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lunes, 24. enero 2022
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Deutscher Andenverein (DAV) spendet historische Fotos vom Bergsteigen

1.200 Bilder gehen ans Museo Histórico Nacional in Santiago de Chile

Die alte Aufnahme aus den Beständen des Deutschen Andenvereins (DAV) Santiago zeigt Bergsteiger im Büßerschnee (penitentes) samt Gletscherwände.
Die alte Aufnahme aus den Beständen des Deutschen Andenvereins (DAV) Santiago zeigt Bergsteiger im Büßerschnee (penitentes) samt Gletscherwände.

 

Der Deutschen Andenverein (DAV) Santiago hat kürzlich dem Nationalhistorischen Museum Chiles in einer Spende 1.200 historische Aufnahmen auf Fotoplatten überreicht. Die einzigartigen Schwarz-weiß-Bilder entstanden zwischen 1925 bis 1941 auf Wander- und Bergtouren und sollen nun digitalisiert werden.

 

Von Arne Dettmann

«Die Originale wird das Museum behalten, wir erhalten von den eingescannten Bildern eine Kopie. Bei uns im DAV können wir diese Fotos nicht fachgerecht aufbewahren. Dafür braucht man einen Platz mit der angemessen Feuchtigkeit und Temperatur», erläutert Álvaro Vivanco, Vorsitzender des Deutschen Andenvereins, der seinen Sitz in der Straße El Arrayán 2735 in Providencia hat. «Vielleicht können wir mit dem Material später ein Buch veröffentlichen oder eine Ausstellung machen.»

Der Deutsche Andenverein wurde 1924 als ein Ableger des Deutschen Ausflugsvereins Valparaíso gegründet, der wiederum schon 1909 in der Hafenstadt ins Leben gerufen worden war. Doch bereits noch früher hatten sich Bergsteiger des Deutschen Turnvereins (1887) hervorgetan: Gustavo Brant und Rodolfo Luck bestiegen 1893 einen noch namenlosen Berg in der Zentralzone und tauften ihn auf den Namen Bismarck (4.650 Meter). Zwei Jahre später erklomm dasselbe Duo den benachbarten Cerro Plomo (5.424 m) erstmals.

 

Pioniere des Bergsteigens in den Anden

In den folgenden Jahrzehnten leisteten zahlreiche DAV-Mitglieder Pionierarbeit und bestiegen viele Andengipfel in der Zentralzone zum ersten Mal. Sebastian Krückel und Otto Pfenniger erreichten 1931 den 5.856 Meter hohen Vulkan San José. Drei Jahres zuvor hatte Krückel zusammen mit Albrecht Maas und Hermann Sattler den Gipfel des Marmolejo (6.108 m) bezwungen. Zu weiteren Erstbesteigungen zählen die Berge Mesón Alto, Morado, Piuquenes, Cortaderas und San Francisco.

Auf vielen Touren nahmen die Bergsteiger ihre damals schwere Kamera-Ausrüstung mit und verewigten sich selbst in einer atemberaubender Natur samt geologischer Besonderheiten. Die Bilder beindrucken zudem oftmals mit einer unglaublichen Schärfe, was wohl den ausgezeichneten optischen Linsen zu verdanken ist.

«Die Diapositive befinden sich trotz ihres Alters in einem guten Zustand», erklärte Carla Franceschini vom Museo Histórico Nacional. Bis Ende des Jahres will das Museum die Bilder digitalisiert haben und übers Internet für Interessierte zugänglich machen.

 

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