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Montag, 30 Marz 2020
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«Callas Forever» von Franco Zeffirelli

Von Walter Krumbach

Der Film behandelt das letzte Lebensjahr der Opernsängerin Maria Callas. Regisseur Franco Zeffirelli hatte mit der großen Künstlerin verschiedene Bühnenwerke inszeniert, wobei sich eine Jahrzehnte andauernde Freundschaft entwickelte. Obwohl die Handlung ein Erzeugnis der zeffirellischen Fantasie ist, verstärkt sich, während man den Film betrachtet, der Eindruck, dass das Verhältnis der beiden Hauptfiguren, nämlich der Sängerin und dem Agenten Larry Kelly, eine künstlerische Umsetzung der Beziehung zwischen Callas und ihrem Regisseur ist. Die dargestellten Situationen wirken echt, haben Logik und machen Sinn, sodass man sich ungewollt fragt: Und wenn es so gewesen wäre?

Der Streifen hatte im September 2002, zum 25. Todestag Maria Callas‘, Premiere und wurde danach fast nur auf Filmfestivals gezeigt. So verwandelte er sich in eine Art Geheimtipp für Callas- und Zeffirelli-Verehrer. Nun ist er als Blu-Ray greifbar. Zunächst beeindruckt die außerordentliche schauspielerische Leistung der Fanny Ardant. Die französische Schauspielerin (1949) gleicht nicht nur äußerlich der griechisch-amerikanischen Operndiva, sondern erarbeitet Körpersprache und Mienenspiel des Vorbildes derart überzeugend, dass ihr Rollenporträt schon fast als eine Inkarnation zu werten ist. Ardants Leistung versetzt wiederholt, nicht nur durch große Gesten, sondern eher durch ihre subtilen Ausdrucksnuancen, in Erstaunen. Die zahlreichen Opernsequenzen beherrscht sie ganz und gar, sodass sich ihr Gesang perfekt lippensynchron auf die verwendeten Callas-Originaltonbänder einfügt.

Das Bild ist in der Qualität uneinheitlich. Meistens hat die nicht besonders feinkörnige Emulsion des Originals eine gewisse Unschärfe zur Folge. Stellenweise nimmt die Auflösung merklich zu, was der Bildschärfe zugutekommt. Der Ton ist Hauptdarsteller und wurde als solcher sorgfältig bearbeitet. Die echten Callas-Konserven kommen fabelhaft zur Geltung.  Kein Bonusmaterial!

«Callas Forever», Italien, Frankreich, Spanien, Vereintes Königreich, Rumänien 2002. Regie: Franco Zeffirelli. Produktion: Marco Chimenz, Giovanni Stabilini. Drehbuch: Franco Zeffirelli. Musik: Alessio Vlad. Kamera: Ennio Guarnieri. Schnitt: Sean Barton. Mit: Fanny Ardant, Jeremy Irons, Joan Plowright, Jay Rodan u. a. Spieldauer: 108 Min.

Bild                 ***                                                                 
Ton                 ***
Darbietung   *****
Extras            *

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