgangs 2020/21 den Lehrbetrieb bereits aufgenommen. Alle Kurse finden in digitalem Format statt, jedoch löst der virtuelle Unterricht unterschiedliche Reaktionen aus.

Bei der Mehrheit der Studierenden handelt es sich um im Berufsleben stehende Personen mit einer gewissen wirtschaftlichen Unabhängigkeit, die es ihnen erlaubt, ein internationales Programm zu finanzieren. Daher führen sie angesichts der momentanen Beschränkungen ihre Arbeit im Homeoffice-Format aus und setzen nach Ende ihrer Bürozeiten das Postgraduiertenstudium fort, was in vielen Fällen bedeutet, dass sie von 9 Uhr morgens bis 21 Uhr abends konzentriert vor einem Bildschirm sitzen. In dieser Gruppe befinden sich auch diejenigen, die sich nach sozialer Interaktion sehnen, die der Präsenzunterricht bietet, wie zum Beispiel einen Kaffee zu trinken, aktiv Meinungen auszutauschen, das heißt in den Seminarraum zurückzukehren.

Eine andere Gruppe, meist sind es die Jüngeren, die «Digital Natives», die sich nicht an die Bürozeiten halten müssen, würde lieber ihr Studium virtuell abschließen.

Diese Vorliebe lässt bei vielen Professoren die Alarmglocken läuten – aus der nicht unberechtigten Befürchtung heraus, dass es schwierig sein wird, in Zukunft nur noch Präsenzveranstaltungen abzuhalten. Dies stellt ein Problem für viele Lehrkräfte dar, die sich über Nacht mit dem digitalen Unterricht vertraut machen mussten.

Nach Überwindung der Krise und mit der darin gewonnenen Erfahrung werden die Studierenden in der Lage sein, das Medium zu wählen, das ihren persönlichen Vorlieben entspricht, sei es nun analog oder digital. Das bedeutet, dass es in der akademischen Lehre ein Vorher und ein Nachher geben wird, aber natürlich müssen sich alle im Bildungsbetrieb Lehrenden darum bemühen, den Studierenden das Beste aus beiden Welten – analog und digital – zu bieten.

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