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jueves, 1. octubre 2020
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Deutscher Feuerwehrverband verleiht Ewaldo Mödinger Goldenes Ehrenkreuz

Disziplin als Leitmotiv

Ewaldo Mödinger

Von Dietrich Angerstein

Für seine jahrzehntelangen ehrenamtlichen Verdienste in der Freiwilligen Feuerwehr erhielt Ewaldo Mödinger das Ehrenkreuz in Gold. Dieses überreichte dem Hundertjährigen im Auftrag des Präsidenten des Verbandes Brandamtsrat Helge Weber, der zu diesem Anlass mit seiner Frau aus Berlin angereist war.

Das  ereignisreiche Leben des Bürgers Ewaldo Mödinger aus Llanquihue drängt sich geradezu auf als Beispiel für die vielfältigen Tätigkeiten und Erlebnisse  der Generationen, die am Llanquihue-See die  Geschichte der Einwanderer prägten.  Ewaldo Mödinger steht uns heute noch als Zeitzeuge  einer Entwicklung zur Verfügung, deren Ursprünge mehr als 160 Jahre zurückliegen.

Metzgerei ausgebaut

Geboren am 1. September 1919 sah er sich gezwungen im jugendlichen Alter von 15 Jahren nach dem plötzlichen Tod seines Vaters die Metzgerei in Llanquihue zu übernehmen.  Gemeinsam mit seiner Schwester Maria Juana  führte er nicht nur das väterliche Geschäft weiter, sondern baute es  zügig zur Herstellung von Wurstwaren aus. Später gesellte sich dann auch Bruder Arnoldo dazu.  Als einen Höhepunkt  in seinem Leben pflegte Don Ewaldo seit jeher stets und gerne seinen Militärdienst zu bezeichnen, den er im Regiment Sangra in Puerto Montt ablegte. Dort habe er erst richtig erkannt, was Disziplin bedeute, wie wichtig sie im Leben sei. Disziplin sollte zum Leitmotiv in seinem  weiteren Leben werden.

Der «Kornettist»

Nach Beendigung der Dienstzeit und  Rückkehr in seinen Heimatort trat Ewaldo Mödinger der 1. Feuerwehrkompanie Germania in Llanquihue bei, bekleidete als Anfänger den Posten eines «Kornettisten».  Wir müssen uns daran erinnern, dass in jenen Zeiten Funksprechgeräte, ein Handy und ähnliche Geräte noch gänzlich unbekannt waren, die Befehle in der Feuerwehr also durch Hornsignale weitergegeben wurden. Auch wurde Feueralarm im Ort auf diese Weise kundgetan, eine Sirene kannte man nicht. Für einen jungen Mann wurde diese zur ersten  verantwortungsvollen Aufgabe in der damals noch zu Puerto Varas gehörenden Gemeinde.

Mit den Aufgaben wuchs sein Tatendrang. Neben der Tätigkeit in der wachsenden Fleischindustrie, die sich rasch zu dem im ganzen Land bekannten   Unternehmen Cecinas Llanquihue entwickelte, nahm ihn die Feuerwehr voll in Anspruch.  Sein unermüdlicher Einsatz  brachte es mit sich, die Stufenleiter der Feuerwehr zu erklimmen: Zunächst als  Leutnant, bald als Einsatzleiter, Direktor, Kommandant und schließlich als Superintendent der Gesamtfeuerwehr am Llanquihue-See konnte die Gemeinschaft bei allen Einsätzen mit ihm rechnen.

Erster Bürgermeister von Llanquihue

Besondere Herausforderungen stellten in diesem Rahmen der Großbrand des Jahres 1943, dem  auch sein eigenes  Haus zum Opfer fiel und das Erdbeben im Jahre 1960, das wohl noch manchem von uns in Erinnerung sein dürfte. Aufgrund seines stetigen Einsatzes zum Gemeinwohl ernannte ihn Präsident Eduardo Frei Montalva im Jahre 1968 zum ersten Bürgermeister der Stadt Llanquihue, als diese sich endgültig aus der Gemeinde Puerto Varas löste und zur selbstständigen Stadt erklärt wurde.

Im Kreise seiner inzwischen gewachsenen Familie beging Ewaldo Mödinger Leichtle seinen hundertsten Geburtstag am 1. September 2019. Wenn auch körperlich nicht mehr so beweglich wie in früheren Jahren, so nimmt er doch noch regen Anteil am Geschehen seiner Stadt.

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