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sábado, 8. agosto 2020
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«Carlos Rey Emperador»

Fernsehserie von Oriol Ferrer

Von Walter Krumbach

Die Fernsehserie «Isabel» (Blu-Ray-Report vom 22. Juni 2018) endet mit dem Tod der Königin Isabella von Kastilien. Die Erbfolge ist nicht abgesichert, weshalb ihr Witwer, der König Ferdinand von Aragonien, sich der kniffligen Aufgabe stellt, eine Lösung zu finden. Dabei muss er die verschiedenen Parteien besänftigen, um den Frieden zu wahren. Von diesem ungelösten Konflikt am Ende «Isabels» und dem Erfolg der Serie angespornt, drehte das gleiche Produktionsteam von TV Española den Kinofilm «La corona partida» («Die gespaltene Krone») und danach, als Fortsetzung, die Serie «Carlos Rey Emperador» («Karl König Kaiser»), die den Lebenslauf Karls, dem Enkel Isabellas und Ferdinands und späteren Kaiser Karl V., bis zu seinem Tod schildert.

Die Erzählung beginnt mit der Ankunft des jungen Habsburgers in Spanien, wo er beabsichtigt, das Erbe der ihm zugeteilten Reiche anzutreten. Hof und Volk empfangen ihn argwöhnisch, da er als Ausländer gilt, der nicht einmal die Landessprachen beherrscht. Karl bietet den Schwierigkeiten die Stirn und wächst in den folgenden Jahren zu einem der mächtigsten Staatsmänner der Geschichte heran. Das politische Geschehen Spaniens, Frankreichs, Englands, Flanderns, Deutschlands, Italiens und Amerikas wird von ihm geprägt. Ein Großteil der Handlung wird von den Konflikten des europäischen Adels bestimmt, wobei der Wille der Habsburger, sich als Herrschaftsfamilie durchzusetzen, den Ausschlag gibt.

Im fernen, exotischen Mittelamerika versucht Hernán Cortés sein eigenes Reich aufzubauen, was Karl veranlasst, den Eroberer ständig beobachten zu lassen. In Mitteleuropa gerät der einstige Augustinermönch Martin Luther mit Rom in Konflikt, als er vermeintliche Fehlentwicklungen der katholischen Kirche harsch kritisiert. Grandios die Szenenfolge, in der Luther (Mingo Ràfols) sich auf dem Reichstag zu Worms vor dem Kaiser rechtfertigt.

40 Jahre Weltgeschichte rollen in 17 Folgen ab. Bei dem langen Zeitraum wird der Alterungsprozess der Hauptfiguren zum Problem, zumal jede nur von einem Schauspieler dargestellt wird. Álvaro Cervantes (Karl) etwa, der beim Dreh sage und schreibe 25 Jahre jung war, ist als 58-jähriger Sterbender trotz seiner vorzüglichen schauspielerischen Leistung nicht glaubhaft. Das jugendliche Aussehen schimmert eben trotz der maskenbildnerischen Raffinesse durch.

Der Inszenierung liegt ein seriöses Drehbuch zugrunde, das sich zwar nötigerweise auf erfundene Dialoge stützt, den geschichtlichen Fakten jedoch wahrheitsgetreu folgt. Die Inszenierung signalisiert farbenfroh Europas Aufbruchstimmung während der Renaissance. Einige Schauplätze sind bereits an den Lichttönungen erkennbar. So ist Kuba zum Beispiel, wo Hernán Cortés (José Luis García Pérez) sein Unwesen treibt, in sattes Goldgelb getaucht.

Ein besonderes Lob gebührt den Kostümen. Von Meisterhand geschmackvoll entworfen und geschneidert, glänzen sie in königlicher Pracht und Schönheit. Die Darsteller wissen sie zudem mit der angemessenen Noblesse zu tragen.

Bonusmaterial wurde großzügig beigefügt. Ein 37-minütiger Making-of-Bericht erzählt von den Dreharbeiten, wie 90 Darsteller ausgesucht werden mussten und wie auf spanischem Boden ferne

Schauplätze (Amerika und Mitteleuropa) nachgebildet wurden.

Einige Hauptdarsteller schildern ihre Rollen-Einarbeitung, um den historischen Figuren gerecht zu werden.

Eine Dokumentation veranschaulicht, die Anwendung digitaler Spezialeffekte, die in der Vielfalt ihrer Möglichkeiten keine Grenzen zu haben scheint. Besonders hilfreich für den Geschichtsinteressierten ist eineKartei mit Kurzbiographien der Hauptpersonen, auf die man zurückgreifen kann, wenn man sich im Gewirr der Handlungsstränge verirrt. Rundum gelungene Fotogalerien runden das Angebot ab..

«Carlos Rey Emperador», Spanien 2016. Regie: Oriol Ferrer. Produktion: Jaume Banacolocha, Eugeni Margallo, Laura García. Drehbuch: José Luis Martín. Musik: Federico Jusid. Kamera: Alfonso Segura. Schnitt: Carlos J. Sanavia. Mit Álvaro Cervantes, Blanca Suárez, Helio Pedregal, Francesc Orella, Marina Salas, Eusebio Poncela, José Luis García Pérez u. v. a. Spieldauer: 1.275 Min.

Bild *****
Ton ****
Darbietung *****
Extras *****

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