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domingo, 9. agosto 2020
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Musikreise zur Fundación Papageno

Proben unter Bäumen

Die sechs Schüler aus Puente Alto mit ihrer Lehrerin Carol Basoalto (ganz rechts) und Christian Castro (Mitte, hinten) in Panguipulli

Von Silvia Kählert

Die Musik eröffnet Welten – das ist die Erfahrung von Verónica Tapia von Zerner. Daher hat sie nun vom 2. bis 9. Februar für sechs Kinder aus der Albert-Schweitzer-Schule in Bajos de Mena eine Musikwoche bei der Stiftung Papageno in Villarrica organisiert.

«Wir haben sehr viel gelernt, es war anstrengend, aber auch sehr schön», erzählt Laura Arredondo immer noch begeistert von der neuen Erfahrung. Gemeinsam mit fünf Mitschülern, zwei Elternteilen, dem Musiklehrer Christian Castro und einem weiteren Lehrer nahm die 15-Jährige an der einwöchigen Musikwoche an der Escuela de Música Papageno mit anschließenden Konzerten teil.

Horizont erweitern

Bereits vor zwei Jahren organisierte Verónica Tapia erstmals eine «Musikreise» für vier Schüler der Albert-Schweitzer Schule in dem sozialen Brennpunkt Bajos de Mena in Puente Alto nach Deutschland. Sie berichtet: «Durch den Kontakt zu einem Chorleiter in Arnstadt und seine Schüler entstand der Kontakt zu der Schule. Als Leiterin der Reiseagentur «Azul Tierra» in Santiago hatte ich für sie eine Reise in Chile organisiert. Wir waren uns einig, dass es etwas Großartiges wäre, einigen Schülern, die kaum Gelegenheit haben aus ihrem Stadtteil herauszukommen, auf diese Art und Weise eine neue Welt zu eröffnen.» Inzwischen waren auch deutsche Schüler zum Austausch im vergangenen Jahr in Chile. Im Juni diesen Jahres ist wieder eine Musikreise nach Deutschland geplant, aber wegen des Coronavirus ist dies noch unsicher.

Erste Schüler von außerhalb bei Papageno

Dafür machten die Jugendlichen aus Puente Alto eine ganz neue Erfahrung bei der Fundación Papageno in Villarrica . «Es ist auch zum allerersten Mal, dass Schüler von außerhalb der Region an diesen Musiktagen im Februar teilnehmen durften», freut sich Verónica Tapia. Zufällig hatte sie bei der Musikreise mit den deutschen Schülern die Gelegenheit Christian Boesch, den ehemaligen Opernsänger aus Wien und Gründer der Fundación Papageno, kennengelert. So entstand die Idee und die Stiftung war bereit, die Kosten für den Aufenthalt der Schüler in Panguipulli zu übernehmen .

«Alle sechs mussten sich in diesen Tagen sehr anstrengen», berichtet Christian Castro, der seit 2016 das 14-köpfige Orchester Obam, Orquesta de Bajo de Mena, leitet, in dem die sechs Schüler mitspielen. «Es war nicht einfach für sie mit den jungen Musikern von Papageno mithalten zu können. Außerdem war es ein anderes Repertoire. Sie probten nun mehr Stücke, die aus der Volksmusik stammen. Die Proben waren wirklich intensiv, da hieß es, sich sehr gut konzentrieren.» Auch Laura, die Bratsche spielt, meinte: «Wir mussten schnell lernen und uns an den schnellen Rhythmus, zum Beispiel der Cumbia, gewöhnen. Die Stücke gefielen uns aber, so machte es auch Spaß.»

Beim Proben: die Lehrerin Carol Basol (Mitte) mit den jungen Musikern Maite Cisternas (links) und Laura Arredondo

Zwei erfolgreiche Konzerte

Für sie und die anderen Jugendlichen war auch der Süden etwas Neues: «Es war vor allem morgens ganz schön frisch und es regnete auch mal. Das sind wir natürlich nicht gewohnt! Aber das hat uns auch gut gefallen, auch das Üben unter den Bäumen in der Natur.»

Am Schluss der Probetage schließlich standen zwei Konzerte. Am 8. Februar gaben alle Musiker für die Eltern ein Konzert und am nächsten Tag ein zweites im Centro Cultural in Villarrica. Christian Castro zieht als Fazit: «Die Kinder haben es sehr gut gemacht. Alle waren zufrieden und vor allem haben sie viel gelernt. Sie haben sich auch sehr gut integriert und für nächstes Jahr sind wir schon im Gespräch für eine zweite Teilnahme bei Papageno.»

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