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viernes, 25. septiembre 2020
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Gestrandete deutsche Urlauber in Chile und Peru

Von schneller Reaktion der Regierungen überrascht

Immerhin lernten Florian Benda und Denise Kupka vor ihrem plötzlichen Urlaubsende noch mal Chiles Hauptstadt von ihrer besten Seite kennen.

Von Silvia Kählert

Abruptes Urlaubsende: Viele Touristen, die wegen des Coronavirus im Ausland gestrandet sind, kehrten inzwischen schon nach Deutschland zurück. Doch Zehntausende sitzen immer noch fest. Dazu gehören auch Sandra Lohse und ihr Freund, die in Lima sind. Florian Benda und Denise Kupka gelang es noch von Santiago aus nach Frankfurt zu fliegen.

Beim ersten Rückholflug in Argentinien konnten 365 Urlauber aus Deutschland am Dienstag, 24. März, nach Frankfurt gebracht werden. Das Auswärtige Amt rechnet damit, dass 10.000 Deutsche pro Tag nach Deutschland zurückgeholt werden können. Außenminister Maas betonte, dass auch EU-Bürger anderer Staaten mitgenommen würden, falls es noch freie Plätze gebe. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell sagte am 23. März, dass er derzeit mit vielen Kollegen in Lateinamerika und Südostasien telefoniere, damit diese die Flüge in ihren Regionen ermöglichten.

Mit Emergency-Bus nach Lima

Auch Peru gehört zu den Ländern, die von dem deutschen Rückholprogramm erfasst werden. Darauf hoffen Sandra Lohse und ihr Freund Tobias Mederer:
Sie haben es von dem kleinen Wüstenort Huacachina gerade noch mit einem Emergency-Bus nach Lima geschafft. Die 22-Jährige schaute am Sonntag,15. März, Fernsehen und hörte, wie der peruanische Präsident Martín Vizcarra für den nächsten Tag bereits ankündigte, die Grenzen zu sperren. «Es war eine angespannte Stimmung. Manche haben von dort aus gleich panisch ein Taxi genommen», erzählt Sandra. Die Hotelbesitzerin habe sofort alle Mitarbeiter nach Hause geschickt.

Als die beiden mit den anderen 40 Touristen, die meisten Ausländer, am Montag nach fünf Stunden Fahrt in Lima ankamen, war es zu spät: Es war kein Flug mehr nach Deutschland zu bekommen.

Nun wohnen sie in einer Airbnb-Ein-Zimmer-Wohnung.«Immerhin mit Balkon», sagt die Ingolstädterin ganz guter Dinge. Denn sie sei wenigstens nicht, wie sehr viele Deutsche, zum Beispiel in Cuzco hängen geblieben. «Es herrscht hier Ausgangssperre zwischen 20 Uhr und 5 Uhr. Auch tagsüber sind die Straßen gesperrt und man wird tatsächlich kontrolliert, ob man wirklich nur etwas einkaufen oder zur Apotheke geht. Außerdem muss man Mundschutz tragen. Doch dann bin ich lieber hier in der Stadt, habe Internet, kann Filme ansehen. Zwischendurch kochen wir zusammen.»

Mit Rückflugticket Vorrang

Vor der Nachricht der Grenz-Sperrung: Da genossen Sandra Lohse und Tobias Mederer noch ihren Urlaub in Peru.

Es gingen zwar in den nächsten Tagen noch Flieger von Airfrance nach Paris ab, aber die Reisenden mit Rückflugstickets der Fluglinie haben Vorrang. Eigentlich wollten die beiden nach Bolivien und dann nach Santiago weiterreisen. Doch die jungen Deutschen wurden von der schnellen Reaktion der südamerikanischen Regierungen überrascht. Die Deutsche Botschaft in Lima konnten sie per Telefon erreichen. Dort heißt es, dass eventuell in den nächsten Tagen noch ein Flieger die Gestrandeten mit nach Deutschland nehmen würde.

Den Peruanern müsste auch etwas daran liegen. Sandra hat den Eindruck: «Da wir beide eher wir Europäer aussehen, scheinen die Peruaner eher etwas Abstand von uns zu halten.»

«Pandemie ernst genommen»

Mehr Glück mit dem Rückflug nach Deutschland hatten Florian Benda und Denise Kupka, die schon vor einem Jahr angefangen hatten, eine Reise nach Südamerika zu planen. Dafür haben sie sich richtig Zeit genommen: Insgesamt wollten sie in zehn Wochen die schönsten Orte in Brasilien, Argentinien, Chile, Peru und Bolivien kenenlernen. «Ich habe mir dafür eine kleine Auszeit von der Arbeit gegönnt», erklärt Denise Kupka. Florian Benda war Ende Januar gerade nach zwei Jahren Entsendung auf die Philippinen nach Deutschland zurückgekehrt. Am 5. Februar ging die Reise los. Ein plötzliches Ende fand sie aber bereits nach fünf Wochen. In Santiago angekommen, standen noch die Atacama-Wüste, Bolivien und Macchu Pichu in Peru auf dem Programm. Doch der Coronavirus hat ihnen wie so vielen anderen einen Strich durch die Rechnung gemacht: «Wir hätten nicht gedacht, dass die Regierungen in Südamerika deutlich schneller reagieren als in Europa. In Südamerika wird die Pandemie-Situation von Beginn an Ernst genommen », meint Florian Benda ebenso erstaunt wie Sandra Lohse und ihr Freund. Dabei hatte er bereits die Anfänge der Ausbreitung auf den Philippinen erlebt und selbst mit Maske das Land verlassen.

Nun hat das Paar von Argentinien aus in einem Tagesausflug nur den Torres del Paine in Chile kennengelernt – allerdings leider in dickem Nebel. «Doch hier in Santiago ist das Klima toll, genauso wie der Blick auf die Anden und hier sind die schönsten Hochhäuser in Südamerika», erklärt Denise. Dennoch sind die beiden jetzt froh, dass sie noch am Freitag, 20. März, einen Flug nach Frankfurt bekommen haben. In diesen Zeiten ist man doch lieber in seinen eigenen vier Wänden.

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