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Mittwoch, 8 April 2020
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Interview mit Psychologin Sabine Köhler

Warum Sport so wichtig für die Psyche ist

Sabine Köhler rät: Sport machen hilft der Psyche

Was vielen nicht klar ist: Sport ist nicht nur für den Körper, sondern auch für die psychische Gesundheit extrem wichtig. Im Interview mit dem Cóndor erklärt Sabine Köhler: «Sport gehört zur Standardtherapie bei der Behandlung von Depressionen dazu.» Die Deutsch-Chilenin ist seit  28 Jahren in Santiago als Psychologin tätig und verwendet die Positive Psychologie als einen Behandlungsansatz.

Von Silvia Kählert 

Cóndor: Warum ist für Menschen Bewegung wichtig?

In der Geschichte der Menschheit waren wir als Jäger und Sammler unterwegs, das heißt, wir waren immer in Bewegung. Hinzukommt dass die Menschen über Jahrtausende hinweg Nomaden, also nie an einem Ort sesshaft waren, sondern sich ständig fortbewegt haben.  Unser Körper und unser Nervensystem waren daher entsprechend auf Bewegung ausgerichtet. Erst  als die Menschen sesshaft wurden und als die Industrielle Revolution einsetzte, haben wir auch weniger körperliche Arbeit geleistet.

Cóndor: Was passiert im Körper, wenn Stress entsteht?

Das Nervensystem ist auf das Überleben ausgerichtet. Angst und Stress sind Signale des Körpers, die darauf hinweisen, dass Gefahr im Verzug ist. Wenn diese alarmierenden Gefühle entstehen, werden daraufhin im Körper Substanzen wie Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet. Diese bereiten auf Mobilität und Aktivität vor. Wenn nun diese ausbleibt und man sitzenbleibt, können diese Substanzen nicht abgebaut werden.

Cóndor: Was bedeutet das, wenn Adrenalin und Cortisol nicht abgebaut werden kann?

Wenn über lange Zeit Alarmreaktionen entstehen und die dadurch im Körper hervorgerufenen Neurotransmitter wie Adrenalin und Cortisol auf die Dauer nicht abgebaut werden, kann es zu Angststörungen und  Depression kommen. Der Körper wird ständig regelrecht ausgelaugt und kann sich nicht erholen und die Menschen finden keine Entspannung.

Cóndor: Was raten Sie daher?

Der Sport gehört zur Standardtherapie bei der Behandlung von Depressionen dazu. Aber dem kann man ja im Vorfeld schon vorbeugen, indem man körperlich aktiv bleibt. Die Positive Psychologie hat festgestellt, dass einer der sechs Faktoren, die glückliche Menschen beschreiben, ist: Sie haben mindestens eine reguläre körperliche Aktivität und die sollte man mindestens drei Mal in der Woche ausüben. Das führt dazu, dass man entspannter, ausgeglichener und zufriedener wird.

Gibt es eine Sportart, die besonders gut ist?

Am besten wählt man die, die einem am meisten liegt: Der eine betreibt lieber ruhigere Sportarten, wie Schwimmen oder Laufen. Der andere bevorzugt schnelleres Training und den Wettbewerb, wie Volleyball oder Fußball. Das hängt ganz von der Persönlichkeit ab.

Und wenn jemand absolut keinen Sport mag?

Man kann auch im Alltag in Bewegung bleiben. Zum Beispiel mindestens einmal am Tag schnell spazierengehen, immer Treppen steigen, wenn es möglich ist.

Was ist, wenn man sich immer zum Sport quälen muss?

Man sollte sich klar machen, dass das am Anfang normal ist und zwar etwa die ersten drei bis acht Wochen. Das ist tatsächlich auch das Schwierige dabei, dass man am Ball bleibt und nicht aufgibt. Gerade wenn man über längere Zeit nicht aktiv war, fällt es einem am Anfang besonders schwer: Da heißt es dann: Nicht aufgeben und wenn´s geht, langsam anfangen und steigern, und immer an das gute Gefühl denken, dass ich nach dem Sport empfinde!

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